Dolma Lhakang Retreathaus Header

Klausurhaus von Dolma Lhakang durch Regenfälle zerstört

Mitte Juli 2017 gab es in Tsawagang derartig starke Regenfälle, dass das Klausurhaus, das zum Kloster Dolma Lhakang gehört, völlig zerstört wurde. Die zwölf Mönche, die im dritten Jahr der traditionellen Drei-Jahres-Klausur waren, mussten die Klausur unterbrechen.

Noch in diesem Jahr soll mit dem Wiederaufbau des Gebäudes begonnen werden. Die Drei-Jahres-Klausur ist ein wichtiger Bestandteil in der Ausbildung der Mönche, ein wichtiger Bestandteil der Kulturarbeit im Kloster Dolma Lhakang.

Wir bitten um Spenden mit dem Verwendungszweck „Wiederaufbau Dolma Lhakang“.

Wir haben dazu ein eigenes Projekt nebst Dokumentation eingerichtet.

Chunga Lhamos Praxis

So vielen Menschen helfen wie möglich

Das ist das Motto von Chunga Lhamo: „Ich möchte so vielen Menschen wie möglich helfen.“ Die heute Anfang Dreißigjährige war neun Jahre alt, als sie das Glück hatte, einen Schulplatz in der Waisenschule von ROKPA in Yushu zu bekommen. Sie war in der ersten Gruppe von Schülerinnen und Schülern, die zu Ärzten der tibetischen Heilkunde ausgebildet wurden und 2006 ihr Diplom machten. Anschließend bekam sie ein Stipendium für Großbritannien, wo sie in Edinburgh zwei Jahre lang Englisch lernte und Computerkenntnisse erwarb. Dann ging sie zurück in ihren Heimatort Jelong, wo sie schnell einen Arbeitsplatz im tibetischen Krankenhaus bekam.

Dokumentarfilm von Sitar Rose http://www.sitarrose.com

„Seit mein Vater starb, als ich ein kleines Mädchen war, ist es mein großer Wunsch, Menschen in den ganz abgelegenen Gebieten zu helfen, die keinen Arzt in der Nähe haben und vielleicht deshalb sterben müssen, so wie mein Vater.“ Aus diesem Grund hat Chunga Lhamo 2011 mit ihrem Mann Yeshi zusammen eine eigene kleine Arztpraxis in Zatu, vier Autostunden von Yushu entfernt, aufgemacht.

„Unsere Behandlung umfasst Beschwerden von einfachen Erkältungen bis hin zu Bluthochdruck, Arthritis, Magen- und Gallenproblemen. Außerdem bieten wir zusätzlich einfache zahnmedizinische Behandlungen an, was uns von anderen Praxen unterscheidet.“ Im Sommer fahren sie in die Nomadengebiete und bieten Sprechstunden an für die Menschen, die sonst tagelange Fahrten zum nächsten Krankenhaus auf sich nehmen müssten. Chunga Lhamo leistet Geburtshilfe und beide machen Patientenbesuche zu Hause.

Das können sie leisten, weil die kleine Praxis Unterstützung von ROKPA bekommt. Bewusst hat sich das Paar dafür entschieden, dass Yeshi ganz für die Praxis zuständig ist  und Chunga Lhamo den Familienunterhalt mit ihrem Gehalt als Schulärztin in Yushu bestreitet. Inzwischen haben sie drei kleine Töchter und Chunga Lhamo arbeitet fast rund um die Uhr: von Montag bis Freitag in der Schule, am Wochenende in Zatu, dazu noch der Haushalt und die Kinder.

Yeshi hat eine Zusatzausbildung für zahnärztliche Grundbetreuung und schon so manchen Eiterzahn gezogen und Patienten von unerträglichen Schmerzen befreit. Nun gibt es eine neue Herausforderung. Die gemieteten Praxisräume mussten sie wegen Kündigung aufgeben und haben für den Übergang eine Notlösung gefunden.

„Wir bauen zwei Praxisräume auf unserem eigenen Grund, direkt neben unserem Wohnhaus. Das liegt direkt an einer neuen Straße und wird für die Patienten gut zugänglich sein. Die Baugenehmigung haben wir und einen Kredit von der Bank. Wir bitten um die Hilfe von ROKPA, damit wir diesen Kredit bald ablösen können!“

Chunga Lhamo und Yeshi haben sich ca. 9.000 Euro geliehen, um ihr Projekt dauerhaft und unabhängig zu machen, um möglichst vielen Menschen zu helfen. Wir bitten Sie, liebe Spender und Freunde von ROKPA, um Spenden für die medizinische Hilfe in Tibet, die dringend gebraucht wird.

Tröndrü in Tsintuk

Besuch bei Tsöndrü in Tsintuk 2016

Bericht von Barbara Pfeiffer im Rahmen einer privat organisierten Reise 2016. Header-Bild: Schangschub, Barbara und Tsöndrü

Von Yushu aus fahren wir circa eine Stunde in südwestlicher Richtung zum Dörfchen Tsintuk. Schangschub, Tsöndrüs Mutter nimmt uns am Tor in Empfang. In der Ecke ein kleiner Hund, der nach tibetischer Hundesitte wie wild an seiner Leine zerrt und furchterregend kläfft. Das Gelände ist umzäunt, ein großer Teil unbebaut, auf der zweiten Hälfte stehen drei kleine Häuser über Eck.

Besuch bei Tsödndrü

Hier wohnt Tsündrü

Schangschub bittet uns ins Haus rechts. Links von der Tür werfen wie einen Blick auf Vorräte und eine Arbeitsplatte, wo Speisen vorbereitet werden. Doch wirklich gekocht wird in der Wohnschlafküche, die wir gleich rechts betreten. Hier sitzt Tsöndrü auf ihrem Bett und erwartet uns freudig. Die 36jährige hatte 2009 einen folgenschweren Unfall bei der Landarbeit und ist vom 12. Wirbel ab querschnittsgelähmt und pflegebedürftig. Erst zwei Jahre zuvor hatte sie begonnen, als Ärztin der tibetischen Heilkunde zu arbeiten, wozu sie von ROKPA ausgebildet wurde. 2013 starben sowohl ihr Vater als ihr Onkel und sie wollte ihrer Familie nicht zur Last fallen. So kam es, dass sie sich durch Wundliegen so schwere Wunden zuzog, dass sie völlig entkräftet ins zweitausend Kilometer entfernte Chengdu ins Krankenhaus transportiert werden musste. Die Fleischwunden waren mehrere Zentimeter tief und eine hatte sogar ein Hüftgelenk entzündet, sodass sie mehrfach operiert werden musste.

Ihr größter Beistand war immer Schangtschub, ihre Mutter, die sie mit engelsgleicher Geduld und Fürsorge überall hin begleitet hat. Auch Tsöndrüs Geschwister halfen, wo sie konnten. Muss in China ein Patient ins Krankenhaus, muss die Pflege von den Angehörigen übernommen werden. Dazu kommen die enormen Kosten für das Klinikbett, die Medikamente, Hilfsmittel und nicht die Operationen. Ohne die Hilfe von ROKPA stünde die Familie vor dem völligen Ruin.

Tsöndrü

Tsöndrü an ihrem Stammplatz

Nun also sehe ich Tsöndrü das erste Mal in ihrem gewohnten Umfeld. Selbstverständlich wird uns zuerst Tee oder heißes Wasser angeboten, auf dem Tisch stehen „Dronumsä“ (wörtlich übersetzt „Weizen-Öl-Essen“), ein traditionelles tibetisches Fettgebäck und Walnüsse. Tschangtschub stellt Teller mit fleischgefüllten Momos vor uns, bietet Trockenfleisch an. Das habe ihre andere Tochter, Tsöndrüs Schwester selbst getrocknet, erfahre ich. Ich will wissen, wie das funktioniert, denn bei uns in Deutschland würde das garantiert schnell anfangen zu gammeln. Man müsse es in der trockensten Jahreszeit, so etwa im November in hölzernen Behältern lagern, da ginge das ganz schnell, erklärt man mir.

Tsöndrü wirkt fröhlich und gelassen. Nach ihrem Tagesablauf gefragt, erzählt sie, dass sie am Nachmittag immer von ihrer Mutter im Rollstuhl spazieren gefahren werde. Nicht allzu lange, denn noch immer habe sie eine Wunde, die nur schwer verheile und langes Sitzen im Rollstuhl schmerzhaft mache. Tsöndrü hat ihre Gebetskette um das Handgelenk geschlungen und verbringt vermutlich einen großen Teil des Tages mit dem Rezitieren von Mantras und Gebeten.

In einer Ecke der Wohnküche ist ein Fernseher. Das Haus ist weder isoliert noch hat es Doppelglasscheiben. In der Mitte steht der riesige schöne gusseiserne Ofen. Den habe sie von ihrem ersten Gehalt für die Familie gekauft, erklärt Tsöndrü, als ich ihn bewundere. Diese Öfen sind zum Heizen da, gleichzeitig wird hier ständig Wasser heiß gehalten und gekocht. Und sie sind so beschaffen, dass man bis zu einen Meter lange Holzscheite hineinstecken kann, wenn man nicht gerade getrockneten Yakdung verbrennt.

Doch dieser Ofen scheint auch die wichtigste Wärmequelle für das ganze Haus zu sein. Im Winter werden die Nächte so kalt, dass sie unter zwei dicken Bettdecken mit ihrer ganzen Kleidung schlafen müssen, erklärt Schangschub. Das Dorf liegt in einem Tal und in der kalten Jahreszeit kommt die Sonne erst um 11 Uhr hinter den Bergen hervor. Leider müssen wir bald weiter. Auf der Rückfahrt nach Yushu bin ich tief bewegt. Wenn immer ich Tsöndrü und ihrer Mutter begegne, bin ich im Herzen berührt davon, wie sie ihr Schicksal annehmen, trotz aller widrigen Umstände. ROKPA kann Menschen wie Tsöndrü helfen. Mit Ihrer Spende für medizinische
Hilfe in Tibet!

Nonnen von Karphu Gön Header

Warum ROKPA Menschen in Klöstern unterstützt

Seit Jahrhunderten ist es in Tibet Brauch, dass mindestens ein Familienmitglied, Sohn oder  Tochter, eine Ausbildung im Kloster genießt. Diese Tradition hat sich bis heute erhalten. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Einerseits gilt es als religiös sehr verdienstvoll, dass ein Familienmitglied sich ganz der religiösen Praxis widmet. Andererseits war es Brauch, dass die
Familie durch die Bildung des Sohnes oder der Tochter im Kloster auch Zugang zur Bildung bekam: denn diese unterrichteten die kleinen Kinder in der Familie im Lesen und Schreiben.

Dazu kommt, dass Klöster wie Gemeindezentren sind, in denen sich die Bevölkerung zu Festlichkeiten trifft, wo man Rat und Hilfe beim Lama findet, wohin man alte und kranke  Familienmitglieder in Pflege bei der Nonne oder dem Mönch aus der Familie geben kann, wenn  man als Nomade im Sommer über Land zieht und wo man auch mal Gepäck abstellen kann oder ein Pferd vorübergehend lässt.

Heutzutage hat die Ausbildung im Kloster für die jungen Menschen in den tibetischen Gebieten nicht an Zugkraft  verloren. Insbesondere in den abgelegenen Regionen mit schwacher  Infrastruktur bietet sich eine Ausbildung im Kloster als eine Möglichkeit, nicht allzu fern von der Familie eine traditionelle Ausbildung ganz in tibetischer Sprache zu erhalten.

Traditionell war es immer die Familie, die das Essen und die Kleidung für ihren Mönch, ihre Nonne aus ihren Reihen bezahlte und ihnen sogar ein Häuschen auf dem Klostergelände baute.  Doch immer weniger Familien können sich das leisten in den strukturschwachen Gebieten. Im  Gegenteil, es führt die Familien in ein Dilemma: einerseits wird der Entschluss begrüßt, wenn die jungen Leute sich für eine Ausbildung im Kloster entschließen, andererseits fehlen diese dann  als Arbeitskräfte, die nicht zum Familieneinkommen beitragen, das nach wie vor in der  Großfamilie vom Ältesten verwaltet wird.

Weil es ROKPA ein großes Anliegen ist, die tibetische Sprache und Kultur zu erhalten,  unterstützen wir Menschen, die den Weg ins Kloster gewählt haben. Denn so unterstützen wir die tibetische Gesellschaft. Wir zählen dabei auf Ihre Hilfe! Bitte spenden Sie für Ausbildung in Tibet!

Dolma Lhakang Header 2016

Nahrhaftes für die Nonnen und Mönche

Je höher man kommt, desto weniger wächst. Je abgelegener das Gebiet ist, desto teurer werden die Nahrungsmittel, die nicht vor Ort angebaut werden können. Doch speziell in der großen Höhe sind Reis, Mehl und Öl wichtige Grundnahrungsmittel, die die Menschen in diesen Regionen neben ihrer Diät aus geröstetem Gerstenmehl (Tsampa), Butter, Joghurt und Fleisch brauchen, um gesund zu bleiben.

Das gilt speziell für die Mönche und Nonnen in Dolma Lhakang auf 4.500 Metern Höhe, von denen die meisten kein Fleisch essen. Damit die Spenden an ROKPA für die Nahrungsmittel der Nonnen und Mönche wirtschaftlich verwendet wird, fahren zwei oder dreimal jährlich zwei Mönche, die im Verwaltungskomitee sitzen, nach Chengdu, um dort die Nahrungsmittel einzukaufen. Die vom Kloster über 1000 Kilometer entfernte Hauptstadt der Provinz Sichuan ist für die niedrigen Preise bekannt. Und so lohnt sich der Großeinkauf hier, trotz der Transportkosten.

Wenn dann der Laster ankommt, um die Säcke mit Mehl und Reis und die Ölkanister auszuliefern, helfen alle mit.

Frauenförderung Tibet

Frauen, die nie viele Chancen hatten, brauchen Ihre Hilfe!

Rinzin Tso war ein kleines Mädchen, als ihre Eltern starben. Niemand fühlte sich so recht verantwortlich für sie. Eine Schulpflicht gab es damals noch nicht. Man schob sie zwischen den Verwandten hin und her und sobald sie mit zehn Jahren alt genug war, musste sie für ihre Unterkunft und das Essen hart arbeiten. Irgendwann wurde ihr klar, dass sie keine Chance auf  ein besseres Leben hatte, außer sie würde Nonne. Denn als solche erfuhr sie immerhin Respekt und war vor Übergriffen besser geschützt.

Arphal wurde früh verheiratet in ein Dorf fern von der Heimat. Sie hatten keine Kinder. Als ihr Mann  starb, war niemand von ihrer eigenen Familie mehr am Leben. Vor Kummer und Sorgen wurde sie krank und fand ihr Heil in der Nonnengemeinschaft Karphu Gön. Doch die heute 78jährige braucht wie jeder andere Mensch auch mehr als Essen zum Leben. Sie braucht  Medikamente, ab und zu Kleidung und warme Decken, auf 4.500 Metern über dem Meer ist der Winter lang und eisig kalt. Die anderen Nonnen helfen, so gut sie können, aber auch sie haben nur das Wenige, das ihnen ihre Familien geben können.

Karma Tschödron wurde in eine arme Familie hinein geboren. Bevor sie Nonne wurde, hat sie  nie eine Schule besucht, hatte keine Chance, etwas zu lernen. Immer nur schwer zu arbeiten für andere, die sie schlecht behandelten, war ihr Schicksal. Die heute 46-jährige hat sich für den  Eintritt in eine Nonnengemeinschaft entschlossen. Im Kreis der anderen Frauen fühlte sie sich verstanden und akzeptiert. Sie konnte Lesen und Schreiben lernen und mit den anderen  Nonnen zu Gebetszeremonien in Privathäusern ein kleines Taschengeld verdienen.

Doch Rinzin Tso, Arphal und Karma Tschödron haben etwas gemeinsam mit vielen anderen Frauen: Sie haben keine Familie, die sie unterstützen kann. Nonnen- und  Mönchsgemeinschaften können nur existieren, wenn sie von ihren Familien unterstützt werden. Jedes Kloster, insbesondere eines fernab von Touristengebieten, ist so reich wie die  Laiengemeinde ringsherum, die ihre Verwandten im Kloster unterstützt.

ROKPA hilft bisher mit Geldern fürs Essen in den klösterlichen Schulen. Das macht Nonnen und Mönche satt und die Familien, die meist auch zu kämpfen haben, werden entlastet. Aber ab und zu wird neue warme Kleidung fällig, Schuhe, Bettzeug, Geld für Medikamente wird benötigt.

ROKPA Deutschland hat einen Fonds für Nonnen gegründet. Damit die Nonnen ohne Familie  versorgt werden können, brauchen wir Ihre Spende! Bitte helfen Sie den Frauen!

 

Gesundheitsversorgung Chamdo Header

Karma Drakpa, Arzt in Chamdo

„ROKPA hat mir geholfen – jetzt ist es meine Pflicht, etwas für andere zu tun“ sagt Karma Drakpa, 34, der durch ROKPA die Chance hatte, Arzt für tibetische Heilkunde zu werden. Er hat neun Geschwister, stammt aus einer Bauernfamilie in Chamdo, Autonome Region Tibet. Die Chancen von ROKPA hat er gut genutzt. Heute arbeitet er als Arzt im tibetischen Krankenhaus in Chamdo.

Mit seinem Einkommen kann er nicht nur seine Frau und Tochter ernähren, sondern auch seine Eltern unterstützen. „Aber das ist nicht genug. Ich finde, ich muss etwas zurückgeben von dem, was ich durch ROKPA und Akong Rinpoche bekommen habe.“ Deshalb organisiert Karma Drakpa mit seinem Kollegen Tsegyal in seiner Freizeit Kampagnen für AIDS-Aufklärung und AIDS-Prävention.

„Speziell die Menschen auf dem Land haben keine Ahnung davon, wie die Krankheit übertragen wird. Ein großes Problem ist natürlich, dass über solche Dinge in unserer Kultur nicht gesprochen wird. Es ist ein Tabu-Thema.“

Krankenversorgung Chamdo

Damit sie möglichst viele Menschen erreichen, gehen die beiden Ärzte mit Flugblättern dorthin, wo sie viele Menschen treffen: auf Festlichkeiten, zu großen Veranstaltungen in Klöstern und Pilgerorten. Die Flugblätter sind auch für Menschen verständlich, die nicht lesen und schreiben können und sie erklären genau, wie sich der HIV-Erreger verbreitet und wie man sich am besten vor ihm schützen kann. Sie verteilen ihre Informationen, geben Beratung, Auskunft und praktische Hinweise.

„Ich hoffe, wir können so verhindern, dass sich noch mehr Menschen anstecken. Hier im ländlichen Raum ist die medizinische Versorgung nicht zum Besten. Wer sich hier mit AIDS infiziert, hat kaum eine Chance auf langes Überleben.“

Zusätzlich zur AIDS-Aufklärung bieten Karma Drakpa und Tsegyal kostenfreie ärztliche Untersuchung und kostenlose Medikamente für Bedürftige in und um das auf über 4.500 Metern gelegene Kloster Dolma Lhakang an.

„Die Menschen dort haben extreme Probleme durch das raue Klima. Chronische Krankheiten wie Gicht, Rheuma, Nierenleiden, Herzkrankheiten und Bluthochdruck sind an der Tagesordnung.  Doch viele können sich auch die relativ preiswerten und doch wirksamen, aus Kräutern und Mineralien bestehenden Medikament der tibetischen Heilkunde nicht leisten.“

Da ROKPA die beiden Ärzte bei ihrer Freiwilligenarbeit unterstützt, können sie Medikamente einkaufen und kostenlos an die Patienten abgeben. Mit Ihrer Spende für medizinische Hilfe können wir Projekte wie das von Karma Drakpa unterstützen! Danke!

 

Sonam Chotso Header

Vater gestorben, Mutter weg, was nun?

Sonam ChotsoDas Schulgelände ist riesig. Mehrere Hochhäuser, ein Sportplatz, dazwischen Rasen und Blumenrabatten. Wir sind mit Darje unterwegs, einem der Lehrer der Wohlfahrtsschule von Dechen unterwegs, die im September 2015 hier Räume von der staatlichen Grundschule bekam.

So kommt es, dass wir Sonam Chotso hier treffen. Das Mädchen ist groß für sein Alter. Erst acht Jahre alt und doch wirkt sie so ernst, so erwachsen. Als ihr Vater starb, war sie noch ganz klein. Sie kann sich kaum an ihn erinnern. Ihre Mutter war so verzweifelt und traurig, dass sie beschloss, niemals mehr einem anderen Mann anzugehören, Nonne wurde und in ein Kloster ging. Ihre kleine Tochter gab sie in die Obhut eines Lamas, der Sonam Chotso dann, als sie alt genug war, zu Anyong in die Schule gab.

Anyongs Schule ist bekannt dafür, diejenigen Kinder aufzunehmen, die sonst keine Chance haben. Sie ist bekannt dafür, dass die Kinder in seiner Schule drei Stunden täglich Tibetisch, ihre Muttersprache lesen und schreiben lernen, zusätzlich zu den anderen Fächern.

Die Betreuung der Kinder ist sorgsam, ihrem Alter angepasst. Darje, hier seit ein paar Jahren Lehrer, war selbst Schüler dieser Schule. Auch sein Vater war früh verstorben. Ich bin froh, das Sonam Chotso hier untergekommen ist und lernen darf. Das Mädchen gibt wohl bedachte ernsthafte Antworten auf meine Fragen. Ihr großer Wunsch ist es, einmal nach Lhasa zu reisen.

Das würde sie tun, wenn sie viel Geld hätte. In der Zukunft würde sie gerne Lehrerin sein, für Tibetisch. Denn lernen tut sie gerne und mit Eifer, wie mir ihr Lehrer auch versichert. Noch immer denkt sie an ein Mädchen zurück, das ihre Freundin war, damals, als sie noch klein war und bei der Mutter.

Dass Mütter ihre Kinder hergeben, ist keine Seltenheit in den ländlichen Gebieten dieses Landes. Viele der jungen Frauen, die keine Ausbildung haben, finden sich völlig mittellos und ohne Unterstützung wieder, wenn ihr Partner stirbt. Da gibt es oft nur zwei Alternativen: entweder schnell wieder einen Mann finden oder in einer Klostergemeinschaft unterschlüpfen.

Indem wir Kindern, besonders Mädchen wie Sonam Chotso darin unterstützen, eine gute Ausbildung zu bekommen und in der Zukunft ihren eigenen Weg zu gehen, helfen wir, solche Tragödien in der Zukunft zu vermeiden.

Bildung ist ein sehr hohes Gut – und viele Menschen in den tibetischen Regionen haben es nie bekommen. Danke für Ihre Spenden für Ausbildung in Tibet!

ROKPA Heft 2016 Header

Aus Kindern wurden Leute

Sie waren acht oder neun Jahre alt und hatten eines gemeinsam: beide Eltern oder ein Elternteil waren gestorben und sie hatten keine Chance, in die Schule zu gehen und etwas zu lernen, denn in den 1990er Jahren mussten die Eltern noch Schulgeld bezahlen.

Doch dann kam im Jahr 1993 die Kunde, dass in der Stadt Yushu eine Schule für Waisen eingerichtet worden sei, wo die Kinder eine Ausbildung bekämen und Ärzte würden. Wer die Aufnahmeprüfung bestand, durfte bleiben. Die ersten Tage waren hart für die Kinder, ganz unter Fremden, in einer fremden Umgebung. Aber bald hatten sich die vierzig Kinder aneinander und an das neue Leben gewöhnt. Ein Leben mit festen Regeln, festen Mahlzeiten, strengen oder weniger strengen Lehrern und später sogar Lehrerinnen aus Großbritannien, die ihnen Englisch beibrachten.

Bis sie dann, im Jahr 2007 endlich, nach vielen Jahren des Lernens und Studierens, ein Diplom in der Hand hielten. Ein neuer Lebensabschnitt begann. Heute sind sie alle tätig in kleinen Dorfpraxen, als SchulärztInnen oder Leiter von medizinischen Einrichtungen, wie zum Beispiel des Arztes Tse Chu im Städtchen Zitu.

Eine Vision von Dr. Akong Tulku Rinpoche, die sich verwirklicht hat:

  • Vierzig junge Menschen bekamen eine Zukunft und können mit ihrem Einkommen heute ihre Großfamilien unterstützen.
  • Dort, wo die jungen Ärzte wirken, hat sich die medizinische Infrastruktur verbessert.
  • Die jungen Ärzte engagieren sich zusätzlich ehrenamtlich, indem sie an den Wochenenden in den Dörfern kostenlose Sprechstunden abhalten und Patienten medikamentös versorgen.

Dank ROKPA. Dank Ihrer Unterstützung für Ausbildung in Tibet!

ROKPA Ärzte in Yushu

Vordere Reihe von links nach rechts.

  • Droni (Ärztin in Nangchen, war vorher mehrere Jahre in Edinburgh zum Studium
    von Heilpflanzen)
  • Pema Youdron (Ärztin in Zado)
  • Yangche Lhatso (Ärztin und Geschäftsfrau)
  • Gantso (Arzt in Zado)
  • Tsöndrü, die vor ihrem schweren Unfall, seitdem sie querschnittsgelähmt ist, als
    Ärztin tätig war.

Hintere Reihe:

  • Palden Tsejal, der in Deutschland war und nun als Arzt und als Manager des Heilpflanzenprojekts in Nangchen arbeitet
  • Tse Chu: Leiter einer medizinischen Einrichtung in seinem Heimatort.
  • Pu Ya: heute pensioniert und früher Mädchen für alles in der Yushu Schule
  • Nyima Dhondrup (hinter Droni)
  • Damkar Rinpoche (auch bekannt als Dulmo Tschodsche Rinpoche)
  • Diana Dodd, frühere Englischlehrerin der Ärzte aus Yushu
  • Ganyi (Ärztin und Buchhalterin im Krankenhaus von Nangchen)
  • Rinchen Wangjal (Arzt und Partner von Tsondru)
  • Nyima Lhamo (Ärztin)
  • Norbu Dandu (Arzt im gleichen Krankenhaus wie Tse Chu)

Die Stupa im Hintergrund wurde zum Gedenken an Akong Rinpoche neu errichtet.  Stifter sind etwa 40 ehemaligen ROKPA-Studenten, von denen einige im Vordergrund zu sehen sind.

Die bemalten Steine rechts sind sogenannte „Mani-Steine“, d.h. sie sind mit dem Mantra „Om Mani Padme Hung“ bemalt.

Thangka-Maler Tibet Header

Ein Beruf mit Zukunft für junge Tibeter: Thangka Maler

Dass hier sowohl bei der Arbeit als auch insgesamt peinliche Sorgfalt herrscht, sieht man sofort, wenn man den Raum betritt. Die Schuhe sind fein säuberlich am Eingang abgestellt, der Teppich  ist absolut sauber und es herrscht eine strenge Ordnung. Auch hier erweist sich Anyong, Gründer der Wohlfahrtschule von Dechen als Vordenker. Ihm liegt vor allem eines am Herzen: die Ausbildung von Kindern, deren Eltern es schwer haben, die ihren Kindern eine Ausbildung kaum ermöglichen können. Und so hat er für talentierte Jugendliche, die nicht so sehr am  akademischen Fortschritt interessiert sind, eine Schule für Thangka-Maler gegründet.

Thangkas sind die traditionellen Rollbilder im tibetischen Buddhismus, auf denen verschiedene Gottheiten oder Mandalas dargestellt sind. Die Thangka-Malerei ist eine Kunst, die sehr viel Geduld, Hingabe, Konzentration und vor allem eine ruhige Hand erfordert. Anyong ist es sogar gelungen, für seine Schule einen Thangka-Meister zu finden, der in Lhasa den höchsten Ruf genießt und der Maltradition der Karma Gadri Schule folgt, die wiederum als die beste unter den vertretenen Richtungen gilt.

Zehn Jahre dauert die Ausbildung. Während der ersten drei Jahre machen die Schüler nichts Anderes als Zeichnen. Erst dann dürfen sie an den eigentlichen Thangkas beginnen. Eine Thangka ist nach strengen Richtlinien aufgebaut und nichts wird dem Zufall überlassen. Zur Ausbildung gehört selbstverständlich auch, dass die Lehrlinge lernen, wie man Farben herstellt und mischt. Die Farben entstehen aus den in verschiedenen Steinen enthaltenen Mineralien, die im Mörser zu kleinsten Teilchen zerstoßen werden. Wir sind fasziniert von der Ruhe und Geduld, mit der die sieben Jungs (einer ist krank bei seiner Familie) bei der Arbeit sind.

Eng nebeneinander sitzen sie und zeichnen. Der eine zeichnet nur Münder, der andere Ohren, ein Dritter Hände und so weiter. Morgens um sechs Uhr beginnt ihr Tagewerk und sie sitzen hier den ganzen Tag. Beim Kochen wechseln sie sich ab, eine kleine Kochstelle und einen Kühlschrank sehen wir im Nebenraum stehen, wo auch die Matratzen und Bettdecken aufeinandergestapelt liegen. Denn die beiden Räume sind gleichzeitig auch das Schlafzimmer der Jungs. Der Meister ist nicht immer hier, dafür sein Meisterschüler, der die Jungs betreut und ihnen bei ihren Aufgaben hilft.

Gute Thangka-Maler sind gesuchte Leute sind und wir freuen uns, dass die jungen Männer eine gute Perspektive für die Zukunft haben. Sie arbeiten bei der Restaurierung von alten Klostermalereien, wirken bei neuen Gedenkstätten und Klöstern mit oder stellen Bilder für den Verkauf an Privatleute her. Doch noch sind wir nicht soweit. Vor drei Jahren erst haben die Jungs begonnen und sie haben noch einen weiten Weg vor sich. Diese Schule ist ein Beispiel dafür, wie man mit relativ wenig finanziellem Einsatz viel erreichen kann. Dann, wenn sich Einer für Andere einsetzt. Deshalb unterstützen wir die Thangka-Malschule von Anyong.

Mit Ihrer Spende für Ausbildung in Tibet sind Sie dabei! Danke!