Bilanz der Gassenküche in Kathmandu 2016/2017

Die ROKPA- Gassenküche im nepalesischen Kathmandu ist im Winter seit über zwei Jahrzehnten ein Magnet für viele, die kaum wissen, wie sie über die Runden kommen sollen.

Margrit Stahel war von Anfang an als freiwillige Helferin mit dabei, ebenso wie Annemie. Sie erinnern sich daran, wie sie damals immer wieder aufs Neue aus einer Schutthalde einen Platz hergerichtet haben, wo die hungrigen Gassenküchengäste zweimal täglich ihr Essen bekamen?

Inzwischen leitet Margrit aus dem Schweizer Schaffhausen die Organisation der Gassenküche und informiert darüber, was sich seit damals verändert hat. Es gibt inzwischen auf dem Gelände, das ganzjährig gemietet wurde, drei kleine, mit Wellblech bedeckte Häuschen.

Gassenküche Nepal

Vorbereitungen für ein schmackhaftes Mittagessen

In einem werden Patienten, die zur Gassenküche kommen, medizinisch versorgt. Ein anderes Häuschen dient der Ausgabe von Kleidern und das dritte ist Wohnung für die beiden nepalesischen Köche während der drei Monate,  in denen die Gassenküche aktiv ist. „Die durchgefrorenen Gäste erhalten morgens einen heißen Milchtee und ein frisches, süßes Brötchen. Mittags nehmen die Gäste der ROKPA-Gassenküche ihre Mahlzeiten aus sauberen Metallschüsseln und sitzend auf Bambusstangen ein. Es gibt täglich das Nationalgericht,
bestehend aus Reis, Linsen und einem Curry mit Kartoffeln und dem jeweiligen Tagesgemüse
wie Blumenkohl, Spinat, Rettich oder Kohl.“

Die Gassenküche in Zahlen

  • Anzahl der ausgegebenen Mahlzeiten pro Tag: 600
  • Kosten pro Tag: 167 €
  • Lebensmittelverbrauch im ganzen Winter:
    4.410 kg Reis, 510 kg Dal, 2.310 kg Gemüse, 2.310 kg Kartoffeln, 63 kg Tee, 575 kg
    Zucker, 13.790 Stück Brötchen

Medizinische Ambulanz

  • Anzahl der Behandlungen im ganzen Winter: 800
  • Kosten für 10 Behandlungen 66 €

 

Aktuelle Daten und Fakten von den ROKPA-Projekten in Nepal

Hier ein Bericht über den Stand der Dinge, seit dem Erbeben in Nepal 2015. Z. T. wurden die Bilder per Smartphone-App übermittelt und stehen daher nur in geringer Größe zur Verfügung.

Schule wurde wieder aufgebaut

In einem kleinen Ort namens Dhanmale, 10 Busstunden von Kathmandu war im Erdbeben die Schule kollabiert. ROKPA hat diese Schule wieder aufgebaut.  Einweihung war am 12. April. Nun können 260 Kinder endlich wieder in die Schule gehen.

Gassenküche

Rokpa Suppenküche in NepalWegen des Erdbebens wurde die letztjährige Gassenküche bereits Anfang November geöffnet. Insgesamt wurden diese Mengen an Lebensmitteln von acht bis zwölf Helfern, die gleichzeitig vor Ort waren, ausgegeben. Insgesamt gab es neunzehn Freiwillige, zwei Köche und fünf zusätzliche Nepali als Helfer.

Die Bilanz bisher:

  • Rokpa Gassenküche in NepalReis 8.790 kg
  • Kartoffeln 4.575 kg
  • Gemüse 4.575 kg
  • Linsen 956 kg
  • Tee 78 kg
  • Zucke 725 kg
  • Brötchen 20.330 St.
  • Holz 10,7 Tonnen

 

Frauenwerkstatt

Rokpa-Projekt Frauenwerkstatt in NepalEs sind momentan 10 Frauen im Alter von 20 bis 45. Die Frauen haben zusammengezählt 23 Kinder, die sie mit ihrem Einkommen in der Werkstatt ernähren können. Die Kinder gehen zur Schule, wenn sie alt genug sind und bekommen eine Ausbildung. So entgehen sie dem Teufelskreis, in dem ihre Mütter waren.

Kinderhaus

Rokpa-Projekt Kinderhaus in Nepal58 Kinder und Jugendliche leben derzeit im ROKPA Kinderhaus in Bodhnath bei Kathmandu. Die Altersspanne geht von 5 bis 27 Jahren, wobei die überwiegende Mehrheit zwischen 8- und 16-jährig ist. Jedes der Kinder hat eine traurige Geschichte hinter sich. Die Kinder und Jugendlichen kümmern sich rührend umeinander. Immer wenn ein Kind neu aufgenommen wird, bekommt es ein älteres Kind als Betreuer. Ein Prinzip, das der ROKPA-Gründer Akong Rinpoche eingeführt hat und das hervorragend funktioniert. Die Älteren kümmern sich um die Jüngeren. Darüber hinaus kümmern sich die Hausmutter, eine Betreuerin für die ganz Kleinen und natürlich auch Bijay, der Gesamtmanager, um die Belange der Kinder.

Gästehaus und Restaurant

Rokpa-Projekt Gästehaus in NepalHier arbeiten ehemalige Kinder aus dem Kinderhaus und bieten den Gästen einen angenehmen  Aufenthalt mit wunderbarem Erfolg: sowohl bei Trip-Advisor als auch Booking.com bekamen sie die besten Bewertungen.

Aus Betreuten wurden Mitarbeiter

Von den ehemaligen ROKPA-Kindern sind nun 10 als  Angestellte in den ROKPA-Projekten tätig: Bijay (General Manager ROKPA Nepal), Hemraj (Gästehaus-Manager), Sagar (Projekt-Manager ROKPA Nepal), Krishna Hari (Organisation Frauenwerkstatt), Sharmila, Kelsang, Reema, Puja, Prakash und Sujan als Angestellte mit  verschiedenen Aufgaben im Gästehaus und Kinderhaus).

header-nepal-2015

Herzlichen Dank an alle Spender! 36.410 € für die Erdbebenopfer in NEPAL!

Zwischen April und September 2015 sind bei ROKPA Deutschland für die Hilfe in Nepal 36.410 €  zusammengekommen.

Die Arbeit von ROKPA ist langfristig ausgerichtet. Nothilfe in Katastrophenfällen gehört nicht zu unseren Kernkompetenzen. Im Falle des Erdbebens in Nepal war es aber naheliegend, dass ROKPA als lokal verankerte Organisation mit Präsenz vor Ort nicht untätig zuschaut, sondern rasch und unbürokratisch Hilfe leistet. Die Einsätze waren nicht immer einfach, manchmal sogar gefährlich für die ROKPA-Gemeinschaft und die Freiwilligen vor Ort.

Das wurde geleistet:

  • Mobile ROKPA Einsatzteams leisteten im Mai nach den zwei Beben Nothilfe in abgelegenen Dörfern, wo bis dahin keine Hilfsorganisation gekommen war. Ziel der Einsatzteams waren neun Dörfer mit Insgesamt 800 Haushalten.
  • Verteilt wurden: 5,5 Tonnen Reis,( der zum Teil aus schon vorgekochten Flocken bestand, weil die Kochmöglichkeiten stark eingeschränkt waren), 210 kg Linsen, 265 Kg Salz und 90 Liter Speiseöl, 166 166 Zeltplanen, die je nach Bedarf als mobiles Zelt zum Schutz einer ganzen Familie, für deren Tiere oder der Ernte vor dem Monsunregen dienen sollen.
  • Notärztlich versorgt wurden ca. 150 Patienten mit Verletzungen durch herunterfallende Gegenstände je nach Schwere ihrer Verletzung in das nächstgelegene Krankenhaus überführt.
  • Repariert wurden die Schäden am ROKPA-Kinderhaus, sodass die Kinder wieder sicher untergebracht sind.

Doch es geht weiter:

  • Die ROKPA Gassenküche für Bettler und Obdachlose in Kathmandu beginnt in diesem Jahr schon im November. Wir richten uns darauf ein, noch mehr warme Mahlzeiten zweimal täglich auszugeben, weil so viele Menschen alles verloren haben.
  • ROKPA finanziert im Bezirk Sindhupalchok außerhalb von Kathmandu den Wiederaufbau einer Schule. Vor dem Beben gab es dort acht Klassen mit 200 Kindern. Der Bau soll möglichst schnell vorangetrieben werden, damit die Kinder wieder in die Schule gehen können.
  • ROKPA beteiligt sich am Wiederaufbau einer Werkstatt für bedürftige Frauen.
  • ROKPA repariert das Kinderhaus und baut Unterkünfte für die ROKPA-Näherinnen.
ROKPA Nepal Taskforce

Von der akuten Nothilfe zum langfristigen Wiederaufbau in Nepal

Wiederaufbau in Nepal

Baumaterial für neue Notunterkünfte.

Das ROKPA Einsatzteam war in den letzten drei Wochen  mehrmals unterwegs, um Hilfsgüter in abgelegene Dörfer zu bringen. Rund 150 Menschen sind dabei medizinisch versorgt worden, mehr als 6 Tonnen Lebensmittel, 70 Zelte und knapp 170 Zeltplanen wurden in knapp 800 Haushalten verteilt. Viele Menschen haben mittlerweile in irgendeiner Form Hilfe erhalten. Da ROKPA nicht auf diese Art Notfalleinsätze spezialisiert ist, werden die Aktivitäten nun auf die längerfristige Hilfe im Wiederaufbau ausgerichtet.

Weitere Details und Beiträge finden Sie derzeit auf der Startseite von ww.rokpa.org unter dem Punkt *Erdbeben Nepal*.

ROKPA Nepal Taskforce

ROKPA arbeitet seit 25 Jahren in Nepal – Was geschieht nach dem Erdbeben?

In den vergangenen 25 Jahren haben unzählige Obdachlose und Bettler in in der Gassenküche von ROKPA warmes Essen bekommen. Sie wurden medizinisch versorgt und mit gebrauchter Kleidung ausgestattet.

ROKPA Kinderhaus NepalDurch unermüdlichen Einsatz verschaffte Lea Wyler Kindern, die auf der Straße lebten ein Zuhause und eine Schulbildung. Im Jahr 2005 wurde das ROKPA-Kinderhaus fertig gestellt und inzwischen lebt dort die zweite und dritte Generation von Kindern während die Älteren, die allerersten Kinder, die Lea aufnahm, bereits eigene Familien haben, einem Beruf nachgehen und auch tatkräftig die Arbeit von ROKPA unterstützen wie zum Beispiel Bijay. Er leitet nun das Kinderhaus in Bodnath und kümmert sich um die anderen Projekte vor Ort.

Drei Tage nach dem schrecklichen Erdbeben bekamen wir seinen Bericht:
„… Den Kindern, den Angestellten und den Hunden geht es gut. Seit drei Tagen schlafen und kochen wir draußen, im Freien. Die Kinder sind wieder fröhlich, obwohl sie am Samstag Angst hatten und weinten. Auch das Kinderhaus hat nur Risse abbekommen, aber das muss noch genauer geprüft werden. Unser Gästehaus ist voll und wir haben bis spät am Abend Essen serviert. In der ersten Nacht haben alle Gäste im Garten geschlafen. Unsere ehemaligen Kinderhauskinder sind auch alle mit dem Schrecken davon gekommen, aber der Koch und der Türhüter mussten in ihr Dorf fahren, um dort zu helfen. Wir hatten extremes Glück. Wir haben Essen und Wasser und sogar Strom durch unsere Solaranlage auf dem Dach. Viele Leute außerhalb haben weder Wasser noch etwas zu Essen … “

Dieser Bericht lässt uns aufatmen. Wir sehen, wie solide die Anlage von ROKPA dort ist. Und wir ahnen, dass in der nahen Zukunft noch viel Arbeit vor uns liegt. Denn in diesem armen Land Nepal das nun von einem solch schweren Unglück getroffen wurde, wird es nun noch mehr Bettler, noch mehr Obdachlose und noch mehr Kinder geben, die auf der Straße vom Abfall leben.

Deshalb bitten wir Sie um Spenden:

Wir wollen helfen und Not lindern. Wir wollen Sicherheit geben und eine Perspektive. Das können wir nur mit Ihrer Unterstützung.

Bitte geben Sie bei Ihrer Spende „Nepal Nothilfe“ an. Herzlichen Dank!

So hilft ROKPA in Nepal

Hätten Sie gedacht …

ROKPA Kinderhaus Nepal

Heute leben die Kinder mit vielen anderen im ROKPA Kinderhaus

Dass ROKPA in Nepal mit 178 Euro pro Tag ca. 500 warme Mahlzeiten an Obdachlose ausgeben kann?

Seit 1990 verteilt ROKPA in Bodnath, Kathmandu von Ende Dezember bis Ende März täglich zwei warme Mahlzeiten an Bettler und Obdachlose. Ehrenamtliche Helfer aus Europa geben am Morgen süßen heißen Tee und Brötchen, Mittags Reis mit Linsen und Gemüse an die Bedürftigen. Außerdem bekommen Kranke eine medizinische Notversorgung oder werden auf Kosten von ROKPA in benachbarten Kliniken betreut.

Eine kurze Statistik:

Straßenkinder Nepal

Früher schliefen die Kinder so auf der Straße

Die Gassenküche 2014/2015 gab an 80 Tagen jeweils ca. 500 warme Mahlzeiten aus. Dafür wurden 4.320 Kilo Reis, 575 Kilo Linsen, 2.140 Kilo Gemüse und 2.140 Kilo Kartoffeln gebraucht. Dazu 13.920 Brötchen zum Frühstück. Nebenbei wurden bis zu 800 Kranke medizinisch versorgt.

Das ist möglich durch ehrenamtliche Hilfe und Ihre Spenden!

Aufgrund des Erdbebens vom 24. April 2015 wird die Anzahl der Obdachlosen und Bettler ansteigen und mehr Menschen werden zu unserer Gassenküche kommen. Damit wir darauf vorbereitet sind, brauchen wir Ihre finanzielle Unterstützung!

Bericht vom Kinderhaus in Kathmandu

Kinderhaus Kathmandu Nepal

Land opposite the Children’s Home – pictured before the earthquake

Übersetzung auf www.rokpa.org

Dear Friends,

Just to let you know that our children (Anm.: ROKPA Kinderhaus in Kathmandu) are OK. All of them were in our dining room saying prayers before lunch when it happened. So having had training in what to do, they all ran outside. Since then they have been sitting on your new land opposite the Children’s Home and even cooked there. They will sleep there too as it is not safe to go back in.

BJ, ROKPA child, now manager there, has been amazing and immediately after managed to let me see them and greet them through skype. But mostly the contact is cut off. We don’t have any news of some of the older children who were outside and of relatives and friends. I have been getting messages and queries from all over the world. Thank  you for your compassion.

Many have asked me what they can do now to help: I think at this moment the best you can do is  raise funds for us. There are cracks in the walls of our Home and we think there will be so  much damage to repair. And people to help and relatives to find and clothes to hand out, etc. So whatever help you can give now and collect will be enormously appreciated!

Thank you for your kindness!
Lea Wyler ROKPA international

Zum Spendenaufruf von ROKPA Deutschland e. V.

Dringender Spendenaufruf für Nepal

Erdbeben Nepal

Alle schlafen draußen in der ersten Nacht

Wie die meisten Menschen, die vom Erdbeben in Nepal betroffen sind, haben die Kinder des ROKPA-Kinderhauses zu ihrer eigenen Sicherheit die Nacht unter freiem Himmel verbracht. Alle Kinder sind unverletzt geblieben. Das Haus selbst hat einige Bauschäden abbekommen. Es gibt Risse in den Wänden, aber es wird noch eine Zeit dauern, bis der genaue Schaden bekannt ist und wie hoch die Kosten für Reparaturen sind.

Es werden dringend Spenden für Nepal benötigt: für diejenigen, die ihr Heim verloren haben und um die notwendigen Gelder für die Reparatur unseres Kinderhauses zusammenzubekommen.

Bitte helfen Sie wie Sie können: durch eine einmalige Spende oder durch einen Dauerauftrag oder indem Sie diese Information mit anderen teilen.

Denken Sie daran: 40 Prozent der Bevölkerung von Nepal besteht aus Kindern. Und mit Ihrer Hilfe können wir wenigstens einen dieser Kinder am Leben erhalten und ihnen Sicherheit geben.

Weitere Informationen von Lea Wyler (ROKPA international) nach einem kurzen Kontakt per Skype zum ROKPA Kinderhaus in Kathmandu.

Gassenküche Nepal Header

ROKPA-Gassenküchen: Gerlinde Zorzi berichtet aus Nepal

Damit die Gassenküche weiterhin arbeiten kann, damit weiterhin bedürftige Kinder in die Schule geschickt werden können, brauchen wir Ihre Hilfe, Ihre Spende! Bitte überweisen Sie mit dem Vermerk: „Gassenküche Nepal“ oder „Ausbildung Kinder in Nepal“.

Hier der Bericht von Gerlinde Zorzi aus Hamburg über Ihren Einsatz in Nepal:

Angekommen bin ich am 12. Dezember 2011. Gleich am nächsten begannen wir mit der Vorbereitung zum Aufbau der Gassenküche. Ich war die ganze Zeit bis zum Abbau am 3. März  2012 dabei. Meine Hauptaufgabe während der ganzen Zeit war es, Frühstück und Mittagessen an die Suppenküchengäste zu verteilen.

Am Morgen gab es süßen, gewürzten Milchtee und ein Doughnut, mittags Dal Bhat, ein einfaches, preisgünstiges Alltagsgericht. Das ist in der Hauptsache Linsensuppe (dal), Reis (bhat) und Gemüse der Saison. Es gab einen dreitägigen Wechsel: Kartoffel mit Rettich, Kartoffeln mit  Weißkohl, Kartoffeln mit Spinat. Gekocht haben zwei nepalesische Köche. Morgens und mittags  kamen jeweils rund 130 Menschen. Viele Kinder, aber auch Mütter mit Babys oder ganze  Familien, aber auch alleinstehende Männer. Außer dem Essen gab es eine kleine medizinische  Versorgungsambulanz, die von Krankenschwestern aus unserer Freiwilligengruppe betreut  wurde. Versorgt werden konnten Kopfschmerzen, Schnitt- und Brandwunden, Rückenschmerzen  und ähnliches. Bei größeren gesundheitlichen Problemen hat Rokpa eine  Kooperationsvereinbarung mit eine Klinik vor Ort.

Dort werden die Mittel- und oft Obdachlosen je nach finanzieller Situation gratis oder für wenig Geld behandelt. Und das waren viele. Viele Leute haben warme Arme, Bäuche und Füße  bekommen, denn aus der Kleiderkammer wurde mitgebrachte Kleidung aus Europa verteilt. Gegen Ende der Zeit wurde noch in ausführlichen Interviews versucht herauszufinden, wer von  den Bedürftigen am bedürftigsten war.

Das Ergebnis: Seit Ende der Wintersaison 2011/2012 der Suppenküche können nun ca. 20  weitere Kinder eine Schule besuchen. Entweder bezahlt Rokpa das Schulgeld (auch die  staatlichen Schulen müssen bezahlt werden) und die Kinder wohnen nach wie vor zu Hause  oder Rokpa übernimmt die Gesamtkosten für einen Internatsplatz samt Schule, sogenannte Boardingschools. Das Rokpa Kinderhaus in Boudha hat einen elfjährigen Jungen aufgenommen. Zusätzlich bekommen rund zehn erwachsene Menschen eine dauerhafte finanzielle  Unterstützung.

Schockiert war ich über die schnüffelnden Kinder. Zum Teil war deren „Verfall“ schon zu sehen  oder auch während meines Aufenthaltes zunehmend festzustellen. Da tatenlos und ohnmächtig  zu sehen zu müssen, war und ist schwierig und sehr, sehr traurig. Besonders eindrucksvoll habe  ich die Lebendigkeit und Lebenslust der Menschen erlebt und genossen, sei es bei den Gästen der Suppenküche als auch bei der Bevölkerung insgesamt. Es waren Begegnungen von Mensch zu Mensch und ich hatte nie das Gefühl, dass man mich als Europäerin anders behandelte als  die Einheimischen.

Gassenküche Nepal 2012Ein bleibendes inneres Bild ist die Reihe der sitzenden Kinder, die über Rokpa nun einen Schulplatz bekommen haben und schon mal fleißig probeweise in ein Schulbuch versunken dasaßen. Oder das strahlende Gesicht des Jungen, der ins Rokpa-Kinderhaus aufgenommen wurde. Und die drei Jungs, die eines Morgens mit Blumensträußen kamen und mit strahlendem  Gesicht an uns VolontärInnen verteilt haben (-wo sie die Blumen her hatten, ließ sich nur  vermuten…) … und… und… und…

Die Zusammenarbeit mit den anderen Freiwilligen war sehr konstruktiv und angenehm. „Es war das Dream-Team“, wie sich die Projektleiterin Margret ausdrückte. Von Anfang an haben alle mit  angepackt, gemacht, was sie gesagt bekamen, aber auch gemacht was sie sie selbst als  notwendig erachteten. Ich habe „meine“ Gruppe als  offen und zugewandt erlebt Diese Zeit in  Nepal hat mein Leben nachhaltig bereichert. Das merke ich jetzt besonders, seit ich wieder in  meiner gewohnten Umgebung bin.

Für einen Blick über den Tellerrand bietet der geschützte Rahmen des Rokpa-Projektes eine gute Möglichkeit. Inzwischen beurteile ich vieles anders als vor meiner Reise und weiß den Wohlstand  hier in Deutschland viel besser zu schätzen. Ich bin froh, dass ich gesund bin und dass ich diese Reise und die Erfahrungen machen konnte. Ich fühle mich reich beschert mit all  den Begegnungen und Erfahrungen, die ich während der Zeit in der Gassenküche gemacht habe  und ich habe so viele Menschen im Herzen mit nach Hause gebracht. Ich finde die Gassenküche  von ROKPA in Nepal gut und sinnvoll. Besonders in der kalten Winterzeit ist die Selbstversorgung der Armen stark eingeschränkt, denn es gibt weniger Arbeit. Besonders Sinn macht für mich die
Gassenküche, weil die angebotene Hilfe nicht mit der Vergabe von Essen beendet ist, sondern Viele im Anschluss dauerhafte Hilfe bzw. Hilfe zur Selbsthilfe bekommen. Am meisten freut mich, dass so viele Kinder eine Chance auf (Schul)Bildung bekommen, denn wie wir wissen, Bildung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein selbstgestaltetes und autonomes Leben.