Operation für Kunsang Tschödrol

Kunsang Tschödrol stammt aus dem kleinen Ort Pudadrong im Bezirk Pasho, Nähe dem Kloster Tsawa Dolma Lhakang, wo sie bis zu ihrer Erkrankung in einer Nonnengemeinschaft lebte. Seit 2016 ist sie im mehr als 1.000 Kilometer entfernten Volkskrankenhaus in Lhasa in Behandlung.

Sie hat einen Tumor, den man im Krankenhaus in Lhasa nicht operieren kann. Dafür muss sie ins über 2.000 Kilometer von Lhasa entfernte Chengdu. Ihre Verwandten sind untröstlich. Inzwischen haben sie kein Geld mehr. Die Behandlung in den letzten zwei Jahren hat mehr als ihre Ersparnisse aufgefressen. Kunsang Tschödrol braucht dringend Geld für die Operation, den Aufenthalt im Krankenhaus, die Reisekosten dort hin. Die Landbevölkerung hat keinen Krankenversicherungsschutz für Krankenhäuser in anderen Provinzen. Menschen mit kranken Angehörigen müssen sich hoch verschulden.

Einige Mönche von Dolma Lhakang haben bereits über WeChat einen Spendenaufruf begonnen. Doch die Kosten sind hoch: 26.000 Euro werden gebraucht. Jeder Euro, jede Spende zählt und hilft! Über 20.000 € brauchen die Nonne und ihre Familie für die Begleichung der Schulden und die neuen Kosten. Spenden Sie bitte mit dem Vermerk „Notfallfonds für Nonnen“.

Update 20.6.: Kunsang Tschödrol befindet sich derzeit im Krankenhaus von Chengdu.

 

Ambulanz von Yeshi und Chunga Lhamo eröffnet

Als wir im Juni 2017 einen Besuch in Zatu machten, stand die neue Ambulanz bereits im
Rohbau da. Yeshi und Chunga Lhamo, die seit 2011 gemeinsam eine Praxis für tibetische
Heilkunde betreiben, hatten vor zwei Jahren bereits das dritte Mal umziehen müssen, weil
die gemieteten Räume für anderes verwendet wurden. Da keimte der Entschluss, auf eigenem
Grund und Boden eine Praxis zu bauen.

Gedacht, gesagt, getan: da Yeshi von seiner Familie ein Zwei-Zimmerhäuschen auf einem
eigenen Grund bekommen hatte, worauf noch Platz war, wurde im Frühjahr 2017 mit dem
Bau begonnen. Dafür hatten die beiden mutigen Ärzte, die inzwischen vier Kinder im Alter
von 1 – 9 Jahren haben, einen Kredit bei einem Verwandten aufgenommen. Mit ihrer
Praxis verdienen sie kein Geld, Yeshi arbeitet ehrenamtlich und die Medikamente werden
kostengünstig abgegeben.

Das Familieneinkommen bestreitet Chunga Lhamo mit ihrer Anstellung als Schulärztin in
Yushu, wo sie mit den vier Kindern lebt, wenn keine Ferien sind. Yeshi wiederum arbeitet in der Praxis, fährt in die Nomadengebiete zur ärztlichen Versorgung der Menschen dort und
hat sich in den letzten Jahren weitergebildet, um auch zahnärztliche Hilfe anbieten zu können.

Das alles wäre ohne enormes Engagement dieses Ehepaares nicht möglich, aber auch
nicht ohne die Hilfe von ROKPA mit Ihren Spenden.

Die Praxis wurde im April feierlich eröffnet: wie es der Brauch ist, mussten die Regale voll sein mit Medikamenten und ein befreundeter Arzt half Yeshi beim Umgang mit den Patienten, die schon Schlange standen. Ebenso wichtig war der Besuch von zwei Lamas, die die Praxis segneten.

Inzwischen ist auch der neue Zahnarztstuhl für die zahnmedizinische Behandlung eingetroffen, Yeshis ganzer Stolz. Zuvor mussten sich die Patienten mit Zahnproblemen auf einer Campingliege behandeln lassen. Diese Zeiten sind nun vorbei. Die neue Ambulanz ist an einer der neuen Hauptstraßen von Zatu gelegen und eine kostbare Bereicherung für den Ort, der das Zentrum einer abgelegenen Nomadenregion bildet. Hierher kommen die Menschen aus den Bergregionen um ihre Erzeugnisse zu verkaufen und für ihre Bedürfnisse einzukaufen. Eine  ärztliche Behandlung und Medikamente für wenig Geld bedeutet großen Segen für die  Menschen hier in der ländlichen Region, in denen die Einkommen sehr gering sind.

Mit Ihrer Spende mit dem Stichwort „medizinische Hilfe in Tibet“ bewirken Sie viel!

Wiederaufbau des Klausurhauses von Dolma Lhakang hat begonnen

Da im Juni 2017 die Mauern des Klausurgebäudes von Dolma Lhakang sehr stark beschädigt wurden, mussten die 12 Mönche dort ihre traditionelle Drei-Jahres-Klausur unterbrechen.

Sobald im April 2018 das Wetter es zuließ, begannen die ersten Arbeiten. Begonnen wurde
mit dem Abriss des alten Gebäudes. Etwa fünfzig Arbeiter, die meisten aus der näheren
Umgegend von Tsawa Gang sind am Werk. Es gibt kaum Maschinen. Großer körperlicher Einsatz ist gefragt: die Mauern müssen eingerissen, die Steine, das Holz abgetragen werden, damit Platz ist für das neue Fundament, die neuen Mauern. Mit über einem Jahr Bauzeit ist zu rechnen, bis das neue Gebäude benutzbar sein wird. Bis Ende August, vielleicht noch bis Mitte September kann gearbeitet werden, dann wird es zu kalt, der Boden gefroren, die ersten Schneefälle kommen.

Hier eine kurze, aktuelle Videosequenz von der Baustelle:

Übernachtet wird im Zelt, nur die wenigsten schaffen es, über Nacht zu ihren Familien zu kommen. Die Klosterküche versorgt sie mit drei kräftigen Mahlzeiten täglich, denn sie brauchen all ihre Kräfte für die harte Arbeit hier auf 4.500 Metern Höhe im ständigen starken Wind.

Für die Arbeiter ist die Arbeit am Klausurgebäude in zweifacher Hinsicht von großem Nutzen: erstens gilt es als religiös sehr verdienstvoll, ein Kloster aufzubauen. Zum Zweiten werden sie für ihre Arbeit entlohnt. Damit können sie das Einkommen Ihrer Familie aufbessern, denn andere Jobs sind sehr rar in der Gegend und die Hirtenfamilien leben von dem geringen Einkommen, das sie durch den Verkauf von gesammelten Pilzen, Butter, Milch und Fleisch erzielen.

Die traditionelle Dreijahres-Klausur ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung für tibetische Mönche der Karma Kagyu Tradition. Sie dient dazu, das im Studium Gelernte in die
Meditationspraxis umzusetzen. Wer die Klausur beendet hat, wird später seine Erfahrungen und sein Wissen weitergeben und vielen Menschen helfen, mit ihrem Inneren in Einklang zu kommen und zu bleiben. Eine wichtige Tradition aus Tibet, von der auch viele Menschen im Westen inzwischen überzeugt sind, weil sie ihr Leben positiv beeinflusst hat.

Orte wie Tsawa Dolma Lhakang sind besondere Orte: weit abgelegen von der Ablenkung
und Betriebsamkeit der Großstadt. Hier ist ein guter Platz zum Lernen, Studieren, reflektieren, Meditieren. Dieser Ort, an dem der ROKPA-Gründer Akong Tulku Rinpoche aufgewachsen ist und gewirkt hat, soll unterstützt und unterhalten bleiben, denn es ist ein Ort, von dem Kraft ausgeht, von dem die Menschen in der Region abhängen.

Bitte helfen Sie uns mit Spenden bei der Erhaltung des Klosters und beim Wiederaufbau des Klausurhauses, der Verbesserung der Unterkünfte für Nonnen und Mönche! Damit helfen auch Sie in zweierlei Hinsicht: Ihre Hilfe kommt direkt den Menschen vor Ort zu Gute und verbessert ihre Lebensumstände. Und zusätzlich tragen Sie zur Erhaltung der wertvollen tibetischen Kultur bei.

Nonnenversammlung Dolma Lhakang

Heiße Debatte im Schneegestöber von Dolma Lhakang

Eine kurze Video-Szene von einer Debattier-Übung haben wir aus Dolma-Lhakang erhalten:

Die Ausbildung von tibetischen Mönchen besteht unter anderem auf einem umfassenden Studium der wichtigsten philosophischen Texte des Buddhismus. Manche Texte werden sogar komplett auswendig gelernt. Schon die kleinen Mönche am Anfang ihrer Ausbildung lernen, ihr Wissen mit Hilfe der Debatte zu vertiefen, indem sie das Gelernte in der Debatte analysieren. Bei den Debatten gibt es Verlierer und einen Gewinner. Der Schiedsrichter entscheidet darüber. Die Debatte gilt als ein wichtiges Mittel, den Geist lebendig zu erhalten und kritisches Denken zu schulen.

Das Debattieren gehört seit Buddhas Zeiten zur buddhistischen Tradition. Im Buddhismus der Tibeter hat es diese besondere Form angenommen. Die Mönche üben das Debattieren meistens in einer Dreiergruppe. Einer ist der Herausforderer, einer der Verteidiger und einer der Schiedsrichter. Der Verteidiger sitzt, während der Herausforderer vor ihm steht. Der Herausforderer, der auf den sitzenden Verteidiger zugeht, klappt die Arme zusammen und klatscht in die Hände, was eine symbolische Bedeutung hat. Mit Worten versucht er, das vom Verteidiger Gesagte zu widerlegen, während der Verteidiger mit neuen Begründungen seinen Standpunkt verteidigt.

Wer die Debatte gewonnen hat, entscheidet der Schiedsrichter, der die ganze Debatte aufmerksam mitverfolgt.

ROKPA Deutschland e. V. unterstützt das Kloster Dolma Lhakang z. B. :

Wir freuen uns auf Ihre Spende!

Anderen helfen mit ROKPA – sich selbst helfen mit Tara Rokpa

Dr. Akong Tulku Rinpoche, der Begründer von ROKPA, war ein außergewöhnlicher Mensch mit außergewöhnlichen Visionen. Sein größter Wunsch war es, zum Wohl aller Lebewesen beizutragen. Vor allem ging es ihm darum, dass alle oder möglichst viele die Chance bekommen, ihr eigenes, innewohnendes Potential zu entfalten. Das gilt für die Menschen in den Projekten von ROKPA, aber auch für uns Menschen hier im Westen. Daher hat er – neben der Hilfsorganisation ROKPA – auch die Organisation und gleichnamige Methode Tara Rokpa geschaffen. Wenn wir von Tara Rokpa als Methode sprechen, ist es eine Verbindung der tibetischen Heilkunst für den Geist (sems gso ba rig pa) mit Formen der westlichen Therapie.

Tara Rokpa Therapeuten

Tara-Rokpa-Therapeutentam mit Dr. Akong Tulku Rinpoche 2005

Es ist Hilfe zur Selbsthilfe für westliche Menschen, basierend auf bewährten Methoden von tibetischer Medizin mit Elementen aus dem Buddhismus. Dr. Akong Tulku Rinpoche hat, mit guten Gründen, die drei Bereiche seiner Arbeit,

  • die Hilfsorganisation (ROKPA),
  • den Buddhismus (Samyé-Ling in Schottland), und
  • seine Form der Therapie (Tara Rokpa)

organisatorisch voneinander getrennt. Doch die zugrunde liegenden Prinzipien von Mitgefühl und Austausch mit anderen sind in allen drei Bereichen dieselben. Und so gibt es zunehmend Verflechtungen zwischen der Hilfe für andere, und der Hilfe zur Selbsthilfe im therapeutischen Bereich.

Dr. Ulrich Küstner, einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden von ROKPA Deutschland e.V., ist gleichzeitig einer der Seniortherapeuten und Ausbilder der Tara Rokpa Therapy Association. Barbara Pfeiffer ist öfters auf dem Tara Rokpa Sommercamp, um dort ROKPA-Projekte vorzustellen und Spender zu treffen. Sie hat schon zweimal Tara Rokpa- TeilnehmerInnen auf Reisen nach Ost-Tibet mitgenommen. Und so möchten wir aus besonderem Anlass die übliche Trennung der beiden Bereiche Hilfsorganisation (ROKPA) und Therapie (Tara Rokpa) einmal aufheben und Tara Rokpa hier vorstellen:

Tara Rokpa wird sowohl in eigenständigen Kursen zur Entspannung und Selbstheilung angeboten, und auch als eine längerfristige Methode zur persönlichen Entwicklung und Reifung innerhalb einer stützenden Gemeinschaft. Tara Rokpa ist nicht religiös, wird in einem therapeutischen Rahmen angeboten, vermittelt von ausgebildeten AnleiterInnen mit psychotherapeutischer Ausbildung, und verlangt keine Anbindung an eine religiöse Überzeugung oder Organisation.

Die erste in sich abgeschlossene Phase von Tara Rokpa, „Zurück zu den Anfängen“, bietet spezielle Methoden, um das eigene Leben, die eigene Erfahrung, zu sichten und zu verarbeiten, und daraus neue Impulse für die Zukunft zu gewinnen. Dieser Weg, sich selber besser kennenzulernen und sich selbst ein Freund zu werden, ist für fast jede/n geeignet und zu empfehlen.

Wir möchten daher an alle Spender und Interessenten von ROKPA die Einladung aussprechen, sich Tara Rokpa anzuschauen, oder diese Information an Menschen weiterzugeben, die Unterstützung und Sortierung in ihrem Leben brauchen könnten. Alle können diesen Weg nutzen, den Dr. Akong Tulku Rinpoche für uns Menschen im Westen entwickelt hat.

Dazu gibt es folgende Gelegenheiten

Weitere Informationen

Internationales Tara-Rokpa-Therapeutenteam 2017

Internationales Tara-Rokpa-Therapeutenteam 2017

Lha Nä Bab Dü Tschen – Das Herunterkommen von den Göttern

Zwei Filmchen sind aus Dolma Lhakang, vom 10.11.2017 eingetroffen. Es handelt sich um einen der wichtigsten Buddhistischen Feiertage. „Lha Nä Bab Dü Tschen“. Das bedeutet etwa soviel wie ‚Fest des Herunterkommens von den Göttern‘ im Gegensatz zu Himmelfahrt bei den Christen 😉

Es heißt, dass alles Gute was man an diesem Tag tut, millionenfach vervielfältigt wird. Leider auch alle Missetaten!

Jedenfalls haben gestern die Nomaden 130 Yaks zum Kloster gebracht, um sie zu befreien. D.h. sie werden ab jetzt frei leben und müssen keine Angst haben, geschlachtet zu werden.

Praxis Tibetische Medizin Header

Besuch bei Chunga Lhamo und Yeshi Sommer 2017

Reisebericht von Barbara Pfeiffer

Dank besserer Straßen kann man Zatu inzwischen von Yushu aus in ca. vier Autostunden erreichen. Wir haben Mitte Juni und kommen über mehrere Pässe. Dort hat sich der Dauerregen in Schnee verwandelt. Unterwegs halten wir in einem Dorf, weil es einen Laden gibt. Interessant, was man hier alles kaufen kann: im Prinzip alles! Von Batterien über Süßigkeiten zu Reis, Schuhen und Hüten! Ich fühle mich an den Laden von Frau Was bei Jim Knopf von der Augsburger Puppenkiste erinnert. Alles, was der Mensch in dieser abgelegenen Gegend, weit vom nächsten größeren Ort so braucht, gibt es hier.

In Zatu erwarten uns Chunga Lhamo und ihr Mann Yeshi bereits. Auch die Kinder sind dabei im Auto. Wie die Orgelpfeifen, die drei Mädchen und der Bub, noch ein Säugling. Ich bewundere die Energie, mit der Chunga Lhamo das alles meistert. Wir fahren zum Haus der Schwiegereltern, das momentan leer steht. Die ganze Familie ist unterwegs. Von Mai bis Juli graben die Tibeter nach dem „Jartsa Gönbu“, das ist zu Deutsch „Sommergras-Winterwurm“  (Ophiocordyceps sinensis, Chinesischer Raupenpilz), eine Spezies, die hauptsächlich hier im Hochland vorkommt und ein wichtiger Bestandteil sowohl für Medikamente der tibetischen als auch chinesischen Heilkunde ist. Das macht ihn zur Haupteinnahmequelle der Familien in diesen Regionen. Mit Sack und Pack sind sie unterwegs, um dieses Halbwesen zwischen Pflanze und Tier auszugraben und dann auf dem Markt möglichst teuer zu verkaufen. Zatu ist einer der Hauptumschlagplätze für diese Ware. Der Jartsa Gönbu gilt allgemein als sehr vitaminreich und wird als Stärkungs-und Potenzmittel sowohl in der tibetischen als auch der chinesischen Medizin eingesetzt.

Nach einem Imbiss besuchen wir die Ambulanz der beiden Ärzte, die noch vorübergehend in einem Raum schräg über den Hof untergebracht ist. Dort finden wir in Regalen an der Wand Kräuterpillen in großen Gläsern, Kräuter, die in blauen großen Tonnen gelagert werden, ein Desinfektionsgerät, abgepackte Medikamente in einer Vitrine. Darüber hinaus zeigt uns Yeshi seine zahnärztlichen Instrumente, mit denen er die Zähne seiner Patienten untersucht, flickt und auch zieht, wenn es notwendig ist.

Endlich geht es zum Neubau der Praxis, der auf Yeshis eigenem Grundstück steht. Damit ist sichergestellt, dass die Praxis nicht immer wieder umziehen muss, wie in den letzten Jahren. Der Rohbau ist fertig. Insgesamt gibt es drei Räume. Einer wird als Apotheke und Untersuchungsraum dienen, einer als zahnärztlicher Behandlungsraum und der dritte Raum ist für Patienten, die über Nacht bleiben müssen, gedacht. Der Bau wurde von Yeshi und Chunga Lhamo vorfinanziert durch ein Darlehen bei einem Verwandten. Nun können wir Ihr dank großzügiger Spenden, das Geld für den Bau übergeben. Noch ist einiges zu tun. Es fehlt ein Holzfußboden, Regale müssen angefertigt werden. Im Hof soll ein Brunnen gegraben werden und auch eine Toilette ist notwendig, die im Außenbereich sein wird, wie in den meisten traditionellen Häusern in Tibet. Die neue Praxis liegt an einer der neuen Straßen. Gegenüber ist ein Neubaugebiet. Sie wird leicht zu finden sein für die Patienten aus dem Ort und von außerhalb. Chunga Lhamo und Yeshi untersuchen die Patienten kostenlos, ebenso geben sie die Medikamente kostenlos oder zu einem geringen Preis ab. Deshalb wird in der Regel die Praxis gut besucht von all denen, die sich sonst einen Arztbesuch und eine Medikation nicht leisten könnten.

Das funktioniert nur wenn wir Spenden für medizinische Hilfe in Tibet bekommen. Ihre Spenden.

Yeshi ist ein viel beschäftigter Mann. Ein Aktivist. Sein Heimatort ist Zatu, wo er auch die gemeinsame Praxis mit Chunga Lhamo betreibt. Er behandelt nicht nur Patienten mit Erkältungen, Magen-Darm-Problemen und Rheumatismus usw., sondern kann auch Zähne behandeln oder ziehen. Wenn ihm Zeit bleibt, fährt er im Sommer in die umliegenden Nomadengebiete, um die dort lebenden Menschen medizinisch zu versorgen. Er gibt die Medikamente kostenlos an seine Patienten. Ein wichtiger Teil seiner Arbeit ist auch medizinische Aufklärung, insbesondere über die Prävention von HIV, Tb und andere hochansteckende Krankheiten. Doch nicht nur das, letzten Sommer hat er sie auch dazu angeregt, den in der Gegend herumliegenden Müll zu sammeln. Yeshi kann so aktiv sein, weil seine Frau Chunga Lhamo die Familie mit ihrem Gehalt ernährt und weil ROKPA die Medikamente bezahlt, die er an die Patienten gibt. Er selbst bekommt kein Gehalt. Wir wünschen uns, dass viele Menschen so aktiv sind wie Chunga Lhamo und Yeshi. Und wir möchten Chunga Lhamo und Yeshis Arbeit mit Ihrer Spende für medizinische Hilfe in Tibet unterstützen!

 

Dolma Lhakang Retreathaus Header

Klausurhaus von Dolma Lhakang durch Regenfälle zerstört

Mitte Juli 2017 gab es in Tsawagang derartig starke Regenfälle, dass das Klausurhaus, das zum Kloster Dolma Lhakang gehört, völlig zerstört wurde. Die zwölf Mönche, die im dritten Jahr der traditionellen Drei-Jahres-Klausur waren, mussten die Klausur unterbrechen.

Noch in diesem Jahr soll mit dem Wiederaufbau des Gebäudes begonnen werden. Die Drei-Jahres-Klausur ist ein wichtiger Bestandteil in der Ausbildung der Mönche, ein wichtiger Bestandteil der Kulturarbeit im Kloster Dolma Lhakang.

Wir bitten um Spenden mit dem Verwendungszweck „Wiederaufbau Dolma Lhakang“.

Wir haben dazu ein eigenes Projekt nebst Dokumentation eingerichtet.

Chunga Lhamos Praxis

So vielen Menschen helfen wie möglich

Das ist das Motto von Chunga Lhamo: „Ich möchte so vielen Menschen wie möglich helfen.“ Die heute Anfang Dreißigjährige war neun Jahre alt, als sie das Glück hatte, einen Schulplatz in der Waisenschule von ROKPA in Yushu zu bekommen. Sie war in der ersten Gruppe von Schülerinnen und Schülern, die zu Ärzten der tibetischen Heilkunde ausgebildet wurden und 2006 ihr Diplom machten. Anschließend bekam sie ein Stipendium für Großbritannien, wo sie in Edinburgh zwei Jahre lang Englisch lernte und Computerkenntnisse erwarb. Dann ging sie zurück in ihren Heimatort Jelong, wo sie schnell einen Arbeitsplatz im tibetischen Krankenhaus bekam.

Dokumentarfilm von Sitar Rose http://www.sitarrose.com

„Seit mein Vater starb, als ich ein kleines Mädchen war, ist es mein großer Wunsch, Menschen in den ganz abgelegenen Gebieten zu helfen, die keinen Arzt in der Nähe haben und vielleicht deshalb sterben müssen, so wie mein Vater.“ Aus diesem Grund hat Chunga Lhamo 2011 mit ihrem Mann Yeshi zusammen eine eigene kleine Arztpraxis in Zatu, vier Autostunden von Yushu entfernt, aufgemacht.

„Unsere Behandlung umfasst Beschwerden von einfachen Erkältungen bis hin zu Bluthochdruck, Arthritis, Magen- und Gallenproblemen. Außerdem bieten wir zusätzlich einfache zahnmedizinische Behandlungen an, was uns von anderen Praxen unterscheidet.“ Im Sommer fahren sie in die Nomadengebiete und bieten Sprechstunden an für die Menschen, die sonst tagelange Fahrten zum nächsten Krankenhaus auf sich nehmen müssten. Chunga Lhamo leistet Geburtshilfe und beide machen Patientenbesuche zu Hause.

Das können sie leisten, weil die kleine Praxis Unterstützung von ROKPA bekommt. Bewusst hat sich das Paar dafür entschieden, dass Yeshi ganz für die Praxis zuständig ist  und Chunga Lhamo den Familienunterhalt mit ihrem Gehalt als Schulärztin in Yushu bestreitet. Inzwischen haben sie drei kleine Töchter und Chunga Lhamo arbeitet fast rund um die Uhr: von Montag bis Freitag in der Schule, am Wochenende in Zatu, dazu noch der Haushalt und die Kinder.

Yeshi hat eine Zusatzausbildung für zahnärztliche Grundbetreuung und schon so manchen Eiterzahn gezogen und Patienten von unerträglichen Schmerzen befreit. Nun gibt es eine neue Herausforderung. Die gemieteten Praxisräume mussten sie wegen Kündigung aufgeben und haben für den Übergang eine Notlösung gefunden.

„Wir bauen zwei Praxisräume auf unserem eigenen Grund, direkt neben unserem Wohnhaus. Das liegt direkt an einer neuen Straße und wird für die Patienten gut zugänglich sein. Die Baugenehmigung haben wir und einen Kredit von der Bank. Wir bitten um die Hilfe von ROKPA, damit wir diesen Kredit bald ablösen können!“

Chunga Lhamo und Yeshi haben sich ca. 9.000 Euro geliehen, um ihr Projekt dauerhaft und unabhängig zu machen, um möglichst vielen Menschen zu helfen. Wir bitten Sie, liebe Spender und Freunde von ROKPA, um Spenden für die medizinische Hilfe in Tibet, die dringend gebraucht wird.

Tröndrü in Tsintuk

Besuch bei Tsöndrü in Tsintuk 2016

Bericht von Barbara Pfeiffer im Rahmen einer privat organisierten Reise 2016. Header-Bild: Schangschub, Barbara und Tsöndrü

Von Yushu aus fahren wir circa eine Stunde in südwestlicher Richtung zum Dörfchen Tsintuk. Schangschub, Tsöndrüs Mutter nimmt uns am Tor in Empfang. In der Ecke ein kleiner Hund, der nach tibetischer Hundesitte wie wild an seiner Leine zerrt und furchterregend kläfft. Das Gelände ist umzäunt, ein großer Teil unbebaut, auf der zweiten Hälfte stehen drei kleine Häuser über Eck.

Besuch bei Tsödndrü

Hier wohnt Tsündrü

Schangschub bittet uns ins Haus rechts. Links von der Tür werfen wie einen Blick auf Vorräte und eine Arbeitsplatte, wo Speisen vorbereitet werden. Doch wirklich gekocht wird in der Wohnschlafküche, die wir gleich rechts betreten. Hier sitzt Tsöndrü auf ihrem Bett und erwartet uns freudig. Die 36jährige hatte 2009 einen folgenschweren Unfall bei der Landarbeit und ist vom 12. Wirbel ab querschnittsgelähmt und pflegebedürftig. Erst zwei Jahre zuvor hatte sie begonnen, als Ärztin der tibetischen Heilkunde zu arbeiten, wozu sie von ROKPA ausgebildet wurde. 2013 starben sowohl ihr Vater als ihr Onkel und sie wollte ihrer Familie nicht zur Last fallen. So kam es, dass sie sich durch Wundliegen so schwere Wunden zuzog, dass sie völlig entkräftet ins zweitausend Kilometer entfernte Chengdu ins Krankenhaus transportiert werden musste. Die Fleischwunden waren mehrere Zentimeter tief und eine hatte sogar ein Hüftgelenk entzündet, sodass sie mehrfach operiert werden musste.

Ihr größter Beistand war immer Schangtschub, ihre Mutter, die sie mit engelsgleicher Geduld und Fürsorge überall hin begleitet hat. Auch Tsöndrüs Geschwister halfen, wo sie konnten. Muss in China ein Patient ins Krankenhaus, muss die Pflege von den Angehörigen übernommen werden. Dazu kommen die enormen Kosten für das Klinikbett, die Medikamente, Hilfsmittel und nicht die Operationen. Ohne die Hilfe von ROKPA stünde die Familie vor dem völligen Ruin.

Tsöndrü

Tsöndrü an ihrem Stammplatz

Nun also sehe ich Tsöndrü das erste Mal in ihrem gewohnten Umfeld. Selbstverständlich wird uns zuerst Tee oder heißes Wasser angeboten, auf dem Tisch stehen „Dronumsä“ (wörtlich übersetzt „Weizen-Öl-Essen“), ein traditionelles tibetisches Fettgebäck und Walnüsse. Tschangtschub stellt Teller mit fleischgefüllten Momos vor uns, bietet Trockenfleisch an. Das habe ihre andere Tochter, Tsöndrüs Schwester selbst getrocknet, erfahre ich. Ich will wissen, wie das funktioniert, denn bei uns in Deutschland würde das garantiert schnell anfangen zu gammeln. Man müsse es in der trockensten Jahreszeit, so etwa im November in hölzernen Behältern lagern, da ginge das ganz schnell, erklärt man mir.

Tsöndrü wirkt fröhlich und gelassen. Nach ihrem Tagesablauf gefragt, erzählt sie, dass sie am Nachmittag immer von ihrer Mutter im Rollstuhl spazieren gefahren werde. Nicht allzu lange, denn noch immer habe sie eine Wunde, die nur schwer verheile und langes Sitzen im Rollstuhl schmerzhaft mache. Tsöndrü hat ihre Gebetskette um das Handgelenk geschlungen und verbringt vermutlich einen großen Teil des Tages mit dem Rezitieren von Mantras und Gebeten.

In einer Ecke der Wohnküche ist ein Fernseher. Das Haus ist weder isoliert noch hat es Doppelglasscheiben. In der Mitte steht der riesige schöne gusseiserne Ofen. Den habe sie von ihrem ersten Gehalt für die Familie gekauft, erklärt Tsöndrü, als ich ihn bewundere. Diese Öfen sind zum Heizen da, gleichzeitig wird hier ständig Wasser heiß gehalten und gekocht. Und sie sind so beschaffen, dass man bis zu einen Meter lange Holzscheite hineinstecken kann, wenn man nicht gerade getrockneten Yakdung verbrennt.

Doch dieser Ofen scheint auch die wichtigste Wärmequelle für das ganze Haus zu sein. Im Winter werden die Nächte so kalt, dass sie unter zwei dicken Bettdecken mit ihrer ganzen Kleidung schlafen müssen, erklärt Schangschub. Das Dorf liegt in einem Tal und in der kalten Jahreszeit kommt die Sonne erst um 11 Uhr hinter den Bergen hervor. Leider müssen wir bald weiter. Auf der Rückfahrt nach Yushu bin ich tief bewegt. Wenn immer ich Tsöndrü und ihrer Mutter begegne, bin ich im Herzen berührt davon, wie sie ihr Schicksal annehmen, trotz aller widrigen Umstände. ROKPA kann Menschen wie Tsöndrü helfen. Mit Ihrer Spende für medizinische
Hilfe in Tibet!