Jahresrückblick 2018

Liebe Freundinnen und Freunde von ROKPA,

dieses Jahr im Juli bin ich mit einer Gruppe von sieben Personen auf den Spuren von Akong Rinpoche, dem Gründer von ROKPA, durch Teile der chinesischen Provinzen Yunnan und Sichuan gereist. (Details und Reiseberichte werden in den nächsten Wochen hier veröffentlicht.) Diese Provinzen haben gemeinsam, dass sie zu der tibetischen Kulturregion Kham gehören, dem Hauptgebiet für die Projekte von ROKPA, die durch Akong Rinpoche, dem Gründer von ROKPA initiiert wurden. Eines hatten die Projekte immer gemeinsam: sie waren von den Menschen vor Ort gewünscht und lagen ihnen am Herzen.

ROKPA-Reise nach TibetEin wichtiges Anliegen von ROKPA war es, Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen, ihnen eine Chance im Berufsleben zu geben, aber gleichzeitig ihre kulturelle Identität zu stärken.

Die allermeisten dieser Projekte sind in der Zwischenzeit ausgelaufen. Aus unterschiedlichen Gründen. Ein wichtiger und für die Reisegruppe deutlich sichtbarer Grund ist der große wirtschaftliche Fortschritt in diesen Regionen. Durch den Bau von Straßen auch in die größeren Orte wurde eine verbesserte Infrastruktur geschaffen. Zur Zeit ist die Bauwirtschaft wie in vielen Ländern der Welt sehr aktiv. Das bedeutet Arbeit für viele Menschen auf dem Bau, wo sie als auch als ungelernte Arbeiter gutes Geld verdienen können und mit ihrem Einkommen auch ihre Kinder unterstützen können, die, um zur Universität zugelassen zu werden, ab dem 10. Schuljahr Schulgebühren, Essen und Unterkunft bezahlen müssen, weil die staatliche Förderung nur bis zum Ende der neunten Klasse gilt.

In diesem Sektor besteht also nicht mehr so viel Unterstützungsbedarf, auch wenn wir immer wieder mit Härtefällen konfrontiert werden, wo Schüler ihre Ausbildung abbrechen müssen, weil die Eltern krank geworden waren.

Andere Menschen in der tibetischen Gesellschaft bedürfen nach wie vor der Unterstützung. Hirtenfamilien, die wie ihre Vorväter in den Nomadenregionen leben, haben ein sehr geringes Einkommen und kommen oft in Not, wenn Familienmitglieder krank werden oder wenn extreme Wetterbedingungen ihren Herden schaden. Doch sie schützen mit ihrer Arbeit nicht nur ihr kulturelles Erbe, sondern auch die Umwelt. Eine andere Gruppe sind Nonnen und Mönche, die in klösterlichen Einrichtungen studieren und praktizieren und einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der tibetischen Sprach leisten. Beide Gruppen verdienen großen Respekt und brauchen unsere Unterstützung. Von einigen dieser Menschen ist hier im Heft die Rede.

ROKPA International hat die Arbeit in den tibetischen Gebieten eingestellt. ROKPA Deutschland will, wie der Name „ROKPA“= „Freund, Helfer“ in kleinem Rahmen auf möglichst unbürokratische Weise weitermachen. Das geht nur mit Ihrer Hilfe!

Mit den besten Wünschen für Sie und Ihre Lieben zu Weihnachten und fürs kommende Jahr!

Ihre

Barbara Pfeiffer

Dank und Grüße zu Weihnachten und Jahreswechsel

Liebe Freundinnen und Freunde von ROKPA,

nun sind schon wieder die meisten Monate dieses Jahres vergangen. Und man kann durchaus sagen, dass es ein turbulentes Jahr war, auf das wir zurückblicken. Nicht nur in gesellschaftlicher
und politischer Hinsicht, nicht nur das Wetter hat uns zu schaffen gemacht, sondern so manche und mancher unter uns hat auch persönlich mit familiären, gesundheitlichen und beruflichen Problemen gekämpft.

Immer wieder verfallen wir der Idee, dass die Welt erst perfekt ist, wenn das Wetter so mitmacht, wie wir das wünschen, wenn wir alle gesund sind und beruflichen Erfolg haben. Sicherlich ist das alles nett, aber im Laufe eines Lebens wird man irgendwann akzeptieren müssen, dass es immer wieder bergab und dann auch wieder bergauf gehen kann mit unserem vermeintlichen Glück oder Unglück.

Panorama Tibet

Durch die Reisen in die tibetischen Gebiete und den Kontakt mit vielen Menschen dort, habe ich diejenigen besonders schätzen gelernt, die, auch wenn sie mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, den Mut nicht verlieren, den Kopf nicht in den Sand stecken und fröhlich bleiben. Die mit großer Hingabe sich um Patienten kümmern, ihre kranken und alten  Verwandten pflegen und kein großes Aufhebens darum machen. Und häufig leben sie in einer häuslichen Umgebung, die wir selbst beim Abenteuerurlaub oder beim Camping nicht haben
wollten.

Deshalb möchte ich Sie heute aufs Neue bitten, uns dabei zu unterstützen, den Menschen zu helfen, die Unterstützung brauchen, um anderen zu helfen oder für andere da zu sein: als Arzt, als Seelsorger, als Lehrer, als Träger einer Kultur, die sich Gelassenheit, Mitgefühl und Streben nach Weisheit zum Ziel gesetzt hat.

Barbara Pfeiffer 2017Insbesondere jetzt in den beginnenden weihnachtlichen Tagen, wo wir schenken möchten, ist statt übergroßen Geschenken vielleicht auch eine Spende eine gute Idee.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben ein wunderbares Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr

Ihre Barbara Pfeiffer

ROKPA Tibet 2016

Dank und Grüße zum Jahreswechsel

Liebe FreundInnen von ROKPA,

wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Die Zeit scheint schneller und schneller zu vergehen und die Welt turbulenter zu werden. Erst kürzlich sagte mir ein Freund, dass er endlich erkannt habe, dass nicht immer alles immer besser würde in der Welt, sondern dass die Welt, wenn man die  Geschichte betrachte, in Zyklen funktioniere.

Das  mag richtig sein. Auch wenn viele von uns in die Jahre des Wirtschaftswunders hineingeboren wurden oder in den späteren Zeiten, wo sich die gesellschaftliche Entwicklung meist noch zum Besseren hin bewegte, so ist doch zu erkennen, dass das in der näheren Zukunft nicht so bleiben wird. Hinzu kommt, dass sich unser Blick durch die Globalisierung ausgeweitet  hat, wir nicht mehr nur auf den eigenen Teller blicken, auf die eigene Umgebung und uns die  Gesellschaften der ganzen Welt näher gerückt sind.

Doch noch immer gelten Werte, die es zu vertreten und auch zu verteidigen gilt. ROKPA  Deutschland e.V. ist 30 Jahre alt geworden, hat einige Entwicklungen und Veränderungen hinter sich gebracht und ist dennoch stabil geblieben. Nicht zuletzt dank Ihnen, die uns über Jahre oder sogar Jahrzehnte treu geblieben sind, die uns Ihr Vertrauen geschenkt haben und unsere  Arbeit mit Spenden unterstützen.

Dafür möchte ich Ihnen noch einmal von ganzem Herzen danken.

In den nächsten Tagen und Wochen möchten wir Ihnen, so wie sonst auch, von unserer Arbeit bzw. von den Menschen berichten, die wir bei ihrer Arbeit unterstützen mithilfe Ihrer Spenden.

Als kleinen Dank und zum dreißigjährigen Jubiläum werden außerdem, als  ein kleiner Einblick in die  heutige tibetische und auch traditionelle Küche, Rezepten zum Nachkochen veröffentlicht, die speziell geeignet für kalte Wintertage geeignet sind.

Barbara Pfeiffer ROKPA Deutschland e. V. 2016Für die kommenden Feiertage wünschen ich Ihnen Ruhe und Besinnlichkeit und fürs neue Jahr alles Gute

Ihre

Barbara Pfeiffer

Samye Ling Losar 2011

Weihnachten 2015

Am 8. Oktober hat sich zum ersten Mal der Tag gejährt, an dem der Präsident und Vordenker von ROKPA, Dr. Akong Tulku Rinpoche mit seinem Neffen und seinem Assistenten auf schreckliche  Weise ums Leben kam.

Dieser Tag wurde an vielen Orten mit Gedenkfeiern und Gebeten begangen. In Akong Rinpoches  Stammkloster Dolma Lhakang in Chamdo, Tibet strömten die Menschen aus allen Richtungen herbei, um den Gebeten der 300 Mönche und Nonnen im Gedenken beizuwohnen. An einem anderen Ort, wo viele junge Ärzte leben, die ROKPA ausgebildet hat, versammelten sich diese und zündeten unzählige Butterlampen im Gedenken an. In Samye Ling in Schottland, dem buddhistischen Zentrum, das Akong Rinpoche in den 1960er Jahren mit Trungpa Rinpoche  gründete, versammelten sich ebenfalls eine große Gemeinde von Nonnen, Mönchen und Schülern von Akong Rinpoche, um gemeinsam seiner zu gedenken.

In Facebook und im chinesischen WeChat konnte man eine Woche lang Fotos, Gedichte und Nachrufe von Akong Rinpoche lesen.

Es ist eine Seltenheit, eine Kostbarkeit, einen Menschen wie Dr. Akong Rinpoche gekannt und an seinem Lebenswerk teil zu haben. Menschen zu helfen, die eine Ausbildung brauchen, Menschen zu helfen, die krank waren und Menschen zu helfen, ihre Kultur zu bewahren, insbesondere in Tibet. Das war sein Wunsch und Ziel. Wie anders können wir das Andenken an einen großen  Menschen wie ihn würdig bewahren, als an diesen Zielen festzuhalten?

Ich hoffe, dass Sie im neuen Jahr wieder die Inspiration bekommen, unsere Projekte zu unterstützen und wünsche Ihnen gemütliche Wintertage, ein fröhliches Weihnachtsfest und alles Gute für das Jahr 2015!

Barbara PfeifferIhre

Barbara Pfeiffer

Weihnachten 2012

Liebe Freunde,

die Adventszeit hat begonnen, die Straßen sind mit Lämpchen geschmückt, Weihnachtsbäume erstrahlen und es wird schon früh dunkel. In den Supermärkten finden wir schon seit September  Lebkuchen, Dominosteine und Weihnachtsstollen und die Kaufhäuser suggerieren uns, was wir  alles kaufen sollen, um unsere Lieben zu erfreuen. Auf den Straßen ist ein emsiges Treiben, die Menschen sind vollgepackt mit Tüten und Taschen.

Haben Sie sich einmal vorgestellt, wie sich ein Bettler fühlt, der neben einem großen Kaufhaus sitzt mit seinem Plastikbecher, in den einzelne Münzen fallen? Wie er oder sie die Menschen  ansieht, die da, elegant und warm gekleidet, in dieses Kaufhaus gehen und Süßigkeiten,  Weihnachtsgeschenke und neue Kleidung kaufen, während er oder sie, sich freut, am Abend  genug Geld zusammen zu haben, damit das Notwendigste gekauft werden kann?

In diesem Jahr wurde viel über die ungleiche Verteilung von Vermögen in Deutschland gesprochen. Es ist unbestreitbar, dass einige wenige das meiste Vermögen im Land besitzen, während immer mehr Leute nicht mehr nur von einem Job leben können. Doch noch immer  geht es vielen von uns sehr gut, auch wenn wir merken, dass vieles teurer geworden ist, wir uns  manches vielleicht nicht mehr oder nicht mehr so oft leisten können. Selbst den Gürtel müssen wir nicht enger schnallen, lediglich vielleicht die Ansprüche, die wir haben, etwas  zurückschrauben. Und wenn wir die Situation der Menschen hier vergleichen mit der der  meisten Menschen in Asien und Afrika, dann dürfen wir uns glücklich schätzen.

Es ist immer gut, den Blick in die Ferne zu richten statt im eigenen Dunstkreis zu verharren. Wenn wir mehr Geld  für Strom, der ökologisch erzeugt wurde ausgeben müssen, wenn wir uns keine teuren  Hotelurlaube mehr leisten können, ist das noch keine existenzielle Bedrohung. Gutes nahrhaftes Essen, eine Dach über dem Kopf und eine Ausbildung sollte jedem zustehen. In unserem Land ist das eine Selbstverständlichkeit und doch ist es ein Privileg, das viele nicht zu schätzen wissen,  weil es so selbstverständlich geworden ist. Ich finde, dass wir die Wertschätzung für die wirklich  wichtigen Dinge im Leben manchmal aus den Augen verloren haben. Wir sind etwas maßlos geworden in unseren Ansprüchen.

Deshalb bitte ich Sie: denken Sie bei Ihren Einkäufen und Vorbereitungen für Weihnachten und auch beim Essen vor und an Weihnachten an das richtige Maß: dann müssen Sie den Gürtel  nicht weiter schnallen, müssen keine Diät machen, haben weniger Probleme mit der Entsorgung von Müll und am Ende bleibt noch Geld übrig für die, die an unserer Welt nicht teilhaben können. Für die, die es dringend brauchen: entweder für eine warme Mahlzeit, die sie vor Krankheit schützt oder für ihre Ausbildung, die ihnen eine bessere Zukunft ermöglicht.

Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung im Jahr 2012 und hoffe, dass Sie uns treu bleiben! Mit den besten Wünschen für ein frohes Weihnachtsfest und das neue Jahr,

Barbara PfeifferIhre

Barbara Pfeiffer

Radolfzell im November 2012