Dolma Lhakang Retreathaus Header

Fundamente für Retreathaus gelegt

Im Frühjahr wurden die Ruinen des alten Retreathauses abgetragen und die Fundamente für das neue Gebäude gelegt. Bis im September der erste Schnee fiel, wurden Fundamente gegraben und ausgegossen und am neuen Mauerwerk gearbeitet. Wir rechnen mit einer Fertigstellung des Gebäudes im Laufe des Jahres 2019. Jetzt liegen die Arbeiten brach, bis zum nächsten Jahr.

Wiederaufbau Retreathaus Dolma Lhakang Stand 2018

Ambulanz von Yeshi und Chunga Lhamo in Betrieb

Bericht von Barbara Pfeiffer bei einem Besuch 2018:

Zatu oder auch Zaduo geschrieben ist einer der sechs Kreise, die zum Distrikt Yushu gehören. Man fährt 207 km bis Sahuteng, dem Hauptort des Kreises. Wir sind jetzt bei ca. 4.000 Metern Höhe, haben mehrere Pässe hinter uns, die zwischen 4.500 bis 4.800 Metern Höhe angaben. Der aufstrebende Ort Zatu, wo wie fast überall viel gebaut wird, liegt inmitten von bergigem Nomadengebiet, ist der Hauptort der Käufer und Verkäufer einer der wichtigsten Einnahmequellen der Tibeter, des „Jartsa Gönbu“, auf Deutsch Raupenblätterpilz, einem begehrten Bestandteil für tibetische und chinesische Medikamente. Es ist Sonntag und ich bin zu einem Familientreffen von Yeshis Verwandten eingeladen. Zwanzig Familien treffen sich außerhalb des Ortes auf einem Picknickareal. Als wir ankommen, wuselt es schon wie in einem Bienenkorb um die verschiedenen Zelte. Ich werde mit einem großen Hallo herzlich begrüßt und sofort mit gekochtem Yakfleisch, gekochten Kartoffeln, gefüllten Teigtaschen, wilden Yamswurzeln in Yoghurt und vielem mehr bewirtet. Dazu Tee ohne Ende. Die älteren Frauen haben sich in ihrer tibetischen Tracht herausgeputzt, tragen all ihren Schmuck um den Hals und auf dem Kopf. Später werden sich auch die jüngeren Leute für das Familienfoto in ihre Tracht umkleiden. In der Zeltmitte brodelt ein Kessel. Mal wird ein Nachschub an Yakfleisch gekocht, das in Hülle und Fülle vorhanden scheint, mal wieder heißes Wasser für den Tee bereitet. Den Dialekt hier verstehe ich kaum, einzelne Wortfetzen bekomme ich mit, aber auch, dass hier viele Ausdrücke benutzt werden, die ich nicht kenne. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als zu beobachten. Doch dann klingelt Chunga Lhamos Telefon. Es sind Patienten, die anrufen und Yeshi, Chunga Lhamo und ich machen uns auf in die Praxis. Die Patienten sind zwei Stunden gefahren, um sich hier behandeln zu lassen.

Menschen, die dort weiterhin wie ihre Vorfahren als Hirten leben und sich vor allem vom Ertrag, den die Tiere bringen ernähren, haben keine Teilhabe am allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung. Für sie ist Geld Mangelware und oft können sie sich einen Arztbesuch und den Kauf von Medikamenten nicht leisten. Doch bei Chunga Lhamo und Yeshi ist das anders. Sie behandeln die Patienten, die aus den Nomadengebieten zu ihnen kommen kostenlos, auch für die Medikamente müssen diese oft nichts oder nur wenig bezahlen. Das ist das große Anliegen dieses Arztehepaares. Chunga Lhamos Vater starb an einer einfachen Infektion in den Bergen, als sie noch ein kleines Mädchen war. Und so beschloss sie, Ärztin zu werden. Kurz nachdem wir die Praxis betreten haben, kommen auch die ersten Patienten an. Es ist ein Ehepaar. Rasch waschen sie die beiden Ärzte die Hände unter den Wasserhahn, der momentan noch Wasser aus einer Plastiktonne spendet. Wer zuerst dran kommt, ist schnell geklärt. Die Frau lässt sich von Chunga Lhamo befragen, Yeshi ist für den Mann zuständig. Niemand stört sich daran, dass ich dabei sitze und alles beobachte. Was jetzt folgt, scheint mir, einer gewissen Routine zu folgen. Zuerst gibt es ein kleines Gespräch, wo der Patient nach ihren Beschwerden gefragt wird. Dann fühlt die Ärztin den Puls an beiden Handgelenken. Anschließend muss die Frau ihre Zunge zeigen. Heute genügt das schon für eine Diagnose. Manchmal misst Chunga Lhamo noch den Blutdruck, tastet den Bauch oder ein anderes schmerzendes Körperteil ab. In anderen Fällen wird vom Patienten eine Urinprobe verlangt. Der Urin wird mittels verschiedener Methoden analysiert. Anschließend kommt es zur Diagnose und der Verschreibung der Medikamente. Inzwischen sind zwei weitere Patienten aufgetaucht, nehmen geduldig auf dem Sofa im
Wartebereich Platz, bis sie dran kommen.

Als Chunga Lhamo die Patientin ausreichend untersucht hat, stellt sie ihr die Medikamente für eine Woche zusammen. Das Gleiche geschieht bei Yeshi und dem Ehemann der Patientin. Er hatte über Schmerzen im Oberbauch geklagt. Dann kommen die beiden nächsten Patienten dran und auch hier konzentrieren sich die beiden Ärzte genau auf ihre Arbeit. Die beiden Ärzte machen sich genaue Notizen, führen eine Patientenkartei, für spätere Konsultationen. Ist die Diagnose klar, werden die Pulver oder Kräuterpillen aus den Gläsern und Schubladen zusammengestellt. Die Kräutermedikamente kaufen Chunga Lhamo und Yeshi aus einer Medikamentenmanufaktur in Nangchen, die wir auch schon besucht haben. In der Regel bekommt ein Patient jeweils für sieben Tage die Medikamente. Falls er dann mehr braucht, muss er oder sie noch einmal wiederkommen. Schließlich sind die Patienten versorgt und Yeshi erklärt mir noch seine Pläne für die Praxis. Ich bemängele, dass es immer noch kein fließendes Wasser im Raum gibt. Er erklärt mir, dass er noch Einiges vorhat. Der Glaskasten für die zahnärztliche Behandlung, den er selbst gebaut hat, müsse in einen anderen Raum, das verlange das Amt für Hygiene. Deshalb werde er dann dort in die Ecke das Wasserrohr von außen verlegen und eine ordentliche Spüle einrichten, wo auch das Desinfektionsgerät stehen wird. Ebenfalls steht noch der Bau einer Toilette im Hof aus. Bisher sind auf dem Nachbargrundstück noch Bauarbeiten im Gang. Im Zuge dessen wird Yeshi auch eine Toilette bauen. Ich will mir den Fortschritt im kommenden Jahr anschauen. Die Landpraxis von Chunga Lhamo und Yeshi ist ein Glücksfall für die Tibeter aus den Nomadengebieten. Sie können, wenn sie im Städtchen etwas zu besorgen haben, dort auch günstig medizinische Behandlung und sogar einfache zahnmedizinische Behandlung bekommen, die sie sich anderswo im Ort nicht leisten könnten.

Das alles kann geschehen durch Ihre Hilfe, Ihre Spende für medizinische Hilfe in Tibet! Danke!

Yeshi das Multitalent mit vielseitigem Einsatzwillen

In der Praxis hat er sehr viel Eigenarbeit geleistet, vom Verputzen und Malen der Wände bis zum Bau des Glaskastens und der Glasbehälter für die Medikamentenvitrine. Nun will er auch noch eine Wasserleitung verlegen. Doch seine Arbeit als Arzt verlangt ihm viel Flexibilität ab. Patienten rufen zu jeder Tages und Nachtzeit an, wenn sie Hilfe brauchen. Darüber hinaus fährt er mit Kollegen zu medizinischen Versorgungseinsätzen in die abgelegensten Berggebiete. Er gibt Vorträge über Prävention in Schulen und nimmt an Müllsammelaktionen teil. Dazu kommt, dass seine Frau Chunga Lhamo mit den vier Kindern die meiste Zeit in Yushu lebt, wo sie als Schulärztin arbeitet.

Operation für Kunsang Tschödrol

Kunsang Tschödrol stammt aus dem kleinen Ort Pudadrong im Bezirk Pasho, Nähe dem Kloster Tsawa Dolma Lhakang, wo sie bis zu ihrer Erkrankung in einer Nonnengemeinschaft lebte. Seit 2016 ist sie im mehr als 1.000 Kilometer entfernten Volkskrankenhaus in Lhasa in Behandlung.

Sie hat einen Tumor, den man im Krankenhaus in Lhasa nicht operieren kann. Dafür muss sie ins über 2.000 Kilometer von Lhasa entfernte Chengdu. Ihre Verwandten sind untröstlich. Inzwischen haben sie kein Geld mehr. Die Behandlung in den letzten zwei Jahren hat mehr als ihre Ersparnisse aufgefressen. Kunsang Tschödrol braucht dringend Geld für die Operation, den Aufenthalt im Krankenhaus, die Reisekosten dort hin. Die Landbevölkerung hat keinen Krankenversicherungsschutz für Krankenhäuser in anderen Provinzen. Menschen mit kranken Angehörigen müssen sich hoch verschulden.

Einige Mönche von Dolma Lhakang haben bereits über WeChat einen Spendenaufruf begonnen. Doch die Kosten sind hoch: 26.000 Euro werden gebraucht. Jeder Euro, jede Spende zählt und hilft! Über 20.000 € brauchen die Nonne und ihre Familie für die Begleichung der Schulden und die neuen Kosten. Spenden Sie bitte mit dem Vermerk „Notfallfonds für Nonnen“.

Update 20.6.: Kunsang Tschödrol befindet sich derzeit im Krankenhaus von Chengdu.

 

Ambulanz von Yeshi und Chunga Lhamo eröffnet

Als wir im Juni 2017 einen Besuch in Zatu machten, stand die neue Ambulanz bereits im Rohbau da. Yeshi und Chunga Lhamo, die seit 2011 gemeinsam eine Praxis für tibetische Heilkunde betreiben, hatten vor zwei Jahren bereits das dritte Mal umziehen müssen, weil die gemieteten Räume für anderes verwendet wurden. Da keimte der Entschluss, auf eigenem Grund und Boden eine Praxis zu bauen.

Gedacht, gesagt, getan: da Yeshi von seiner Familie ein Zwei-Zimmerhäuschen auf einem eigenen Grund bekommen hatte, worauf noch Platz war, wurde im Frühjahr 2017 mit dem Bau begonnen. Dafür hatten die beiden mutigen Ärzte, die inzwischen vier Kinder im Alter von 1 – 9 Jahren haben, einen Kredit bei einem Verwandten aufgenommen. Mit ihrer Praxis verdienen sie kein Geld, Yeshi arbeitet ehrenamtlich und die Medikamente werden kostengünstig abgegeben.

Das Familieneinkommen bestreitet Chunga Lhamo mit ihrer Anstellung als Schulärztin in Yushu, wo sie mit den vier Kindern lebt, wenn keine Ferien sind. Yeshi wiederum arbeitet in der Praxis, fährt in die Nomadengebiete zur ärztlichen Versorgung der Menschen dort und hat sich in den letzten Jahren weitergebildet, um auch zahnärztliche Hilfe anbieten zu können.

Das alles wäre ohne enormes Engagement dieses Ehepaares nicht möglich, aber auch nicht ohne die Hilfe von ROKPA mit Ihren Spenden.

Die Praxis wurde im April feierlich eröffnet: wie es der Brauch ist, mussten die Regale voll sein mit Medikamenten und ein befreundeter Arzt half Yeshi beim Umgang mit den Patienten, die schon Schlange standen. Ebenso wichtig war der Besuch von zwei Lamas, die die Praxis segneten.

Inzwischen ist auch der neue Zahnarztstuhl für die zahnmedizinische Behandlung eingetroffen, Yeshis ganzer Stolz. Zuvor mussten sich die Patienten mit Zahnproblemen auf einer Campingliege behandeln lassen. Diese Zeiten sind nun vorbei. Die neue Ambulanz ist an einer der neuen Hauptstraßen von Zatu gelegen und eine kostbare Bereicherung für den Ort, der das Zentrum einer abgelegenen Nomadenregion bildet. Hierher kommen die Menschen aus den Bergregionen um ihre Erzeugnisse zu verkaufen und für ihre Bedürfnisse einzukaufen. Eine  ärztliche Behandlung und Medikamente für wenig Geld bedeutet großen Segen für die  Menschen hier in der ländlichen Region, in denen die Einkommen sehr gering sind.

Mit Ihrer Spende mit dem Stichwort „medizinische Hilfe in Tibet“ bewirken Sie viel!

Wiederaufbau des Klausurhauses von Dolma Lhakang hat begonnen

Da im Juni 2017 die Mauern des Klausurgebäudes von Dolma Lhakang sehr stark beschädigt wurden, mussten die 12 Mönche dort ihre traditionelle Drei-Jahres-Klausur unterbrechen.

Sobald im April 2018 das Wetter es zuließ, begannen die ersten Arbeiten. Begonnen wurde
mit dem Abriss des alten Gebäudes. Etwa fünfzig Arbeiter, die meisten aus der näheren
Umgegend von Tsawa Gang sind am Werk. Es gibt kaum Maschinen. Großer körperlicher Einsatz ist gefragt: die Mauern müssen eingerissen, die Steine, das Holz abgetragen werden, damit Platz ist für das neue Fundament, die neuen Mauern. Mit über einem Jahr Bauzeit ist zu rechnen, bis das neue Gebäude benutzbar sein wird. Bis Ende August, vielleicht noch bis Mitte September kann gearbeitet werden, dann wird es zu kalt, der Boden gefroren, die ersten Schneefälle kommen.

Hier eine kurze, aktuelle Videosequenz von der Baustelle:

Übernachtet wird im Zelt, nur die wenigsten schaffen es, über Nacht zu ihren Familien zu kommen. Die Klosterküche versorgt sie mit drei kräftigen Mahlzeiten täglich, denn sie brauchen all ihre Kräfte für die harte Arbeit hier auf 4.500 Metern Höhe im ständigen starken Wind.

Für die Arbeiter ist die Arbeit am Klausurgebäude in zweifacher Hinsicht von großem Nutzen: erstens gilt es als religiös sehr verdienstvoll, ein Kloster aufzubauen. Zum Zweiten werden sie für ihre Arbeit entlohnt. Damit können sie das Einkommen Ihrer Familie aufbessern, denn andere Jobs sind sehr rar in der Gegend und die Hirtenfamilien leben von dem geringen Einkommen, das sie durch den Verkauf von gesammelten Pilzen, Butter, Milch und Fleisch erzielen.

Die traditionelle Dreijahres-Klausur ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung für tibetische Mönche der Karma Kagyu Tradition. Sie dient dazu, das im Studium Gelernte in die
Meditationspraxis umzusetzen. Wer die Klausur beendet hat, wird später seine Erfahrungen und sein Wissen weitergeben und vielen Menschen helfen, mit ihrem Inneren in Einklang zu kommen und zu bleiben. Eine wichtige Tradition aus Tibet, von der auch viele Menschen im Westen inzwischen überzeugt sind, weil sie ihr Leben positiv beeinflusst hat.

Orte wie Tsawa Dolma Lhakang sind besondere Orte: weit abgelegen von der Ablenkung
und Betriebsamkeit der Großstadt. Hier ist ein guter Platz zum Lernen, Studieren, reflektieren, Meditieren. Dieser Ort, an dem der ROKPA-Gründer Akong Tulku Rinpoche aufgewachsen ist und gewirkt hat, soll unterstützt und unterhalten bleiben, denn es ist ein Ort, von dem Kraft ausgeht, von dem die Menschen in der Region abhängen.

Bitte helfen Sie uns mit Spenden bei der Erhaltung des Klosters und beim Wiederaufbau des Klausurhauses, der Verbesserung der Unterkünfte für Nonnen und Mönche! Damit helfen auch Sie in zweierlei Hinsicht: Ihre Hilfe kommt direkt den Menschen vor Ort zu Gute und verbessert ihre Lebensumstände. Und zusätzlich tragen Sie zur Erhaltung der wertvollen tibetischen Kultur bei.

Nonnenversammlung Dolma Lhakang

Heiße Debatte im Schneegestöber von Dolma Lhakang

Eine kurze Video-Szene von einer Debattier-Übung haben wir aus Dolma-Lhakang erhalten:

Die Ausbildung von tibetischen Mönchen besteht unter anderem auf einem umfassenden Studium der wichtigsten philosophischen Texte des Buddhismus. Manche Texte werden sogar komplett auswendig gelernt. Schon die kleinen Mönche am Anfang ihrer Ausbildung lernen, ihr Wissen mit Hilfe der Debatte zu vertiefen, indem sie das Gelernte in der Debatte analysieren. Bei den Debatten gibt es Verlierer und einen Gewinner. Der Schiedsrichter entscheidet darüber. Die Debatte gilt als ein wichtiges Mittel, den Geist lebendig zu erhalten und kritisches Denken zu schulen.

Das Debattieren gehört seit Buddhas Zeiten zur buddhistischen Tradition. Im Buddhismus der Tibeter hat es diese besondere Form angenommen. Die Mönche üben das Debattieren meistens in einer Dreiergruppe. Einer ist der Herausforderer, einer der Verteidiger und einer der Schiedsrichter. Der Verteidiger sitzt, während der Herausforderer vor ihm steht. Der Herausforderer, der auf den sitzenden Verteidiger zugeht, klappt die Arme zusammen und klatscht in die Hände, was eine symbolische Bedeutung hat. Mit Worten versucht er, das vom Verteidiger Gesagte zu widerlegen, während der Verteidiger mit neuen Begründungen seinen Standpunkt verteidigt.

Wer die Debatte gewonnen hat, entscheidet der Schiedsrichter, der die ganze Debatte aufmerksam mitverfolgt.

ROKPA Deutschland e. V. unterstützt das Kloster Dolma Lhakang z. B. :

Wir freuen uns auf Ihre Spende!

Anderen helfen mit ROKPA – sich selbst helfen mit Tara Rokpa

Dr. Akong Tulku Rinpoche, der Begründer von ROKPA, war ein außergewöhnlicher Mensch mit außergewöhnlichen Visionen. Sein größter Wunsch war es, zum Wohl aller Lebewesen beizutragen. Vor allem ging es ihm darum, dass alle oder möglichst viele die Chance bekommen, ihr eigenes, innewohnendes Potential zu entfalten. Das gilt für die Menschen in den Projekten von ROKPA, aber auch für uns Menschen hier im Westen. Daher hat er – neben der Hilfsorganisation ROKPA – auch die Organisation und gleichnamige Methode Tara Rokpa geschaffen. Wenn wir von Tara Rokpa als Methode sprechen, ist es eine Verbindung der tibetischen Heilkunst für den Geist (sems gso ba rig pa) mit Formen der westlichen Therapie.

Tara Rokpa Therapeuten

Tara-Rokpa-Therapeutentam mit Dr. Akong Tulku Rinpoche 2005

Es ist Hilfe zur Selbsthilfe für westliche Menschen, basierend auf bewährten Methoden von tibetischer Medizin mit Elementen aus dem Buddhismus. Dr. Akong Tulku Rinpoche hat, mit guten Gründen, die drei Bereiche seiner Arbeit,

  • die Hilfsorganisation (ROKPA),
  • den Buddhismus (Samyé-Ling in Schottland), und
  • seine Form der Therapie (Tara Rokpa)

organisatorisch voneinander getrennt. Doch die zugrunde liegenden Prinzipien von Mitgefühl und Austausch mit anderen sind in allen drei Bereichen dieselben. Und so gibt es zunehmend Verflechtungen zwischen der Hilfe für andere, und der Hilfe zur Selbsthilfe im therapeutischen Bereich.

Dr. Ulrich Küstner, einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden von ROKPA Deutschland e.V., ist gleichzeitig einer der Seniortherapeuten und Ausbilder der Tara Rokpa Therapy Association. Barbara Pfeiffer ist öfters auf dem Tara Rokpa Sommercamp, um dort ROKPA-Projekte vorzustellen und Spender zu treffen. Sie hat schon zweimal Tara Rokpa- TeilnehmerInnen auf Reisen nach Ost-Tibet mitgenommen. Und so möchten wir aus besonderem Anlass die übliche Trennung der beiden Bereiche Hilfsorganisation (ROKPA) und Therapie (Tara Rokpa) einmal aufheben und Tara Rokpa hier vorstellen:

Tara Rokpa wird sowohl in eigenständigen Kursen zur Entspannung und Selbstheilung angeboten, und auch als eine längerfristige Methode zur persönlichen Entwicklung und Reifung innerhalb einer stützenden Gemeinschaft. Tara Rokpa ist nicht religiös, wird in einem therapeutischen Rahmen angeboten, vermittelt von ausgebildeten AnleiterInnen mit psychotherapeutischer Ausbildung, und verlangt keine Anbindung an eine religiöse Überzeugung oder Organisation.

Die erste in sich abgeschlossene Phase von Tara Rokpa, „Zurück zu den Anfängen“, bietet spezielle Methoden, um das eigene Leben, die eigene Erfahrung, zu sichten und zu verarbeiten, und daraus neue Impulse für die Zukunft zu gewinnen. Dieser Weg, sich selber besser kennenzulernen und sich selbst ein Freund zu werden, ist für fast jede/n geeignet und zu empfehlen.

Wir möchten daher an alle Spender und Interessenten von ROKPA die Einladung aussprechen, sich Tara Rokpa anzuschauen, oder diese Information an Menschen weiterzugeben, die Unterstützung und Sortierung in ihrem Leben brauchen könnten. Alle können diesen Weg nutzen, den Dr. Akong Tulku Rinpoche für uns Menschen im Westen entwickelt hat.

Dazu gibt es folgende Gelegenheiten

Weitere Informationen

Internationales Tara-Rokpa-Therapeutenteam 2017

Internationales Tara-Rokpa-Therapeutenteam 2017

Lha Nä Bab Dü Tschen – Das Herunterkommen von den Göttern

Zwei Filmchen sind aus Dolma Lhakang, vom 10.11.2017 eingetroffen. Es handelt sich um einen der wichtigsten Buddhistischen Feiertage. „Lha Nä Bab Dü Tschen“. Das bedeutet etwa soviel wie ‚Fest des Herunterkommens von den Göttern‘ im Gegensatz zu Himmelfahrt bei den Christen 😉

Es heißt, dass alles Gute was man an diesem Tag tut, millionenfach vervielfältigt wird. Leider auch alle Missetaten!

Jedenfalls haben gestern die Nomaden 130 Yaks zum Kloster gebracht, um sie zu befreien. D.h. sie werden ab jetzt frei leben und müssen keine Angst haben, geschlachtet zu werden.

Praxis Tibetische Medizin Header

Besuch bei Chunga Lhamo und Yeshi Sommer 2017

Reisebericht von Barbara Pfeiffer

Dank besserer Straßen kann man Zatu inzwischen von Yushu aus in ca. vier Autostunden erreichen. Wir haben Mitte Juni und kommen über mehrere Pässe. Dort hat sich der Dauerregen in Schnee verwandelt. Unterwegs halten wir in einem Dorf, weil es einen Laden gibt. Interessant, was man hier alles kaufen kann: im Prinzip alles! Von Batterien über Süßigkeiten zu Reis, Schuhen und Hüten! Ich fühle mich an den Laden von Frau Was bei Jim Knopf von der Augsburger Puppenkiste erinnert. Alles, was der Mensch in dieser abgelegenen Gegend, weit vom nächsten größeren Ort so braucht, gibt es hier.

In Zatu erwarten uns Chunga Lhamo und ihr Mann Yeshi bereits. Auch die Kinder sind dabei im Auto. Wie die Orgelpfeifen, die drei Mädchen und der Bub, noch ein Säugling. Ich bewundere die Energie, mit der Chunga Lhamo das alles meistert. Wir fahren zum Haus der Schwiegereltern, das momentan leer steht. Die ganze Familie ist unterwegs. Von Mai bis Juli graben die Tibeter nach dem „Jartsa Gönbu“, das ist zu Deutsch „Sommergras-Winterwurm“  (Ophiocordyceps sinensis, Chinesischer Raupenpilz), eine Spezies, die hauptsächlich hier im Hochland vorkommt und ein wichtiger Bestandteil sowohl für Medikamente der tibetischen als auch chinesischen Heilkunde ist. Das macht ihn zur Haupteinnahmequelle der Familien in diesen Regionen. Mit Sack und Pack sind sie unterwegs, um dieses Halbwesen zwischen Pflanze und Tier auszugraben und dann auf dem Markt möglichst teuer zu verkaufen. Zatu ist einer der Hauptumschlagplätze für diese Ware. Der Jartsa Gönbu gilt allgemein als sehr vitaminreich und wird als Stärkungs-und Potenzmittel sowohl in der tibetischen als auch der chinesischen Medizin eingesetzt.

Nach einem Imbiss besuchen wir die Ambulanz der beiden Ärzte, die noch vorübergehend in einem Raum schräg über den Hof untergebracht ist. Dort finden wir in Regalen an der Wand Kräuterpillen in großen Gläsern, Kräuter, die in blauen großen Tonnen gelagert werden, ein Desinfektionsgerät, abgepackte Medikamente in einer Vitrine. Darüber hinaus zeigt uns Yeshi seine zahnärztlichen Instrumente, mit denen er die Zähne seiner Patienten untersucht, flickt und auch zieht, wenn es notwendig ist.

Endlich geht es zum Neubau der Praxis, der auf Yeshis eigenem Grundstück steht. Damit ist sichergestellt, dass die Praxis nicht immer wieder umziehen muss, wie in den letzten Jahren. Der Rohbau ist fertig. Insgesamt gibt es drei Räume. Einer wird als Apotheke und Untersuchungsraum dienen, einer als zahnärztlicher Behandlungsraum und der dritte Raum ist für Patienten, die über Nacht bleiben müssen, gedacht. Der Bau wurde von Yeshi und Chunga Lhamo vorfinanziert durch ein Darlehen bei einem Verwandten. Nun können wir Ihr dank großzügiger Spenden, das Geld für den Bau übergeben. Noch ist einiges zu tun. Es fehlt ein Holzfußboden, Regale müssen angefertigt werden. Im Hof soll ein Brunnen gegraben werden und auch eine Toilette ist notwendig, die im Außenbereich sein wird, wie in den meisten traditionellen Häusern in Tibet. Die neue Praxis liegt an einer der neuen Straßen. Gegenüber ist ein Neubaugebiet. Sie wird leicht zu finden sein für die Patienten aus dem Ort und von außerhalb. Chunga Lhamo und Yeshi untersuchen die Patienten kostenlos, ebenso geben sie die Medikamente kostenlos oder zu einem geringen Preis ab. Deshalb wird in der Regel die Praxis gut besucht von all denen, die sich sonst einen Arztbesuch und eine Medikation nicht leisten könnten.

Das funktioniert nur wenn wir Spenden für medizinische Hilfe in Tibet bekommen. Ihre Spenden.

Yeshi ist ein viel beschäftigter Mann. Ein Aktivist. Sein Heimatort ist Zatu, wo er auch die gemeinsame Praxis mit Chunga Lhamo betreibt. Er behandelt nicht nur Patienten mit Erkältungen, Magen-Darm-Problemen und Rheumatismus usw., sondern kann auch Zähne behandeln oder ziehen. Wenn ihm Zeit bleibt, fährt er im Sommer in die umliegenden Nomadengebiete, um die dort lebenden Menschen medizinisch zu versorgen. Er gibt die Medikamente kostenlos an seine Patienten. Ein wichtiger Teil seiner Arbeit ist auch medizinische Aufklärung, insbesondere über die Prävention von HIV, Tb und andere hochansteckende Krankheiten. Doch nicht nur das, letzten Sommer hat er sie auch dazu angeregt, den in der Gegend herumliegenden Müll zu sammeln. Yeshi kann so aktiv sein, weil seine Frau Chunga Lhamo die Familie mit ihrem Gehalt ernährt und weil ROKPA die Medikamente bezahlt, die er an die Patienten gibt. Er selbst bekommt kein Gehalt. Wir wünschen uns, dass viele Menschen so aktiv sind wie Chunga Lhamo und Yeshi. Und wir möchten Chunga Lhamo und Yeshis Arbeit mit Ihrer Spende für medizinische Hilfe in Tibet unterstützen!

 

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Klausurhaus von Dolma Lhakang durch Regenfälle zerstört

Mitte Juli 2017 gab es in Tsawagang derartig starke Regenfälle, dass das Klausurhaus, das zum Kloster Dolma Lhakang gehört, völlig zerstört wurde. Die zwölf Mönche, die im dritten Jahr der traditionellen Drei-Jahres-Klausur waren, mussten die Klausur unterbrechen.

Noch in diesem Jahr soll mit dem Wiederaufbau des Gebäudes begonnen werden. Die Drei-Jahres-Klausur ist ein wichtiger Bestandteil in der Ausbildung der Mönche, ein wichtiger Bestandteil der Kulturarbeit im Kloster Dolma Lhakang.

Wir bitten um Spenden mit dem Verwendungszweck „Wiederaufbau Dolma Lhakang“.

Wir haben dazu ein eigenes Projekt nebst Dokumentation eingerichtet.