Das Leben von ROKPA-Stipendiaten

Rokpa Stipendiat 1Ein Student erzählt:

„Ich bin jetzt 17 und habe eine jüngere  Schwester, sie ist 13. Vor vier Jahren ist meine  Mutter an einer unbehandelten Krankheit gestorben, es gab keinen Arzt in unserem  Dorf. Danach hat mein Vater eine andere Frau geheiratet. Er hat uns bei unserer Großmutter zurückgelassen. Ich habe ihn seither nie mehr gesehen.“

Ihm stehen Tränen in den Augen, als er uns das erzählt. „Oma ist jetzt 65 und sie lebt bei meinem Onkel. Sie haben ein paar Yaks und Yak-Kühe. Ihr Geld bekommen sie, wenn sie Butter und Käse  verkaufen. Das ist nicht viel und wenn ROKPA mich nicht unterstützen würde, wäre ich jetzt nicht hier. Ich müsste irgendwo auf dem Bau arbeiten. Meine Mutter ist gestorben, weil es keinen Arzt gab. Ich kann jetzt tibetische Heilkunde studieren, weil ROKPA mir hilft. Wenn ich fertig bin, will  ich als Arzt in meinem Dorf arbeiten, damit andere Kinder ihre Mütter behalten können.“

Er ist der beste Student seines Jahrgangs und studiert mit Feuereifer, sein Kopf steckt immer in Büchern, meistens medizinischen Texten. „Ich danke ROKPA sehr, dass ich diese Unterstützung  bekomme und ich will mich sehr anstrengen, damit ich ein guter Arzt werde.“

Rokpa Stipendium 2Eine Studentin erzählt:

„Wir sind zu dritt:  meine ältere Schwester, mein kleiner Bruder und ich. Als ich vier war, ist unser Vater in einen Streit geraten und  wurde dabei getötet. Unsere Mutter war so traurig darüber, dass sie immer weinte und traurig war. Als ich zehn war ist sie an einem  Herzleiden gestorben. Ich weiß das noch wie  heute: eine Nachbarin kam zur Schule  gerannt und holte mich. Nur noch ein paar Worte konnte ich mit meiner Mutter sprechen und  dann war sie tot. Seither sind wir allein: unsere große Schwester hat sich seither um uns gekümmert. Sie ist 26 und war nur zwei Jahre in der Schule, denn danach musste sie arbeiten, um die Familie zu unterstützen. Damals war sie 13. Seither arbeitet sie im Sommer auf dem Feld  oder sammelt Pilze, um sie zu verkaufen. Im Winter hat sie Arbeit als Kellnerin. Damit verdient sie etwa 120 Euro im Monat. Nach der Mittelschule wollte ich aufhören und ihr helfen.

Aber sie hat zu mir gesagt: „Ich will,  dass Du etwas ordentliches lernst, denn wenn Du keine  Ausbildung hast, geht es Dir wie mir. Du musst hart arbeiten und kannst nicht viel Geld  verdienen.“

Um meine Schwester nicht zu verärgern, habe ich immer gut gelernt und war die Beste in der Klasse. Weil ROKPA mich unterstützt hat, konnte ich weitermachen. Und dann habe ich die  Prüfung für das College hier in Dartsendo bestanden. Ich konnte es kaum glauben! Aber wenn  ROKPA mich nicht unterstützen würde, könnte ich niemals Ärztin werden. Und das ist mein  Traum: später, wenn ich fertig bin mit der Ausbildung, gehe ich zurück in mein Heimatdorf und  arbeite dort.“

Momentan unterstützt ROKPA jährlich über 9000 junge Menschen bei ihrer Ausbildung. Davon allein im Hochschulprogramm 869. Ein Jahr Ausbildung am College kostet durchschnittlich 700 € pro Student/in. Für eine fünfjährige Ausbildung in tibetischer Heilkunde sind durchschnittlich
8.350 Euro nötig (Die Zahlen variieren entsprechend den jeweiligen Ausbildungsorten und Wechselkursen).

Bitte unterstützen Sie die Hoffnungsträger vieler Menschen. Jede Spende hilft! Aber auch ein Dauerauftrag ist herzlich willkommen! Bitte unterstützen Sie mit dem Verwendungszweck “Ausbildung in Tibet”!

 

Hochschulausbildung durch ROKPA

Noch immer gibt es Mangel an guten Tibetischlehrern und Ärzten für tibetische Medizin. Gleichzeitig sind viele junge Studenten Hoffnungsträger für ihre Familien und für ihr Dorf.

Momentan unterstützt ROKPA jährlich über 9000 junge Menschen bei ihrer Ausbildung. Davon allein im Hochschulprogramm 869. Ein Jahr Ausbildung am College kostet durchschnittlich 700 € pro Student/in. Für eine fünfjährige Ausbildung in tibetischer Heilkunde sind durchschnittlich
8.350 Euro nötig (Die Zahlen variieren entsprechend den jeweiligen Ausbildungsorten und Wechselkursen).

Bitte unterstützen Sie die Hoffnungsträger vieler Menschen. Jede Spende hilft! Aber auch ein Dauerauftrag ist herzlich willkommen! Bitte unterstützen Sie mit dem Verwendungszweck „Ausbildung in Tibet“!

Ein Bericht zur aktuellen Situation:

Studentinnen in Dardo

Studentinnen in Dardo

Auch wenn wir der ersten Generation junger Menschen begegnen, die dank der Hilfe von ROKPA nun als ÄrztInnen oder Lehrer arbeiten, so gibt es doch noch viel zu tun. Seit vor ein paar Jahren  die allgemeine Schulpflicht von neun Jahren eingeführt wurde und staatlicherseits finanziell  unterstützt wird, hat sich das Ausbildungsprogramm von ROKPA an die Gegebenheiten  angepasst. Zwar brauchen immer noch Kinder armer Familien in Grund- und Mittelschulen eine gewisse finanzielle Unterstützung, doch die Schwerpunkte haben sich verlagert. Ziel ist es, junge, bildungswillige Tibeterinnen und Tibeter in der gymnasialen Oberstufe und im College  bzw. bei einem Universitätsstudium zu unterstützen, sie möglichst weit zu qualifizieren.

In den  abgelegenen Bergregionen abseits der Hauptverkehrsstraßen gibt es weder genug qualifizierte Tibetisch-Lehrer noch Ärzte für die Dorfkliniken. Die staatliche Unterstützung hört nach Abschluss von Klasse 9 abrupt auf. Wer dann die Schule beendet, findet lediglich eine Arbeit als Hilfskraft in einem Restaurant. Inzwischen wird für viele Berufe ein Universitätsabschluss verlangt, denn die Konkurrenz ist groß. Doch Familien, die sich mit  Gelegenheitsarbeiten auf dem Bau oder dem Sammeln und Verkauf von Pilzen gerade so über Wasser halten können, haben kein Geld übrig, um ihren Kindern die weiterführende Schule zu bezahlen. Kosten entstehen nicht nur für die Unterbringung und Verpflegung der SchülerInnen, sondern auch für Schulgebühren, Bücher, Materialien.

Die jungen Menschen, die wir  unterstützen, müssen genau belegen, wie die wirtschaftlichen
Verhältnisse ihrer Familien sind. Erst dann wird entschieden, ob und in welcher Höhe sie ein Stipendium bekommen. Bei unseren Befragungen stellen wir immer wieder fest, dass sie meist die einzigen aus ihrer Familie sind, die überhaupt die Chance hatten, für längere Zeit in die  Schule zu gehen. Ältere Brüder oder Schwestern haben oft gar keine Schule besucht oder nur für kurze Zeit. Diesen jungen Menschen ist ihre Verantwortung in der Regel sehr genau bewusst und sie nutzen die Zeit des Studiums sehr intensiv.

Da die ROKPA-Studenten in der Regel den großen Wunsch haben, nach der Ausbildung in ihrer Heimatregion zu wirken, ist der Nutzen für ihre Ausbildung vielfach: nicht nur sie selbst  bekommen eine Perspektive, entrinnen dem Kreislauf der Armut, sondern auch ihre Familien. Und die Menschen in ihrem Heimatort bekommen gute Lehrer, motivierte ÄrztInnen. Hilfe, die  wirklich lohnt.