Tibetreise Herbst 2017

Reiseangebot: Einmal Tibet und zurück…“Demkok“

Noch eine Reise auf den Spuren von Akong Rinpoche in den tibetischen Gebieten Westchinas. Von Chengdu nach Kandze, Demkok, Kyegu, Nangchen, Zatu und zurück.

Wir fliegen von Frankfurt nach Chengdu, der Hauptstadt von Sichuan. Dort lassen wir uns für einen Tag (und zwei Nächte) im tibetischen Viertel treiben und tauchen in die Welt der Tibeter ein, die hier Handel treiben oder zum Einkaufen hergekommen sind. Am nächsten Tag fliegen wir nach Kandze auf 3.400 Metern Höhe, wo wir uns an zwei Tagen an die Höhe gewöhnen, das Treiben in der Stadt wahrnehmen, ein Nonnenkloster und den Geburtsort des 1. Karmapa besuchen können.

Von Kandze aus nehmen wir einen Minibus und fahren über Land zum Kloster Namgyal Ling, das Stammkloster des Thangka Malers Sherab Palden Beru, der lange Jahre in Samye Ling gelebt und gearbeitet hat, bevor er fast hundertjährig verstarb. Von dort aus geht es in den Ort Demkok, ein kleiner Ort in der Nähe der Grenze zur Autonomen Region Tibet. Hier ist ein altes Kloster namens „Dolma Lhakang“ (nicht das Dolma Lhakang von Akong Rinpoche) und auf dem Hügel gibt es eine Stupa am Geburtsort des 16. Karmapa.

Dann geht es weiter Richtung Yushu, wo wir an zwei Tagen die Gelegenheit haben, verschiedene Pilgerorte zu besuchen. Nach Nangchen führt uns eine vierstündige Fahrt. Dort besuchen wir in Shonda einige junge tibetische Ärzte, die ROKPA ausgebildet hat und besuchen ihre Arbeitsstätte. Shonda liegt in einer atemberaubend schönen Gegend und man kann in der Umgebung das Kloster Jabpa besuchen, die Heilpflanzenplantage von ROKPA besichtigen und das Leben der Menschen im Ort miterleben.

Ein Tagesausflug nach Choptrak wäre möglich, wo Khenpo Damchö Dawa, den manche aus Samye Ling kennen, eine Waisenschule gegründet hat.

Von Shonda aus fahren wir dann Richtung Zatu, ein Bezirk ebenso wie ein Städtchen auf ca. 4.000 Metern Höhe über dem Meer, wo die ROKPA-Ärztin Chunga Lhamo mit ihrem Mann Yeshi eine Arztpraxis für Arme betreibt und dabei von ROKPA unterstützt wird. Zatu ist umgeben von Nomadengebieten und ist in den Monaten Mai und Juni einer der Hauptumschlagplätze für das Heilmittel „Jartsagumbu“, zu Deutsch „Sommergras-Winterwurm“, das in der tibetischen und der chinesischen Heilkunde als Grundlage für ein vitalisierendes Heilmittel teuer gehandelt wird. Der Ertrag vom Verkauf des Sommergras-Winterwurms dient vielen Familien als  Haupteinnahmequelle für ein ganzes Jahr.

Nach ca. zwei Tagen in Zatu und Umgebung machen wir uns auf den Rückweg nach Yushu, von wo aus wir zurückfliegen nach Chengdu und von dort nach Hause.

Kosten vorrausichtlich 2.600 Euro.

Darin enthalten Flüge von Frankfurt bis Chengdu und zurück, Inlandsflüge, Transportkosten, Hotel im Doppelzimmer, Gruppenvisum für China, Übersetzerkosten und eine Organisationspauschale.

Nicht enthalten: Essen, private Spenden an Klöster, private Einkäufe.

Anmerkung: ROKPA-Vorstandsmitglied Barbara Pfeiffer organisiert die Reise ehrenamtlich für Tsawa Dolma Lhakang, dem Kloster von Akong Rinpoche. Die Organisationspauschale sowie alles, was übrig bleibt von den Einnahmen, geht an das Kloster.

Mindestteilnehmerzahl: 5, Maximale Teilnehmerzahl 8
Reisetermin: 22.September bis 7. Oktober 2018

Verbindliche Anmeldungen werden ab sofort entgegengenommen.

Anmeldeschluss ist der 31. Januar 2018.

Verbindliche Anmeldung bedeutet eine E-Mail mit der Zusage sowie eine Überweisung von Euro 1.000 als Anzahlung auf das Konto von ROKPA Deutschland e.V. Bankverbindung: GLS Bank Bochum, IBAN DE61 4306 0967 7914 1075 00

Kommt die Reise aufgrund mangelnder Teilnehmer nicht zustande, wird die Anzahlung auf Wunsch komplett zurückerstattet oder ganz oder teilweise in eine Spende umgewandelt. Wir die Reise vom Teilnehmer vor Reiseantritt storniert, wird eine Bearbeitungspauschale von Euro 200 einbehalten. Wer eine Kreditkarte hat, kann, falls die Flüge schon gebucht sind, durch die Reiserücktrittsversicherung die Kosten für das Flugticket erstattet bekommen. Weitere Zahlungen fallen erst im Monat vor Reiseantritt an.

Reiseangebot „Einmal Tibet und zurück“ Dege und Palpung

Von Chengdu nach Kandze, Dege, Palpung, Dechen und Shangrila. Auf den Spuren von Akong Rinpoche in den tibetischen Gebieten Westchinas.

Das ist der Plan:

Chengdu ist der Ausgangspunkt. Wir erleben die ersten Tibeter, sowohl Laien als auch Mönche und Nonnen auf den Straßen des tibetischen Viertels, die dorthin zum Einkaufen kommen in den Geschäften, die Waren für den alltäglichen Bedarf für Tibeter anbieten. Von Teetassen, Räucherstäbchen, Mixern über Mönchsroben bis zu Gebetsfahnen findet sich hier fast alles. Wir verlassen Chengdu auf dem Luftweg und fliegen nach Kandze auf 3.400 Metern, wo wir uns mit passender Ernährung und „langsam tun“ an die Höhe anpassen. In Kandze gibt es viel zu sehen, und in der Nähe von Kandze das Nonnenkloster von Lhamdrak Rinpoche und auch den Geburtsort des ersten Karmapa. Von Kandze aus führt unser Weg weiter nach Dege. Dege ist der Name einer Stadt und eines Bezirks, es war früher sogar ein Königreich. Dort werden wir das berühmte „Par-Khang“, die Holzblockdruckerei besichtigen.

Wenn es die Zeit erlaubt machen wir einen Tagesausflug dem Yangtse entlang, um an einem Ort die von ROKPA errichtete Stupa am Geburtsort des 2. Karmapa zu sehen und das uralte Kloster Wangdu zu besichtigen.

Das nächste Ziel ist Peyul, wo ein riesiges Kloster zu sehen ist. Am Tag darauf geht es weiter zum berühmten Kagyu-Kloster Palpung, dem traditionellen Sitz des Jamgon Kongtrul Rinpoche und Tai Situpa. Von dort machen wir uns auf nach Batang, wo ROKPA viele Jahre eine Shedra namens Tru De Gön unterstützt hat. Hier hat Akong Rinpoche einmal ein eindrucksvolles Teaching zur Umwelt gegeben.

Das nächste Ziel ist Dechen, wo wir eine Thangka-Malschule mit Blick auf die berühmte Bergkette Kawa Karpo aufsuchen. Von Dechen aus fahren wir über Panze Ragpa, wo wir einen Besuch in einer ROKPA-Waisenschule machen, nach „Shangri La“. Dort besuchen wir am Abend die Altstadt und fliegen am nächsten Tag zurück nach Chengdu.

Die Reise auf den Spuren von Akong Rinpoche ist gedacht für Tara-ROKPA-Teilnehmer, ROKPA-Spender und Menschen, die sich Tibet, den Tibetern und dem Buddhismus verbunden fühlen.

Wir fahren soweit möglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder wir mieten einen Minibus. Die Reise ist auf acht Teilnehmer begrenzt und wird stattfinden, wenn fünf verbindliche Anmeldungen vorliegen.

Voraussichtliche Kosten: ca. 2.600 Euro.
Darin enthalten: Flug Frankfurt-Chengdu und zurück. Zwei Inlandsflüge. Transport innerhalb des Landes, Unterkunft, Gruppenvisum für China, Übersetzer, Organisationspauschale

Nicht enthalten: Kosten für Essen, Eintritte, Opfergaben, persönliche Einkäufe

Anmerkung: Barbar Pfeiffer, Vorstandsmitglied von ROKPA Deutschland e. V., organisiert die Reise ehrenamtlich für Tsawa Dolma Lhakang, dem Kloster von Akong Rinpoche. Die Organisationspauschale sowie alles, was übrig bleibt von den Einnahmen, gehen an das Kloster.

Reisetermin: 14. – 29.Juli 2018

Verbindliche Anmeldungen werden ab sofort entgegengenommen.

Anmeldeschluss ist der 31.Dezember 2017.

Verbindliche Anmeldung bedeutet eine E-Mail mit der Zusage sowie eine Überweisung von Euro 1.000 als Anzahlung auf das Konto von ROKPA Deutschland e.V. Bankverbindung: GLS Bank Bochum, IBAN DE61 4306 0967 7914 1075 00

Kommt die Reise aufgrund mangelnder Teilnehmer nicht zustande, wird die Anzahlung auf Wunsch komplett zurückerstattet oder ganz oder teilweise in eine Spende umgewandelt. Wir die Reise vom Teilnehmer vor Reiseantritt storniert, wird eine Bearbeitungspauschale von Euro 200 einbehalten. Wer eine Kreditkarte hat, kann, falls die Flüge schon gebucht sind, durch die Reiserücktrittsversicherung die Kosten für das Flugticket erstattet bekommen. Weitere Zahlungen fallen erst im Monat vor Reiseantritt an

rokpa-reise-tibet-2015-header

Einmal Tibet und zurück – Reiseangebot 2017

Unterwegs zu Klöstern und anderen ROKPA-Projekten in Qinghai

ROKPA hat in den vergangenen 26 Jahren in vielen Regionen Projekte und Initiativen zur Bewahrung der tibetischen Kultur und Verbesserung der medizinischen Infrastruktur gefördert.

Im Juni 2017 bieten wir Ihnen eine privat organisierte Reise zu Orten in der tibetisch besiedelten Region Qinghai an, wo wir Klöster besuchen und Projekte, die ROKPA gefördert hat. Die Reise ist gedacht für ROKPA-Spender und andere Interessierte, die einen näheren Bezug zu Land und Leuten in Tibet möchten.

Sämtliche Überschüsse aus den Einnahmen werden für ein Projekt zur Bewahrung der  tibetischen Kultur verwendet.

Programm

Wir fliegen zuerst von Frankfurt aus nach Chengdu, der Hauptstadt Sichuans, von wo wir nach zwei Tagen Anpassung an die Zeitverschiebung und einer Erkundung des tibetischen Viertels weiterfliegen nach Yushu auf 3.600 Metern Höhe. Die Stadt Yushu wurde im April 2010 bei einem Erdbeben fast vollständig zerstört. Heute ist sie wieder aufgebaut. Von Yushu aus werden wir die Klöster Damkar und Thrangu, sowie den Pilgerort Namkha Namse besuchen.

Weiterhin ist ein zweitägiger Ausflug in das Nomadengebiet um Zatu geplant, wo wir Chunga Lhamos Aktivitäten in ihrer Ambulanz erleben.

rokpa-reise-tibet-2015-3

Einmal Tibet und zurück – 2015

Danach ist die nächste Station das Reise  Städtchen Shonda im Bezirk Nangchen.
Hier stehen die Besuche einer Plantage für tibetische Heilpflanzen, einer medizinischen Einrichtung und zweier Klöster auf dem Besuchsprogramm. Zwischendurch wird es Zeit für einen Tag der Ruhe (eventuell mit Heilanwendungen in einer tibetischen Kurklinik) geben.

Ebenfalls ein Tagesausflug wird uns ins nahegelegene Choptrak führen, wo wir die Waisenschule von Khenpo Damchö Dawa besuchen, der manchen vielleicht von seinen Kursen in Samye Ling  bekannt ist. Zwischendurch wird es Picknicks geben und Begegnungen mit Freunden von Akong Rinpoche und ROKPA.

Anschließend Rückreise nach Chengdu über Yushu und Heimflug von Chengdu nach Frankfurt.

  • Voraussichtliches Reisedatum: 10. – 24. Juni 2017
  • Anzahl Teilnehmer: mindestens 6, maximal 1

Bei Interesse bitte nähere Unterlagen anfordern. Anmeldeschluss ist der 31. Januar 2017

 

Dolma Lhakang Header

Reiseangebot: Auf den Spuren von Dr. Akong Tulku Rinpoche in Tibet

„Auf den Spuren von Dr. Akong Tulku Rinpoche in Tibet“ ist der Arbeitstitel für eine zweiwöchige Reise zu Projekten von ROKPA in Yunnan.

Wir akklimatisieren uns im schönen Lijiang, um von dort aus in die höher gelegenen Gebiete nach Shangrila und Dechen zum Berg Kawa Karpo aufzubrechen. Wir werden mit öffentlichen Bussen und gecharterten Minibussen reisen. Wir werden die Schulen von Anyong besuchen darüber hinaus aber auch eine Nonnen- und eine  Mönchsuniversität und die Schule für Nomadenkinder von Panze Rakpa.

Die Reise ist für November 2016 geplant. Maximale Teilnehmerzahl sind 12 Personen.

Einzelheiten erfahren Interessenten auf Anfrage .
Verbindlicher Anmeldeschluss für die Reise ist der 31.7.2016

Impressionen von der Reise 2015.

rokpa-reise-tibet-2015-3

Gruppenbild vor Guru Rinpoche

Tibetreise 2015 Header

Unterwegs mit Rokpa in Osttibet

Ein Beispielstag in Dechen am 24. November 2015

Los geht es morgens um 8:30 Uhr. Wir, Barbara Pfeiffer von Rokpa Deutschland und ich, werden im Hotel von Darje, einem Lehrer für Tibetisch der Dechen Künphen Schule abgeholt. Das Auto fährt ein Kollege von ihm, ein Freiwilliger, der in der Schule Mathematik unterrichtet.

Unsere Ziele sind heute mehrere. Wir wollen sowohl eine Nonnen- und eine Mönchshedra als auch ein Schule besuchen. Erstmal geht es die Passstraße hoch Richtung Süden. Am höchsten Punkt angekommen hält unser Fahrer netterweise. Eine tolle Aussicht von 4.292m Höhe. Weiter geht die Fahrt auf der sehr gut ausgebauten Straße, mal eher abwärts, mal wieder aufwärts, Tendenz fallend bis auf ca. 2.500m Meereshöhe.

Barbara Pfeiffer sortiert Unterlagen, geht noch mal die Fragen durch, die sie gleich den Nonnen, Mönchen und Lehrern stellen will. Zwischendurch gibt es Gespräche zwischen uns auf Deutsch, aber auch immer wieder zwischen Barbara und Darje auf Tibetisch, das Barbara sehr gut spricht.
Ich selbst kann mehr die Gegend und die Fahrt genießen.

Nach ca. einer Stunde Autofahrt biegen wir rechts in eine kleine steile Straße. Wir haben das Nonnenkloster erreicht. Schon stehen drei Nonnen zum Empfang bereit. Sie begrüßen uns herzlich mit einem Kata, dem traditionellen weißen Schal, den sie uns um den Hals legen. Dann gibt es eine Führung durch die verschiedenen Gebäude. In zwei Klassenräume dürfen wir eintreten. Die Nonnen sitzen in engen Reihen auf Kissen auf dem Boden, alle tief gebeugt über ihre Schulunterlagen. Ein Mönch erklärt – so habe ich den Eindruck – buddhistische Texte. Die Wände sind mit buddhistischen Malereien und Tangkas geschmückt.

Wir dürfen fotografieren (für die Berichte) – ein warmes Rot ist der Grundton der Bilder. Dann führt uns die Äbtissin durch das Hauptgebäude. Beeindruckend die Ausstattung der  Gebetsräume: viele Stoffbahnen schmücken den Raum, unterteilen ihn in verschiedene Bereiche. An den Wänden entlang, es wird immer im Uhrzeigersinn umrundet, finden sich wunderschön gestaltete buddhistische Figuren, verschiedene Gottheiten. Nach dem Rundgang werden wir in einen Empfangsraum geführt und mit Tee verköstigt.

Dann beginnt die eigentliche Hauptarbeit. Der Grund des Besuches ist ja sowohl über den aktuellen Stand der Anzahl der Nonnen als auch insgesamt über die Situation im Kloster und der Klosterschule zu hören. Es folgt ein langes Gespräch auf Tibetisch, wobei Darje immer wieder vom Orts-Tibetisch in Lhasa-Tibetisch als Übersetzer erforderlich ist. Ich stelle mir das für Beide, Barbara und Darje, sehr anstrengend vor. Dies erfordert hohe Konzentration, genaues Zuhören und natürlich auch ein möglichst genaues Wiedergeben. Dann übergibt Barbara ein Foto von Akong Rinpoche, das ihr Sechen Kontrul Rinpoche von Dolma Lhakang für die jeweiligen Besuche mitgegeben hatte.

Ich versuche mich in der Zwischenzeit mit Fotografieren nützlich zu machen oder still dabei zu sitzen und für interessante Fotomotive parat zu sein. Es folgen noch zwei weitere Gespräche / Interviews auf diese Art. Ein kürzeres mit der ehemaligen Klosterverwalterin, die Barbara von früheren Besuchen kennt und ein Interview mit einer 17jährigen Nonne. Am Ende dürfen Barbara und ich noch eine Toilette benutzen. Zu unserer Überraschung ist der Kloring mit einem Plüschbezug (schön warm, wenn es sonst kalt ist) bezogen.

Nach gut zwei Stunden geht die Fahrt weiter zu den Mönchen. Der Weg dorthin ist kurz. Von der Hauptstraße biegen wir links ab, einen schmalen Weg steil nach unten und schon kommt eine große Gompa, ein buddhistischer Tempel, in Sicht.

Auch hier werden wir vom Abt mit einem Kata herzlich empfangen. Und bekommen ein sehr leckeres Mittagessen serviert! Dann führt uns der Abt in die Bibliothek. Zur Erfrischung werden noch Getränke und etwas Obst hingestellt und dann folgen wieder Gespräche – ausführlich, belebt und jeweils mit Übersetzungen hin und her. Der Abt nimmt sich viel Zeit und sitzt in Ruhe und großer Aufmerksamkeit und Interesse den GesprächspartnerInnen gegenüber.

Am Ende haben wir noch die Chance die Mönche beim Debattieren zu erleben. Sehr beeindruckend und irgendwie auch lustig bzw. sehr lebendig. Wir werden dann noch mal vom Abt in einen Empfangsraum gebeten. Er müsse jetzt weg und wolle sich verabschieden. Zu meiner Überraschung bekommen wir Räucherstäbchen geschenkt. Barbara übergibt in einem Kata das Foto von Akong Rinpoche, das sogleich einen Platz im Raum erhält.

Wir fahren weiter zu einer Schule. Die Hauptstraße weiter und schon bald biegen wir links ab, einen kleinen Hang hoch. Schon von Weitem ist zu sehen, dass die Kinder Spalier zum Empfang stehen und alle halten einen weißen Kata in den Händen. Barbara, Darje und ich steigen vom Auto aus und die SchülerInnen begrüßen uns lautstark. Barbara wird von einem Lehrer herzlich begrüßt und an der Kinderreihe entlang zum Eingang der Schule geführt. Die letzten fünf bis zehn Kinder, ich weiß nicht genau wie viele, hängen Barbara Katas um den Hals. Tief bewegt folge ich, versuche das Kinderspalier fotografisch festzuhalten und bekomme am Ende ebenso ein Menge Katas um den Hals gelegt. Wir werden in das Lehrerzimmer geführt. Es gibt tibetischen Tee und ganz viel Obst ist in verschiedenen Schalen für uns aufgetürmt.

Der Lehrer, den Barbara schon von vorherigen Besuchen kennt, gibt ihr sofort zwei Blätter auf Tibetisch zum Lesen und liest es ihr im Anschluss noch mal laut vor. Mich berührt die Situation. Dann spricht ein Mönch auf Englisch. Seit einen Jahr sei er jetzt hier, gebeten worden zu kommen. Vorher sei er für mehrere Jahre in Indien gewesen. Es gibt wieder verschiedene Gespräche hin und her, die meisten mit Übersetzung mit Darje. Ich fotografiere. Im Anschluss führt Barbara mit zwei Mädchen, 13 und 16 Jahre alt, und mit einem Jungen, 14 Jahre alt, Interviews. Immer auf Tibetisch, meist mit Übersetzung durch Darje. Schon nur die Miniinfos, die Barbara mir zwischendurch auf Deutsch zu den Lebensgeschichten der Kinder
mitteilt, erschüttern mich tief.

Dann machen wir noch einen Gang durch die einzelnen Klassen. Grüßen, verteilen Bonbons und fotografieren. Ein Rundgang durch die Essens- und Schlafräume schließt den Besuch nach über zwei Stunden ab. Tief im Herzen berührt und sehr erfüllt steigen wir wieder ins Auto. Wir sind zum Essen verabredet.

Nach knapp 10 Minuten Autofahrt erreichen wir Ponzera und werden schon erwartet. Der Abt von der Mönchsshedra ist schon da und zwei Lehrer von der Schule. Zu Siebt setzen wir uns an einen runden Tisch und bei einem guten Essen klingt der Tag gemeinsam aus. Wir werden noch ins Hotel, in unser Zimmer begleitet. Müde aber auch sehr dankbar für die vielen schönen Begegnungen, die selbstverständliche Gastfreundschaft, die Offenheit und das Lachen der Kinder lassen wir uns auf die Betten fallen. Jetzt wäre noch Berichte schreiben dran, Fotos sortieren, den nächsten Tag vorbereiten. Etwas davon erledigen wir noch. Der Rest muss warten. Eingehüllt in die eigenen Erinnerungen beenden wir den ausgefüllten und bewegenden Tag, wissend dass der nächste wieder ähnlich sein wird.

Gerlinde Zorzi, Shangri-la, 27.November 2015

rokpa-reise-tibet-2015-header

Einmal Tibet und zurück…

Einmal Tibet und zurück… nannte sich die privat organisierte Reise zu einem kleinen Teil der Projekte von ROKPA in Sichuan. Zwölf Mutige fanden sich zusammen, um mit Barbara Pfeiffer von Frankfurt nach Chengdu und von dort aus auf den Weg zu ROKPA-Projekten in Kanze zu machen. Die Devise war, möglichst authentisch zu reisen, deshalb verzichteten wir darauf, Autos zu mieten, sondern waren mit öffentlichen Bussen unterwegs soweit es möglich war.

Die erste Etappe ging von Chengdu aus nach Dartsendo oder auch Kangding genannt. Dieser Ort auf 2.600 Metern Höhe war schon von je her ein Grenzort zwischen den chinesischen und den tibetischen Gebieten. Auf dieser Höhe mussten wir uns zwei Tage akklimatisieren, bis es weiter ging nach Kanze auf 3.600 Metern Höhe.

Hier konnten wir in der Region Kanze über ein paar Tage mehrere von ROKPA initiierte und unterstützte Projekte besuchen, die beispielhaft sind für die verschiedenen Bereiche, in denen ROKPA tätig ist: Ausbildung, medizinische Hilfe und Erhaltung der Kultur.

Überall wurden wir als Freunde des Gründers von ROKPA, Dr. Akong Tuku Rinpoche wohl aufgenommen. Wir wanderten von unserem Hotel aus zur Mädchenschule von Kanze, wo uns die Schulleiterin Tamdin Dolma beibrachte, wie man Tsampa isst. Später ging es weiter zum Lhamdrak Nonnenkloster auf dem Berg, wo wir uns davon überzeugen konnten, dass auch tibetische Nonnen täglich lernen und studieren.

In der Arztpraxis in Kanze, die vom Nonnenkloster betrieben wird, konnten wir und von der dort wirkenden Ärztin den Puls fühlen und tibetische Kräutermedikamente verschreiben lassen.
Ein besonderer Ausflug galt dem Geburtsort des ersten Karmapa (* s. u.) Dusum Tschenpa, der vor ca. 900 Jahren geboren wurde und dessen Familie seither den Ort bewahrt hat. Dank der Unterstützung von ROKPA konnte in den vergangenen Jahren ein kleines Gedenkmuseum mit Original-Gegenständen des ersten Karmapa gebaut werden.

Nach einem Ausflug zum Kloster Yachen, wo 10.000 Mönche und Nonnen studieren, ging es zurück nach Chengdu, wo wir kurz vor unserer Abreise noch den Abt des Klosters Dolma Lhakang in Chamdo kennenlernen konnten.

Es war eine aufregende und erfreuliche Reise, bei der sich die Teilnehmer ein Bild von den ROKPA-Projekten in den tibetischen Gebieten machen konnten.

*Karmapa ist der Name des Oberhauptes einer der vier Haupttraditionen im tibetischen Buddhismus. Karmapa Dusum Tschenpa war der erste in dieser Traditionslinie. Zur Zeit lebt der 17. Karmapa Orgyan Trinle in Indien.