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Gassenküche in Kathmandu öffnet wieder Ihre Tore

Mitte Dezember ist es soweit. Wie schon seit über 20 Jahren öffnet die ROKPA-Gassenküche in Bodhnath bei Kathmandu wieder ihre Tore für die unzähligen Bettler und Obdachlosen, die besonders in den kalten Wintermonaten dringend eine warme Mahlzeit brauchen. Pro Tag werden ca. 650 Mahlzeiten ausgegeben. Ein kleines Frühstück am Morgen, mittags Reis, Gemüse und Dal, das nepalesische Linsengericht. Kranke können im Medizinzelt Hilfe, Behandlung und Betreuung finden.

Zwölf Nepalesinnen geben in der Gassenküche das Essen aus. Das ist eine Neuerung, die Gassenküchenleiterin Margrit Stahel aus Schaffhausen im letzten Winter eingeführt hat. So hat sie verlässliche Helferinnen und die Helferinnen für drei Monate ein verlässliches Einkommen.  Im Medizinzelt arbeiten weiterhin ehrenamtliche Helfer aus Europa. Mit 185 Euro können Sie 650  Mahlzeiten, d.h. einen ganzen Tag Essen finanzieren. Mit 60 Euro finanzieren Sie die Behandlung und die Medikamente für zehn Personen.

Danke für Ihre Unterstützung! Spenden Sie mit dem Vermerk: Gassenküche Nepal.

Bilanz der Gassenküche in Kathmandu 2016/2017

Die ROKPA- Gassenküche im nepalesischen Kathmandu ist im Winter seit über zwei Jahrzehnten ein Magnet für viele, die kaum wissen, wie sie über die Runden kommen sollen.

Margrit Stahel war von Anfang an als freiwillige Helferin mit dabei, ebenso wie Annemie. Sie erinnern sich daran, wie sie damals immer wieder aufs Neue aus einer Schutthalde einen Platz hergerichtet haben, wo die hungrigen Gassenküchengäste zweimal täglich ihr Essen bekamen?

Inzwischen leitet Margrit aus dem Schweizer Schaffhausen die Organisation der Gassenküche und informiert darüber, was sich seit damals verändert hat. Es gibt inzwischen auf dem Gelände, das ganzjährig gemietet wurde, drei kleine, mit Wellblech bedeckte Häuschen.

Gassenküche Nepal

Vorbereitungen für ein schmackhaftes Mittagessen

In einem werden Patienten, die zur Gassenküche kommen, medizinisch versorgt. Ein anderes Häuschen dient der Ausgabe von Kleidern und das dritte ist Wohnung für die beiden nepalesischen Köche während der drei Monate,  in denen die Gassenküche aktiv ist. „Die durchgefrorenen Gäste erhalten morgens einen heißen Milchtee und ein frisches, süßes Brötchen. Mittags nehmen die Gäste der ROKPA-Gassenküche ihre Mahlzeiten aus sauberen Metallschüsseln und sitzend auf Bambusstangen ein. Es gibt täglich das Nationalgericht,
bestehend aus Reis, Linsen und einem Curry mit Kartoffeln und dem jeweiligen Tagesgemüse
wie Blumenkohl, Spinat, Rettich oder Kohl.“

Die Gassenküche in Zahlen

  • Anzahl der ausgegebenen Mahlzeiten pro Tag: 600
  • Kosten pro Tag: 167 €
  • Lebensmittelverbrauch im ganzen Winter:
    4.410 kg Reis, 510 kg Dal, 2.310 kg Gemüse, 2.310 kg Kartoffeln, 63 kg Tee, 575 kg
    Zucker, 13.790 Stück Brötchen

Medizinische Ambulanz

  • Anzahl der Behandlungen im ganzen Winter: 800
  • Kosten für 10 Behandlungen 66 €

 

So hilft ROKPA in Nepal

Hätten Sie gedacht …

ROKPA Kinderhaus Nepal

Heute leben die Kinder mit vielen anderen im ROKPA Kinderhaus

Dass ROKPA in Nepal mit 178 Euro pro Tag ca. 500 warme Mahlzeiten an Obdachlose ausgeben kann?

Seit 1990 verteilt ROKPA in Bodnath, Kathmandu von Ende Dezember bis Ende März täglich zwei warme Mahlzeiten an Bettler und Obdachlose. Ehrenamtliche Helfer aus Europa geben am Morgen süßen heißen Tee und Brötchen, Mittags Reis mit Linsen und Gemüse an die Bedürftigen. Außerdem bekommen Kranke eine medizinische Notversorgung oder werden auf Kosten von ROKPA in benachbarten Kliniken betreut.

Eine kurze Statistik:

Straßenkinder Nepal

Früher schliefen die Kinder so auf der Straße

Die Gassenküche 2014/2015 gab an 80 Tagen jeweils ca. 500 warme Mahlzeiten aus. Dafür wurden 4.320 Kilo Reis, 575 Kilo Linsen, 2.140 Kilo Gemüse und 2.140 Kilo Kartoffeln gebraucht. Dazu 13.920 Brötchen zum Frühstück. Nebenbei wurden bis zu 800 Kranke medizinisch versorgt.

Das ist möglich durch ehrenamtliche Hilfe und Ihre Spenden!

Aufgrund des Erdbebens vom 24. April 2015 wird die Anzahl der Obdachlosen und Bettler ansteigen und mehr Menschen werden zu unserer Gassenküche kommen. Damit wir darauf vorbereitet sind, brauchen wir Ihre finanzielle Unterstützung!

Gassenküche Nepal Header

ROKPA-Gassenküchen: Gerlinde Zorzi berichtet aus Nepal

Damit die Gassenküche weiterhin arbeiten kann, damit weiterhin bedürftige Kinder in die Schule geschickt werden können, brauchen wir Ihre Hilfe, Ihre Spende! Bitte überweisen Sie mit dem Vermerk: „Gassenküche Nepal“ oder „Ausbildung Kinder in Nepal“.

Hier der Bericht von Gerlinde Zorzi aus Hamburg über Ihren Einsatz in Nepal:

Angekommen bin ich am 12. Dezember 2011. Gleich am nächsten begannen wir mit der Vorbereitung zum Aufbau der Gassenküche. Ich war die ganze Zeit bis zum Abbau am 3. März  2012 dabei. Meine Hauptaufgabe während der ganzen Zeit war es, Frühstück und Mittagessen an die Suppenküchengäste zu verteilen.

Am Morgen gab es süßen, gewürzten Milchtee und ein Doughnut, mittags Dal Bhat, ein einfaches, preisgünstiges Alltagsgericht. Das ist in der Hauptsache Linsensuppe (dal), Reis (bhat) und Gemüse der Saison. Es gab einen dreitägigen Wechsel: Kartoffel mit Rettich, Kartoffeln mit  Weißkohl, Kartoffeln mit Spinat. Gekocht haben zwei nepalesische Köche. Morgens und mittags  kamen jeweils rund 130 Menschen. Viele Kinder, aber auch Mütter mit Babys oder ganze  Familien, aber auch alleinstehende Männer. Außer dem Essen gab es eine kleine medizinische  Versorgungsambulanz, die von Krankenschwestern aus unserer Freiwilligengruppe betreut  wurde. Versorgt werden konnten Kopfschmerzen, Schnitt- und Brandwunden, Rückenschmerzen  und ähnliches. Bei größeren gesundheitlichen Problemen hat Rokpa eine  Kooperationsvereinbarung mit eine Klinik vor Ort.

Dort werden die Mittel- und oft Obdachlosen je nach finanzieller Situation gratis oder für wenig Geld behandelt. Und das waren viele. Viele Leute haben warme Arme, Bäuche und Füße  bekommen, denn aus der Kleiderkammer wurde mitgebrachte Kleidung aus Europa verteilt. Gegen Ende der Zeit wurde noch in ausführlichen Interviews versucht herauszufinden, wer von  den Bedürftigen am bedürftigsten war.

Das Ergebnis: Seit Ende der Wintersaison 2011/2012 der Suppenküche können nun ca. 20  weitere Kinder eine Schule besuchen. Entweder bezahlt Rokpa das Schulgeld (auch die  staatlichen Schulen müssen bezahlt werden) und die Kinder wohnen nach wie vor zu Hause  oder Rokpa übernimmt die Gesamtkosten für einen Internatsplatz samt Schule, sogenannte Boardingschools. Das Rokpa Kinderhaus in Boudha hat einen elfjährigen Jungen aufgenommen. Zusätzlich bekommen rund zehn erwachsene Menschen eine dauerhafte finanzielle  Unterstützung.

Schockiert war ich über die schnüffelnden Kinder. Zum Teil war deren „Verfall“ schon zu sehen  oder auch während meines Aufenthaltes zunehmend festzustellen. Da tatenlos und ohnmächtig  zu sehen zu müssen, war und ist schwierig und sehr, sehr traurig. Besonders eindrucksvoll habe  ich die Lebendigkeit und Lebenslust der Menschen erlebt und genossen, sei es bei den Gästen der Suppenküche als auch bei der Bevölkerung insgesamt. Es waren Begegnungen von Mensch zu Mensch und ich hatte nie das Gefühl, dass man mich als Europäerin anders behandelte als  die Einheimischen.

Gassenküche Nepal 2012Ein bleibendes inneres Bild ist die Reihe der sitzenden Kinder, die über Rokpa nun einen Schulplatz bekommen haben und schon mal fleißig probeweise in ein Schulbuch versunken dasaßen. Oder das strahlende Gesicht des Jungen, der ins Rokpa-Kinderhaus aufgenommen wurde. Und die drei Jungs, die eines Morgens mit Blumensträußen kamen und mit strahlendem  Gesicht an uns VolontärInnen verteilt haben (-wo sie die Blumen her hatten, ließ sich nur  vermuten…) … und… und… und…

Die Zusammenarbeit mit den anderen Freiwilligen war sehr konstruktiv und angenehm. „Es war das Dream-Team“, wie sich die Projektleiterin Margret ausdrückte. Von Anfang an haben alle mit  angepackt, gemacht, was sie gesagt bekamen, aber auch gemacht was sie sie selbst als  notwendig erachteten. Ich habe „meine“ Gruppe als  offen und zugewandt erlebt Diese Zeit in  Nepal hat mein Leben nachhaltig bereichert. Das merke ich jetzt besonders, seit ich wieder in  meiner gewohnten Umgebung bin.

Für einen Blick über den Tellerrand bietet der geschützte Rahmen des Rokpa-Projektes eine gute Möglichkeit. Inzwischen beurteile ich vieles anders als vor meiner Reise und weiß den Wohlstand  hier in Deutschland viel besser zu schätzen. Ich bin froh, dass ich gesund bin und dass ich diese Reise und die Erfahrungen machen konnte. Ich fühle mich reich beschert mit all  den Begegnungen und Erfahrungen, die ich während der Zeit in der Gassenküche gemacht habe  und ich habe so viele Menschen im Herzen mit nach Hause gebracht. Ich finde die Gassenküche  von ROKPA in Nepal gut und sinnvoll. Besonders in der kalten Winterzeit ist die Selbstversorgung der Armen stark eingeschränkt, denn es gibt weniger Arbeit. Besonders Sinn macht für mich die
Gassenküche, weil die angebotene Hilfe nicht mit der Vergabe von Essen beendet ist, sondern Viele im Anschluss dauerhafte Hilfe bzw. Hilfe zur Selbsthilfe bekommen. Am meisten freut mich, dass so viele Kinder eine Chance auf (Schul)Bildung bekommen, denn wie wir wissen, Bildung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein selbstgestaltetes und autonomes Leben.