Video-Gruß zu Losar

Die Video-Sequenzen haben wir heute von Tarsin aus Tsurphu erhalten und veröffentlichen sie hier gern mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen zum tibetischen Neujahrsfest ‚Losar‘ am 16.02. Zum Beginn des Jahres ‚männlicher  Erd-Hund‘ (s. u. Wikipedia –> Kombination aus Geschlecht, Element und Tier)  gibt es entsprechende Feierlichkeiten und Lama-Tänze.

Tsurphu ist die Residenz des Karmapa, des Oberhauptes der Karma-Kagyü-Schule des Tibetischen Buddhismus. Das Kloster befindet sich in etwa 4.270 Meter Höhe in der Gemeinde Gurum im Kreis Tölung Dechen, rund 70 km westlich von Lhasa in Tibet.

Weitere Informationen auf de.wikipedia.org:

Ausrichtung Tibethilfe Header

Die Menschen einer Region stärken

Liebe Freundinnen und Freunde von ROKPA,

in den nun 31 Jahren seit der Gründung von ROKPA Deutschland e.V. hat unsere Arbeit einige Wandlungen erfahren. Ganz zu Beginn suchte damals Magda Padma Wangyal, eine der Hauptinitiatorinnen von ROKPA in Berlin, nach Menschen, die geflüchtete TibeterInnen in Indien oder Nepal mit regelmäßigen Spenden unterstützten. Es ging damals um die Finanzierung der Ausbildung junger TibeterInnen oder um den Unterhalt für mittellose ältere Menschen und Kranke.

Dann, in den 1990er Jahren kamen durch die ersten Reisen des ROKPA-Gründers Dr. Akong Rinpoche in seine Heimat Projekte direkt in den tibetischen Gebieten zustande und fast gleichzeitig entstanden die Gassenküche, das Kinderhaus und die Frauenwerkstatt in Nepal durch die Aktivitäten von Lea Wyler. Da ROKPA immer versucht hat, mit möglichst wenig administrativem Aufwand möglichst viel für die Zielgruppen unserer Aktivitäten zu erreichen, wurden bereits in den 1990ern die Anstrengungen zur Vermittlung von einzelnen Patenschaften
ersetzt durch die Förderung von ganzen Klassen oder Projekten, sodass mehr Menschen von der Hilfe einen Nutzen hatten.

Einige von Ihnen sind uns seit der Anfangszeit in den 1980er Jahren treu geblieben, haben sogar weiterhin für „Ihr“ Patenkind Geld überwiesen,  obwohl durchaus klar war, dass das Geld inzwischen anderen zu Gute kam, weil sie es dringender nötig hatten.

Das Motto „Helfen, wo Hilfe gebraucht wird“ hat unsere Aktivitäten immer begleitet. Nun ist  es durchaus nachvollziehbar, dass dieses Motto unter Umständen als sehr hoch gegriffen angesehen werden kann. So mancher mag denken, dass das „wo Hilfe gebraucht wird“ im Sinne von „überall, wo Hilfe gebraucht wird“ zu verstehen ist. Daraus würde im Laufe der Zeit eine Haltung entstehen, die Projekte entstehen lässt, wie Produkte im Supermarkt, je nach Kundenwunsch.

Regionen der Hilfe von ROKPA Deutschland e. V.

Wir von ROKPA Deutschland gehen da seit einiger Zeit einen anderen Weg und werden uns in der Zukunft mit unserer Förderung hauptsächlich auf eine Region in den tibetischen Gebieten Chinas konzentrieren. Dort wollen wir helfen in verschiedenen Bereichen, wo es nötig ist. Mit Ihrer Hilfe.

Falls Sie aber weiterhin lieber für die Projekte in Nepal oder Simbabwe spenden möchten, können Sie das gerne weiterhin über uns tun. Im Rahmen unserer langjährigen Zusammenarbeit mit ROKPA International in der Schweiz werden wir Ihre Spenden dorthin weiterleiten.

Essen in Tibet

Wichtiger Bestandteil einer jeden Kultur ist das Essen. Daher veröffentlichen wir hier gelegentlich Rezepte, die wir auf unseren Reisen kennen gelernt haben. Traditionelle Gerichte zeugen von der Lebensweise der Menschen und sind stark vom jeweiligen Klima beeinflusst. Die Gerichte, die ich hier vorstelle, stammen aus meiner eigenen Erfahrung von den Mahlzeiten, die ich auf meinen Reisen in die tibetischen Gebiete genossen habe, sowohl bei privaten Einladungen als auch in Restaurants.

Tibetische Mahlzeit

Typische Mahlzeit mit Tsampa, Fleisch, Krümelkäse, Brot.

So wie die Menschen in Deutschland früher, wenn sie unterwegs waren, immer einen Kanten Brot im Sack hatten, haben Tibeter mit Tradition sicherlich immer Tsampa (=geröstetes Gerstenmehl) und womöglich auch tibetischen Käse sowie Butter im Gepäck, manchmal auch getrocknetes Fleisch und Teeblätter. Damit sind sie ausgerüstet für alle Lebenslagen und machen sich zur Not mit gekochtem Tee ihr Frühstück, Mittagessen und Abendbrot, wenn es nichts Anderes gibt.

In der tibetischen Küche Alltagsküche herrschen Mahlzeiten vor, die in einem Topf hergestellt werden können. Es sind Mahlzeiten mit vielen Kohlenhydraten und Fett, also sehr nahrhaft und dafür geeignet, den Organismus zu wärmen und lange satt zu halten in einem rauen Klima auf großer Höhe. Mir scheint, dass viele der Tibeter, obwohl inzwischen sesshaft, doch noch die Tradition einer Art Campingküche weiterführen, wo man in kurzer Zeit mit wenig Ausrüstung und nur einem Topf eine leckere Mahlzeit herstellt.

Jakzunge RezepteSo manches Mal wurden wir überrascht durch etwas archaisch wirkende Teller mit großen Stücken von gekochtem Fleisch mit Knochen, oder oder durch eine ganze gekochte Yakzunge (s. Bild), die man uns als Spezialität auftischte. Drei Mahlzeiten müssen es mindestens sein in der großen Höhe mit der dünnen Luft. Am Morgen wird Tsampa mit Butter und süßem Krümelkäse in eine Teeschale gegeben und festgedrückt. Dann gießt man Tee auf diese Mischung und lässt es etwas abkühlen. Anschließend trinkt man den Tee ab und löst mit der Zunge die obere, jetzt schön vollgesogene Schicht von Tsampamehl mit Butter. Es schmeckt köstlich wie geröstetes Brot mit Butter. Anschließend wird wieder Tee nachgegossen und der gleiche Prozess vollzieht sich immer wieder, bis die Schale fast leer ist. Sehr geschickt werden dann die Tsampareste mit einer Hand zu einem Ballen geformt und in den Mund gesteckt.

Mittags werden Momos oder gekochtes Fleisch, gekochte Kartoffeln und etwas Gemüse gegessen, oft eingetunkt in ein feuriges Chilipulver. Am Abend wird Thukpa gegessen, das ist eine Suppe, hergestellt aus einer Fleischbrühe, in der grünes Gemüse, kleine Fleischstücke und in der Regel selbst gemachte Nudelstückchen schwimmen.

Das wohl bekannteste Gericht der tibetischen Küche sind die mit Fleisch oder anderen Zutaten gefüllten Momos. Je nach Kulturregion haben sie eine andere Form und jede Region ihre speziellen Zutaten. Ich habe bei den vielen Reisen in die tibetischen Gebiete viele Male Momos gegessen und jedes Mal haben sie etwas anders geschmeckt.

Tibetische Kochrezepte

Traditionellen Fleischmomos: „Scha Momo“

Wir veröffentlichen gelegentlich Rezepte, die wir auf unseren Reisen zu Projekten oder mit privaten Gruppen kennen gelernt haben. Die nächste Reise wird voraussichtlich Mitte Juni 2017 starten.

Tibetische MomosZutaten für Fleischmomos

  • Ein Pfund Rinderhack,
  • zwei Pfund Mehl,
  • etwas Salz,
  • etwas geriebener Ingwer und
  • eine kleine gehackte Zwiebel.

Zubereitung

Aus dem Mehl wird mit Wasser ein fester Teig hergestellt, den man ausrollen kann. Dann vermischt man das Hackfleisch mit den gehackten Zwiebeln, dem geriebenen Ingwer und dem Salz.

Tibetische MomosDer Teig wird auf eine Dicke von ca. einem halben Zentimeter ausgerollt. Dann sticht man mit einer Tasse runde Teigscheiben aus. Die werden dann mit ca. einem gehäuften Teelöffel der Hackfleischmasse gefüllt. Die einfachste Variante, die Taschen zu schließen, ist, das Teigstück zur Hälfte umzuklappen und die Ränder miteinander zu verzwirbeln. Anschließend werden die Momos im Dampf gegart. Dazu benötigt man einen Siebeinsatz im Kochtopf, ähnlich wie bei Dampfkochtöpfen. Man füllt Wasser in den Topf und lässt es kochen. Dann hängt man den Siebeinsatz mit den Momos darüber und lässt das Ganze ca. 15 Minuten garen. Dann sind die Momos fertig. Oft wird auch das Hackfleisch zur Hälfte mit geriebenen Möhren gestreckt. Das schmeckt aromatisch und spart Fleisch.

In manchen Landstrichen werden die Momos auch mit einer Füllung aus Kartoffeln hergestellt. In Derong gibt es Momos mit einer süßen Füllung aus geröstetem Gerstenmehl mit Zucker und Butter. Für vegetarische Momos eignen sich entweder die Kartoffelfüllung oder eine Mischung aus gehacktem Tofu oder aus Sojahackfleisch mit den gleichen Gewürzen wie bei den Fleischmomos.

Eine pikante Tunke für die Momos stellt man so her:

Einen halben Bund Koriandergrün ganz fein hacken. Dazu zwei Knoblauchzehen, ebenfalls fein gehackt. Das Ganze wird übergossen mit einer Mischung aus drei Esslöffeln Sesamöl, drei Esslöffeln Sojasoße, zwei Esslöffeln Essig und zwei Esslöffeln Wasser. Das Ganze gut vermischen. Falls es zu salzig ist, mehr Wasser zugeben.

In vielen tibetischen Lokalen finden wir diese Teigtaschen auch frittiert. Dann heißen sie „Scha Phaleb“, d.h. soviel wie Fleischbrot. Doch „Scha Phaleb“ gibt es auch in größerer Form: ein mit Yakfleisch gefüllter Brotfladen, der so satt macht, dass man kaum alles aufessen kann, außer man hat Tage nichts gegessen oder schwer gearbeitet.

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Einmal Tibet und zurück – Reiseangebot 2017

Unterwegs zu Klöstern und anderen ROKPA-Projekten in Qinghai

ROKPA hat in den vergangenen 26 Jahren in vielen Regionen Projekte und Initiativen zur Bewahrung der tibetischen Kultur und Verbesserung der medizinischen Infrastruktur gefördert.

Im Juni 2017 bieten wir Ihnen eine privat organisierte Reise zu Orten in der tibetisch besiedelten Region Qinghai an, wo wir Klöster besuchen und Projekte, die ROKPA gefördert hat. Die Reise ist gedacht für ROKPA-Spender und andere Interessierte, die einen näheren Bezug zu Land und Leuten in Tibet möchten.

Sämtliche Überschüsse aus den Einnahmen werden für ein Projekt zur Bewahrung der  tibetischen Kultur verwendet.

Programm

Wir fliegen zuerst von Frankfurt aus nach Chengdu, der Hauptstadt Sichuans, von wo wir nach zwei Tagen Anpassung an die Zeitverschiebung und einer Erkundung des tibetischen Viertels weiterfliegen nach Yushu auf 3.600 Metern Höhe. Die Stadt Yushu wurde im April 2010 bei einem Erdbeben fast vollständig zerstört. Heute ist sie wieder aufgebaut. Von Yushu aus werden wir die Klöster Damkar und Thrangu, sowie den Pilgerort Namkha Namse besuchen.

Weiterhin ist ein zweitägiger Ausflug in das Nomadengebiet um Zatu geplant, wo wir Chunga Lhamos Aktivitäten in ihrer Ambulanz erleben.

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Einmal Tibet und zurück – 2015

Danach ist die nächste Station das Reise  Städtchen Shonda im Bezirk Nangchen.
Hier stehen die Besuche einer Plantage für tibetische Heilpflanzen, einer medizinischen Einrichtung und zweier Klöster auf dem Besuchsprogramm. Zwischendurch wird es Zeit für einen Tag der Ruhe (eventuell mit Heilanwendungen in einer tibetischen Kurklinik) geben.

Ebenfalls ein Tagesausflug wird uns ins nahegelegene Choptrak führen, wo wir die Waisenschule von Khenpo Damchö Dawa besuchen, der manchen vielleicht von seinen Kursen in Samye Ling  bekannt ist. Zwischendurch wird es Picknicks geben und Begegnungen mit Freunden von Akong Rinpoche und ROKPA.

Anschließend Rückreise nach Chengdu über Yushu und Heimflug von Chengdu nach Frankfurt.

  • Voraussichtliches Reisedatum: 10. – 24. Juni 2017
  • Anzahl Teilnehmer: mindestens 6, maximal 1

Bei Interesse bitte nähere Unterlagen anfordern. Anmeldeschluss ist der 31. Januar 2017

 

Gesundheitsversorgung Chamdo Header

Karma Drakpa, Arzt in Chamdo

„ROKPA hat mir geholfen – jetzt ist es meine Pflicht, etwas für andere zu tun“ sagt Karma Drakpa, 34, der durch ROKPA die Chance hatte, Arzt für tibetische Heilkunde zu werden. Er hat neun Geschwister, stammt aus einer Bauernfamilie in Chamdo, Autonome Region Tibet. Die Chancen von ROKPA hat er gut genutzt. Heute arbeitet er als Arzt im tibetischen Krankenhaus in Chamdo.

Mit seinem Einkommen kann er nicht nur seine Frau und Tochter ernähren, sondern auch seine Eltern unterstützen. „Aber das ist nicht genug. Ich finde, ich muss etwas zurückgeben von dem, was ich durch ROKPA und Akong Rinpoche bekommen habe.“ Deshalb organisiert Karma Drakpa mit seinem Kollegen Tsegyal in seiner Freizeit Kampagnen für AIDS-Aufklärung und AIDS-Prävention.

„Speziell die Menschen auf dem Land haben keine Ahnung davon, wie die Krankheit übertragen wird. Ein großes Problem ist natürlich, dass über solche Dinge in unserer Kultur nicht gesprochen wird. Es ist ein Tabu-Thema.“

Krankenversorgung Chamdo

Damit sie möglichst viele Menschen erreichen, gehen die beiden Ärzte mit Flugblättern dorthin, wo sie viele Menschen treffen: auf Festlichkeiten, zu großen Veranstaltungen in Klöstern und Pilgerorten. Die Flugblätter sind auch für Menschen verständlich, die nicht lesen und schreiben können und sie erklären genau, wie sich der HIV-Erreger verbreitet und wie man sich am besten vor ihm schützen kann. Sie verteilen ihre Informationen, geben Beratung, Auskunft und praktische Hinweise.

„Ich hoffe, wir können so verhindern, dass sich noch mehr Menschen anstecken. Hier im ländlichen Raum ist die medizinische Versorgung nicht zum Besten. Wer sich hier mit AIDS infiziert, hat kaum eine Chance auf langes Überleben.“

Zusätzlich zur AIDS-Aufklärung bieten Karma Drakpa und Tsegyal kostenfreie ärztliche Untersuchung und kostenlose Medikamente für Bedürftige in und um das auf über 4.500 Metern gelegene Kloster Dolma Lhakang an.

„Die Menschen dort haben extreme Probleme durch das raue Klima. Chronische Krankheiten wie Gicht, Rheuma, Nierenleiden, Herzkrankheiten und Bluthochdruck sind an der Tagesordnung.  Doch viele können sich auch die relativ preiswerten und doch wirksamen, aus Kräutern und Mineralien bestehenden Medikament der tibetischen Heilkunde nicht leisten.“

Da ROKPA die beiden Ärzte bei ihrer Freiwilligenarbeit unterstützt, können sie Medikamente einkaufen und kostenlos an die Patienten abgeben. Mit Ihrer Spende für medizinische Hilfe können wir Projekte wie das von Karma Drakpa unterstützen! Danke!

 

Dolma Lhakang Header

Reiseangebot: Auf den Spuren von Dr. Akong Tulku Rinpoche in Tibet

„Auf den Spuren von Dr. Akong Tulku Rinpoche in Tibet“ ist der Arbeitstitel für eine zweiwöchige Reise zu Projekten von ROKPA in Yunnan.

Wir akklimatisieren uns im schönen Lijiang, um von dort aus in die höher gelegenen Gebiete nach Shangrila und Dechen zum Berg Kawa Karpo aufzubrechen. Wir werden mit öffentlichen Bussen und gecharterten Minibussen reisen. Wir werden die Schulen von Anyong besuchen darüber hinaus aber auch eine Nonnen- und eine  Mönchsuniversität und die Schule für Nomadenkinder von Panze Rakpa.

Die Reise ist für November 2016 geplant. Maximale Teilnehmerzahl sind 12 Personen.

Einzelheiten erfahren Interessenten auf Anfrage .
Verbindlicher Anmeldeschluss für die Reise ist der 31.7.2016

Impressionen von der Reise 2015.

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Gruppenbild vor Guru Rinpoche

Thangka-Maler Tibet Header

Ein Beruf mit Zukunft für junge Tibeter: Thangka Maler

Dass hier sowohl bei der Arbeit als auch insgesamt peinliche Sorgfalt herrscht, sieht man sofort, wenn man den Raum betritt. Die Schuhe sind fein säuberlich am Eingang abgestellt, der Teppich  ist absolut sauber und es herrscht eine strenge Ordnung. Auch hier erweist sich Anyong, Gründer der Wohlfahrtschule von Dechen als Vordenker. Ihm liegt vor allem eines am Herzen: die Ausbildung von Kindern, deren Eltern es schwer haben, die ihren Kindern eine Ausbildung kaum ermöglichen können. Und so hat er für talentierte Jugendliche, die nicht so sehr am  akademischen Fortschritt interessiert sind, eine Schule für Thangka-Maler gegründet.

Thangkas sind die traditionellen Rollbilder im tibetischen Buddhismus, auf denen verschiedene Gottheiten oder Mandalas dargestellt sind. Die Thangka-Malerei ist eine Kunst, die sehr viel Geduld, Hingabe, Konzentration und vor allem eine ruhige Hand erfordert. Anyong ist es sogar gelungen, für seine Schule einen Thangka-Meister zu finden, der in Lhasa den höchsten Ruf genießt und der Maltradition der Karma Gadri Schule folgt, die wiederum als die beste unter den vertretenen Richtungen gilt.

Zehn Jahre dauert die Ausbildung. Während der ersten drei Jahre machen die Schüler nichts Anderes als Zeichnen. Erst dann dürfen sie an den eigentlichen Thangkas beginnen. Eine Thangka ist nach strengen Richtlinien aufgebaut und nichts wird dem Zufall überlassen. Zur Ausbildung gehört selbstverständlich auch, dass die Lehrlinge lernen, wie man Farben herstellt und mischt. Die Farben entstehen aus den in verschiedenen Steinen enthaltenen Mineralien, die im Mörser zu kleinsten Teilchen zerstoßen werden. Wir sind fasziniert von der Ruhe und Geduld, mit der die sieben Jungs (einer ist krank bei seiner Familie) bei der Arbeit sind.

Eng nebeneinander sitzen sie und zeichnen. Der eine zeichnet nur Münder, der andere Ohren, ein Dritter Hände und so weiter. Morgens um sechs Uhr beginnt ihr Tagewerk und sie sitzen hier den ganzen Tag. Beim Kochen wechseln sie sich ab, eine kleine Kochstelle und einen Kühlschrank sehen wir im Nebenraum stehen, wo auch die Matratzen und Bettdecken aufeinandergestapelt liegen. Denn die beiden Räume sind gleichzeitig auch das Schlafzimmer der Jungs. Der Meister ist nicht immer hier, dafür sein Meisterschüler, der die Jungs betreut und ihnen bei ihren Aufgaben hilft.

Gute Thangka-Maler sind gesuchte Leute sind und wir freuen uns, dass die jungen Männer eine gute Perspektive für die Zukunft haben. Sie arbeiten bei der Restaurierung von alten Klostermalereien, wirken bei neuen Gedenkstätten und Klöstern mit oder stellen Bilder für den Verkauf an Privatleute her. Doch noch sind wir nicht soweit. Vor drei Jahren erst haben die Jungs begonnen und sie haben noch einen weiten Weg vor sich. Diese Schule ist ein Beispiel dafür, wie man mit relativ wenig finanziellem Einsatz viel erreichen kann. Dann, wenn sich Einer für Andere einsetzt. Deshalb unterstützen wir die Thangka-Malschule von Anyong.

Mit Ihrer Spende für Ausbildung in Tibet sind Sie dabei! Danke!

ROKPA AIDS-Aufklärung in Tibet Header

AIDS-Aufklärung in Dorfgebieten um Chamdo

Karma Drakpa, 34, konnte mit finanzieller Unterstützung von ROKPA seine Auslbildung zum Arzt abschließen. Jetzt arbeitet an einer Klinik in Quamdo, einer Stadt mit ca. 570.000 Einwohnern im Osten der Autonomen Region Tibet.

„Bei meiner Tätigkeit komme ich immer wieder in die Dorfgebiete, weil wir dort Kinder impfen und bin erschreckt darüber, wie stark sich AIDS bei uns ausbreitet. Die Menschen haben keine Ahnung, wie die Krankheit entsteht. Es ist dort nach wie vor tabu, über Sex zu sprechen und viele junge Menschen werden krank. Einfach aus Unwissenheit. Dagegen will ich etwas tun. ROKPA hat mich unterstützt und nun will ich in meiner Freizeit auch etwas für andere Menschen tun.“

Und so macht sich Karma Drakpa an den Wochenenden in seiner Freizeit mit seinem Kollegen Tsegyal auf in die Dörfer zu großen Festen und Feierlichkeiten, egal welcher Art. Hauptsache, viele Menschen kommen zusammen. Dort verteilen Sie anschauliche Flugblätter, um besonders den jüngeren Menschen klar zu machen, wie sie die schreckliche Krankheit verhindern können.

Da sie auch in ihrer Eigenschaft als Ärzte dort immer wieder auf Menschen mit allen möglichen Gebrechen und Problemen stoßen, bieten die beiden inzwischen auch kostenlose Untersuchungen und Medikamente an, denn viele Tibeter haben kein Geld, um einen Arzt oder Medikamente zu bezahlen. Karma Drakpa und Tsegyal geben ihre Zeit. Doch für die Medikamente und den Druck des Infomaterials brauchen Sie finanzielle Unterstützung.

ROKPA kann dieses Projekt unterstützen, wenn Sie ROKPA mit Spenden unterstützen!

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Einmal Tibet und zurück…

Einmal Tibet und zurück… nannte sich die privat organisierte Reise zu einem kleinen Teil der Projekte von ROKPA in Sichuan. Zwölf Mutige fanden sich zusammen, um mit Barbara Pfeiffer von Frankfurt nach Chengdu und von dort aus auf den Weg zu ROKPA-Projekten in Kanze zu machen. Die Devise war, möglichst authentisch zu reisen, deshalb verzichteten wir darauf, Autos zu mieten, sondern waren mit öffentlichen Bussen unterwegs soweit es möglich war.

Die erste Etappe ging von Chengdu aus nach Dartsendo oder auch Kangding genannt. Dieser Ort auf 2.600 Metern Höhe war schon von je her ein Grenzort zwischen den chinesischen und den tibetischen Gebieten. Auf dieser Höhe mussten wir uns zwei Tage akklimatisieren, bis es weiter ging nach Kanze auf 3.600 Metern Höhe.

Hier konnten wir in der Region Kanze über ein paar Tage mehrere von ROKPA initiierte und unterstützte Projekte besuchen, die beispielhaft sind für die verschiedenen Bereiche, in denen ROKPA tätig ist: Ausbildung, medizinische Hilfe und Erhaltung der Kultur.

Überall wurden wir als Freunde des Gründers von ROKPA, Dr. Akong Tuku Rinpoche wohl aufgenommen. Wir wanderten von unserem Hotel aus zur Mädchenschule von Kanze, wo uns die Schulleiterin Tamdin Dolma beibrachte, wie man Tsampa isst. Später ging es weiter zum Lhamdrak Nonnenkloster auf dem Berg, wo wir uns davon überzeugen konnten, dass auch tibetische Nonnen täglich lernen und studieren.

In der Arztpraxis in Kanze, die vom Nonnenkloster betrieben wird, konnten wir und von der dort wirkenden Ärztin den Puls fühlen und tibetische Kräutermedikamente verschreiben lassen.
Ein besonderer Ausflug galt dem Geburtsort des ersten Karmapa (* s. u.) Dusum Tschenpa, der vor ca. 900 Jahren geboren wurde und dessen Familie seither den Ort bewahrt hat. Dank der Unterstützung von ROKPA konnte in den vergangenen Jahren ein kleines Gedenkmuseum mit Original-Gegenständen des ersten Karmapa gebaut werden.

Nach einem Ausflug zum Kloster Yachen, wo 10.000 Mönche und Nonnen studieren, ging es zurück nach Chengdu, wo wir kurz vor unserer Abreise noch den Abt des Klosters Dolma Lhakang in Chamdo kennenlernen konnten.

Es war eine aufregende und erfreuliche Reise, bei der sich die Teilnehmer ein Bild von den ROKPA-Projekten in den tibetischen Gebieten machen konnten.

*Karmapa ist der Name des Oberhauptes einer der vier Haupttraditionen im tibetischen Buddhismus. Karmapa Dusum Tschenpa war der erste in dieser Traditionslinie. Zur Zeit lebt der 17. Karmapa Orgyan Trinle in Indien.