Nonnenversammlung Dolma Lhakang

Heiße Debatte im Schneegestöber von Dolma Lhakang

Eine kurze Video-Szene von einer Debattier-Übung haben wir aus Dolma-Lhakang erhalten:

Die Ausbildung von tibetischen Mönchen besteht unter anderem auf einem umfassenden Studium der wichtigsten philosophischen Texte des Buddhismus. Manche Texte werden sogar komplett auswendig gelernt. Schon die kleinen Mönche am Anfang ihrer Ausbildung lernen, ihr Wissen mit Hilfe der Debatte zu vertiefen, indem sie das Gelernte in der Debatte analysieren. Bei den Debatten gibt es Verlierer und einen Gewinner. Der Schiedsrichter entscheidet darüber. Die Debatte gilt als ein wichtiges Mittel, den Geist lebendig zu erhalten und kritisches Denken zu schulen.

Das Debattieren gehört seit Buddhas Zeiten zur buddhistischen Tradition. Im Buddhismus der Tibeter hat es diese besondere Form angenommen. Die Mönche üben das Debattieren meistens in einer Dreiergruppe. Einer ist der Herausforderer, einer der Verteidiger und einer der Schiedsrichter. Der Verteidiger sitzt, während der Herausforderer vor ihm steht. Der Herausforderer, der auf den sitzenden Verteidiger zugeht, klappt die Arme zusammen und klatscht in die Hände, was eine symbolische Bedeutung hat. Mit Worten versucht er, das vom Verteidiger Gesagte zu widerlegen, während der Verteidiger mit neuen Begründungen seinen Standpunkt verteidigt.

Wer die Debatte gewonnen hat, entscheidet der Schiedsrichter, der die ganze Debatte aufmerksam mitverfolgt.

ROKPA Deutschland e. V. unterstützt das Kloster Dolma Lhakang z. B. :

Wir freuen uns auf Ihre Spende!

Lha Nä Bab Dü Tschen – Das Herunterkommen von den Göttern

Zwei Filmchen sind aus Dolma Lhakang, vom 10.11.2017 eingetroffen. Es handelt sich um einen der wichtigsten Buddhistischen Feiertage. „Lha Nä Bab Dü Tschen“. Das bedeutet etwa soviel wie ‚Fest des Herunterkommens von den Göttern‘ im Gegensatz zu Himmelfahrt bei den Christen 😉

Es heißt, dass alles Gute was man an diesem Tag tut, millionenfach vervielfältigt wird. Leider auch alle Missetaten!

Jedenfalls haben gestern die Nomaden 130 Yaks zum Kloster gebracht, um sie zu befreien. D.h. sie werden ab jetzt frei leben und müssen keine Angst haben, geschlachtet zu werden.

Dolma Lhakang Retreathaus Header

Klausurhaus von Dolma Lhakang durch Regenfälle zerstört

Mitte Juli 2017 gab es in Tsawagang derartig starke Regenfälle, dass das Klausurhaus, das zum Kloster Dolma Lhakang gehört, völlig zerstört wurde. Die zwölf Mönche, die im dritten Jahr der traditionellen Drei-Jahres-Klausur waren, mussten die Klausur unterbrechen.

Noch in diesem Jahr soll mit dem Wiederaufbau des Gebäudes begonnen werden. Die Drei-Jahres-Klausur ist ein wichtiger Bestandteil in der Ausbildung der Mönche, ein wichtiger Bestandteil der Kulturarbeit im Kloster Dolma Lhakang.

Wir bitten um Spenden mit dem Verwendungszweck „Wiederaufbau Dolma Lhakang“.

Wir haben dazu ein eigenes Projekt nebst Dokumentation eingerichtet.

Dolma Lhakang Header 2016

Nahrhaftes für die Nonnen und Mönche

Je höher man kommt, desto weniger wächst. Je abgelegener das Gebiet ist, desto teurer werden die Nahrungsmittel, die nicht vor Ort angebaut werden können. Doch speziell in der großen Höhe sind Reis, Mehl und Öl wichtige Grundnahrungsmittel, die die Menschen in diesen Regionen neben ihrer Diät aus geröstetem Gerstenmehl (Tsampa), Butter, Joghurt und Fleisch brauchen, um gesund zu bleiben.

Das gilt speziell für die Mönche und Nonnen in Dolma Lhakang auf 4.500 Metern Höhe, von denen die meisten kein Fleisch essen. Damit die Spenden an ROKPA für die Nahrungsmittel der Nonnen und Mönche wirtschaftlich verwendet wird, fahren zwei oder dreimal jährlich zwei Mönche, die im Verwaltungskomitee sitzen, nach Chengdu, um dort die Nahrungsmittel einzukaufen. Die vom Kloster über 1000 Kilometer entfernte Hauptstadt der Provinz Sichuan ist für die niedrigen Preise bekannt. Und so lohnt sich der Großeinkauf hier, trotz der Transportkosten.

Wenn dann der Laster ankommt, um die Säcke mit Mehl und Reis und die Ölkanister auszuliefern, helfen alle mit.

ROKPA-Fonds alleinstehende Frauen

Fonds für alleinstehende Frauen

Sie haben früh die Eltern verloren, sind zwischen Verwandten hin und her geschoben worden, haben später als Magd gearbeitet, vielleicht ohne Lohn oder gerade für Essen und Unterkunft. Oder sie wurden früh verheiratet in ein anderes Dorf, bekamen keine Kinder, der Mann verstarb. Niemand ist mehr übrig, der sich um sie kümmert.

Die Rede ist von Frauen in den tibetischen Gebieten, die nie das Glück hatten, im Netzwerk einer Familie zu stehen, wo sich die einzelnen Mitglieder gegenseitig unterstützen. Das ist das bis heute größtenteils funktionierende Sozialsystem in Tibet, denn eine Sozialversicherung, wie wir sie kennen, gibt es nicht. Was aber, wenn es keine Familie gibt?

Viele der Frauen entschließen sich irgendwann, sich einer Nonnengemeinschaft anzuschließen. Sicher mag ein Beweggrund auch der religiöse Aspekt sein, aber der wichtigste Aspekt ist das Aufgehoben sein in einer Gemeinschaft wohlwollender Menschen. Aber auch Klöster sind meist nur in der Lage, die Nonnen oder Mönche mit Essen zu versorgen. Jedes Kloster ist so reich wie seine Gemeinde. Die Familien unterstützen ihre Verwandten mit Geld für Kleidung, Medikamente und andere wichtige Dinge.

Das fehlt den alleinstehenden Frauen. Damit sie nicht betteln gehen müssen, hat ROKPA Deutschland einen Fonds eingerichtet. Das Geld aus diesem Fonds hilft z. Zt. 23 Frauen, die in Nonnengemeinschaften um das Kloster Dolma Lhakang in Tswagang, Autonome Region Tibet leben. Wir hoffen, dass wir ihnen bald neue Winterkleidung, Schuhe und warme Decken finanzieren können!

Bitte helfen Sie uns dabei mit Ihrer Spende!

Dolma Lhakang Header

Ein Ort der Zusammenkunft auf 4.500 Metern

Denken wir an Kloster, kommt uns zuerst einmal Abgeschiedenheit in den Sinn. Für Dolma Lhakang trifft das insofern zu, als dass der Ort auf 4.500 Metern wirklich schwer zu erreichen ist. Für westliche Touristen sogar momentan gar nicht.

Doch ist die Institution ein Ort der Begegnung, des Studiums, der Kontemplation und der Zuflucht. Der Ort, der wichtig ist für die 300 Familien, die mit Dolma Lhakang verbunden sind. Rund durch das ganze Jahr finden hier regelmäßig Zeremonien statt, zu der die Bevölkerung eingeladen ist. In der Klosterschule durchlaufen die Mönche eine traditionelle Ausbildung, angefangen vom Lesen und Schreiben bis zum Studium philosophischer Texte.

Hier einige Impressionen bei einem Besuch im Sommer 2015

Ähnliches geschieht in den fünf Nonnenklöstern in der Umgebung. Im abgeschiedenen Meditationsort hoch oben sind zwölf junge Männer für drei Jahre und drei Monate in einer Klausur, wo sie traditionelle Übungen durchlaufen, die sie zu künftigen Meditationslehrern macht. Wieder andere Mönche geben ihr Wissen an die Kinder und Jugendlichen in der Umgebung weiter, die keine Schule besuchen konnten oder die in ihrer Schule kein Tibetisch lernen können.

Betrachten wir also das Kloster und dessen Aktivitäten mit westlichen Maßstäben, so könnten wir es mit einem Gemeindezentrum vergleichen, das für Jung und Alt in der Gemeinde da ist.

Damit diese für die Gemeinde so wichtige Institution funktionieren kann, braucht es Geld. Da in der tibetischen Tradition ein Kloster von den Spenden der Bevölkerung abhängig ist, hat das Kloster Dolma Lhakang Probleme. Denn in der Region auf 4.500 Metern Höhe kann nichts angebaut werden und die Nomaden können ihre Angehörigen im Kloster höchstens mit Naturalien wie Milch und Käse unterstützen. Doch das reicht nicht. Das Kloster gibt zusätzlich Nahrungsmittel für 1,50 pro Nonne und Mönch aus.

Dafür brauchen wir Ihre Spenden!
Bitte unterstützen Sie dieses aktive Zentrum für das Gemeinwohl mit Ihrer Spende!

Nonnen von Karphu Gön Header

Die Nonnen von Karphu Gön

Sie leben in einfachen steinernen Häusern. Der Wind pfeift durch alle Löcher. Wasser müssen sie vom Fluss holen und im Winter brauchen sie jede Decke, um sich überhaupt warm zu halten.

Auf über 4.000 Metern Höhe sind rings um das Mönchskloster Dolma Lhakang, wo der ROKPA-Gründer Dr. Akong Rinpoche aufwuchs und studierte, fünf Nonnengemeinschaften angesiedelt. Die größte dieser fünf Gemeinschaften ist Karphu Gön mit 51 Nonnen.

In dieser abgelegenen Region wächst nicht viel. Die Winter sind lang, der starke Wind bläst das ganze Jahr über. Die etwa 300 Familien, die um das Kloster herum leben, haben rund um die Uhr mit ihren Tieren zu tun, ernähren sich von der Milch und der Wolle ihrer Herden.

Für alle ist das Leben dort hart, aber ganz besonders hart für die Nomadenfrauen. Fast rund um die Uhr sind sie im Einsatz. Vor allen anderen müssen sie morgens aufstehen, um die Tiere zu melken. Danach geht es ans Feuer machen, das Frühstück bereiten, Holz und Wasser herbei holen, dann die Kinder anziehen, den Alten das Essen bereiten, Kleidung flicken, das Haus oder Zelt reinigen, Kuhdung sammeln, Kinder betreuen, Essen bereiten und so weiter. Man sagt, dass eine Nomadenfrau selbst wenn sie ein Kind geboren hat, keine Pause bekommt.

In dieser Gegend gibt es kaum Schulen. Die einzige Bildungsmöglichkeit ist ein Kloster.
Deshalb haben sich auch Karma Sangmo (35), Sönam Tschödrön (47) und Karma Tschötschi Tsomo (20) zum Leben als Nonne entschlossen.

Karma Sangmo Nonne von Karphu GönKarma Sangmo hat nie eine öffentliche Schule besucht. Schon als Achtjährige wurde sie 1988 Novizin. Davor bestand ihr Leben darin, die Schafe ihrer Familie zu hüten. Bei den Nonnen hat sie Lesen und Schreiben gelernt, sich in die Meditationspraxis eingearbeitet, drei Jahre eine Klausur durchgeführt und studiert nun neben ihren Pflichten als Rezitationsleiterin fleißig die Texte der „Lam Rim“ (übersetzt „ Der stufenweise Weg“).

Sönam Tschödrön Nonne von Karphu GönSönam Tschödrön ist 1968 geboren und besuchte von ihrem neunten bis neunzehnten Lebensjahr die staatlichen Schulen, wo sie die dort angebotenen Fächer auf Chinesisch lernte. Doch ihrer Familie fehlte das Geld, um sie weiter zur Schule zu schicken und sie arbeitete ein Jahr lang als Nomadin und betreute eine Herde. Doch der Wunsch zu lernen wurde immer stärker und sie entschloss sich, Nonne zu werden. Im Kloster konnte sie endlich Lesen und Schreiben auf Tibetisch lernen, studierte verschiedene Rituale und Meditationspraktiken, bevor auch sie in einer dreijährigen Klausur verschiedene Techniken des Geistestrainings praktizierte. Sie verlässt nie die Nonnengemeinschaft und widmet ihr ganzes Leben dem Studium und der Meditationspraxis.

Karma Tschötschi Tsomo Nonne von Karphu GönKarma Tschötschi Tsomo ist 1995 geboren und noch Novizin. Erst als sie 13 war schickten ihre Eltern sie für drei Jahre in die Schule, wo sie Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt hat. Damit sie überhaupt weiter lernen konnte, entschloss sie sich, der Nonnengemeinschaft beizutreten, wo sie seither eifrig lernt und studiert. Nur hier kann sie ihrem Wunsch zu lernen und Wissen anzusammeln nachkommen.

Alle drei Nonnen haben wenig Unterstützung von ihren Familien zu erwarten, die selbst kaum das Nötigste zum Leben haben. Sie sind exemplarisch für all ihre Genossinnen. Das Kloster Dolma Lhakang versorgt die 122 Nonnen und 103 Mönche mit Reis, Mehl, Öl und Gemüse. Doch das Kloster ist abgelegen und es kommen nur wenige Pilger dort hin. Deshalb hat das Kloster nur wenig Einkommen.

ROKPA Deutschland kann die Nonnen und Mönche von Dolma Lhakang mit Ihrer Hilfe unterstützen!

Hier studieren und praktizieren Mönche und Nonnen mit großer Intensität und Konzentration und ohne Ablenkung. Sie helfen so, die tibetische Kultur und Wissenschaft zu bewahren und führen ein entbehrungsreiches Leben in Armut. Die Arbeit für die Erhaltung der tibetischen Kultur ist eine Arbeit für den Frieden.

Helfen Sie uns bei der Unterstützung der Nonnen von Dolma Lhakang mit Ihrer Spende!

Dolma Lhakang Header

Auch wer von geistiger Nahrung lebt, braucht Nahrung für den Körper

Auf über 4000 Metern im Herzen von Kham, dem Osten Tibets, liegt das Kloster Dolma Lhakang  mit fünf angeschlossenen Nonnenklöstern. Hier dauert der Winter fast neun Monate und ein  eisiger Wind rüttelt an den kargen Behausungen der Menschen.

Dolma Lhakang blickt auf eine lange Geschichte zurück. Es war das Stammkloster von Dr. Akong  Tulku Rinpoche (1939-2013), einem Visionär und Sozialaktivisten, der Samye Ling in Schottland gründete, mit seiner Hilfsorganisation ROKPA Zehntausenden von Menschen half und mit Tara  ROKPA eine Verbindung von altem tibetischem Wissen und moderner Psychotherapie schuf.

Dolma Lhakang war vor seiner Zerstörung 1959 ein Zentrum des Studiums und der Wissenschaft  mit einer umfangreichen Bibliothek und bedeutenden Lehrern. Dank Akong Rinpoches  Bemühungen haben sich inzwischen wieder 104 Mönche und 126 Nonnen hier angesiedelt und  widmen sich dem Studium und der religiösen Praxis und erhalten das tibetische Kulturerbe.

Das Leben der Nonnen und Mönche ist karg: Eine Schüssel Gerstenbrei am Morgen, mittags Reis  mit Gemüse und am Abend eine Suppe müssen reichen. Doch auch das Wenige ist schwer zu bekommen und teuer zu bezahlen, denn auf dieser Höhe wächst nichts.

Knapp zwei Euro pro Tag braucht man zum Überleben in dieser Region auf 4.500Metern Höhe.  Auch wer reich ist an geistiger Nahrung, braucht Lebensmittel, um den Körper gesund zu  erhalten.

Fördern Sie den Erhalt kostbaren tibetischen Wissens durch Ihre Spende für die Nahrung von Nonnen und Mönchen!

English version.

Leben in der Sheadra Header

Leben in einer Shedra

ROKPA unterstützt Mönche und Nonnen, die sich dem Studium widmen. So helfen wir Menschen und wir unterstützen den Erhalt der tibetischen Kultur. Das ist Teil unseres Ausbildungsprogramms. Bitte tragen Sie mit Ihrer Spende zu unserem Ausbildungsprogramm bei!

Hier finden Sie einen Bericht von Barbara Pfeiffer über den Tagesablauf eine jungen Mönchs:

Die Nacht ist vorbei, wenn morgens um sechs Uhr der Gong ertönt. Der kleine Mönch Thubten  schläft im gleichen Raum wie Tarsin, der schon viele Jahre Mönch ist. Tarsin kümmert sich um Thubten, schaut, dass er sich morgens die Zähne putzt und seine Hausaufgaben macht. Um  sechs Uhr morgens übt jeder Mönch eine Stunde lang, betet, meditiert, was ihm vom Lama  aufgegeben wurde. Anschließend versammeln sich alle in der großen Gebetshalle zur morgendlichen Puja.

Dem siebenjährigen Thubten knurrt inzwischen der Magen und er freut sich auf sein Frühstück, eine große Schüssel Tsampa, die Tarsin bereits vorbereitet hatte, bevor sie in die Gebetshalle gingen. In ihrem Zimmerchen haben die beiden zwei Matratzen auf dem Boden, ein Regal mit Büchern und Texten an der Wand, in der Ecke eine Kiste mit Ersatzkleidung und ein Gestell, in dem zwei Waschschüsseln ihren Platz gefunden haben. Seit Thubten vor einem Jahr hier  aufgenommen wurde, ist Tarsin wie Vater und Mutter für ihn.

Nach dem Frühstück beginnt der Unterricht. Der kleine Thubten muss erst mal die Grundlagen lernen, Lesen und Schreiben, deshalb geht er in eine Klasse mit all den anderen Buben, die erst seit kurzer Zeit im Kloster sind. Tarsin ist schon lange hier und studiert in einer der höheren  Klassen. Der erste Unterrichtsblock dauert von halb neun bis halb elf. Danach gestaltet sich der Rest des Vormittags unterschiedlich: manche von den älteren Schülern gehen in ihr Zimmer und lernen alleine, manche besuchen Vorlesungen zu bestimmten Themen. Je nachdem, in welcher Kursstufe sie sind. In der Klasse der Kleinen wird laut gelesen. Die Mittagspause beginnt um halb eins. Da die kleinen Mönche noch nicht selbst kochen müssen, können sie ein bisschen im Hof herumrennen und sich austoben, während ihre Tutoren das Essen kochen. Es ist üblich, dass die Mönche selbst für ihre Mahlzeiten verantwortlich sind, nur an großen Festtagen wird gemeinsam gegessen, sonst kocht jedes Zimmer für sich. Meist wird Reis mit Gemüse zubereitet, das geht schnell und macht satt.

Nach dem Essen sind alle Mönche im Hof. Schon die Kleinen lernen mit einfachen Lehrsätzen, das Debattieren zu üben. Es heißt, dass durch die tägliche Debattierübung der Verstand  geschärft und das Gelernte besser verarbeitet wird. Beim Debattieren sind die Mönche in Zweier- oder Dreier-Gruppen aufgeteilt. In wechselnden Rollen legen sie die Übung ab. Einer stellt eine These auf, der andere muss sie widerlegen oder denjenigen, der die These aufgestellt hat, zum logischen Beweis der These auffordern.

Anschließend versammeln sich alle Mönche wieder im großen Tempelraum, um gemeinsam
die Mahakala-Puja, ein täglich durchgeführtes Ritual zu praktizieren. Thubten muss heute während der Zeremonie den Mönchen Tee einschenken, eine Pflicht der Erst- und Zweitklässler, die er mit großem Eifer erfüllt. Eine Viertelstunde haben die Mönche anschließend Pause, bevor der nächste Unterricht beginnt. Wieder sitzen die dunkelrot gewandeten Mönche in  erschiedenen Klassen, lesen, hören dem Lehrer zu, schreiben ab, lernen auswendig.

Zum Glück hat Tarsin in der Mittagspause schon die Abendsuppe vorbereitet. Thubten hat schon ein Feuer im Ofen gemacht, damit die Suppe warm wird. Das Feuermachen hat er schon gelernt,  als er noch zu Hause bei seinen Eltern lebte, die in einem Dorf, nicht weit vom Kloster leben. Tarsin macht sich nach dem Abendessen zu einer weiteren Debattierstunde auf den Weg, während Thubten säuberlich die Schüsseln wäscht und das Zimmer fegt.

Jede hat festgelegte Pflichten die er erfüllen muss. Danach macht sich Thubten an seine Hausaufgaben. Er muss abschreiben und muss sich die Schreibweise der Wörter einprägen und auch noch etwas auswendig lernen! Um neun Uhr kommt Tarsin zurück. Er bringt heute zwei Gäste mit. Es ist sein Freund Jampa und dessen Schützling Norbu. Die vier trinken Tee, die  beiden Buben spielen und die beiden älteren schwatzen. Nicht jeden Abend geht es so lustig zu, manchmal machen sie auch Hausaufgaben in der Zeit zwischen neun Uhr und dem zu-Bett-gehen. Eine Regel hier besagt, dass jeder Mönch zwischen neun Uhr abends und halb elf  machen darf, was er möchte. Nur eines darf er noch nicht: schlafen. Denn auch die Schlafenszeit
ist fest geregelt: zwischen 22:30 und 6:00.  Wie in früheren Zeiten ist es auch heute bei jungen Tibetern noch populär Mönch oder Nonne zu werden. Das hat verschiedene Gründe. Ein wichtiger Grund für viele ist die Chance, etwas lernen zu können.

Insbesondere für junge Frauen oder Mädchen ist die Ordination zur Nonne eine attraktive  Alternative zum Leben als Frau und Mutter, auch wenn uns im Westen das Leben im Kloster als hart erscheint. Auch wer keine Familie mehr hat, Waise oder Halbwaise ist, sucht häufig den Weg in eine Klostergemeinschaft. Früher wie heute sind ordinierte Mönche und Nonnen in der tibetischen Gesellschaft hoch angesehen und Familien sehen es gerne, wenn wenigsten eines ihrer Kinder sich entschließt, diesen Weg zu gehen. Anders als in der christlichen Tradition bedeutet dies nicht die völlige Abkehr von der Familie.

Nonnen oder Mönche besuchen ihre Familien, wenn sie Zeit haben und kümmern sich um ihre  Verwandten. Der Besuch einer Shedra, einer Klosterschule und Klosteruniversität ist eine gute  Möglichkeit, die traditionellen tibetischen Wissenschaften zu studieren. Studienkurse in einer Shedra können nach der dreijährigen Grundausbildung in Lesen und Schreiben bis zu achtzehn  Jahre dauern und selbst dann wandern besonders lerneifrige Studenten zu anderen Shedras,  die ein Weiterstudium in anderen Texten oder Themen anbieten. Die tibetischen Wissenschaften unterscheidet zehn Fächer:

  • buddhistische Philosophie,
  • Logik,
  • Kunst-und Kunsthandwerk,
  • Medizin,
  • Grammatik,
  • Synonymik,
  • Mathematik und Astronomie/Astrologie,
  • Theaterkunst, Dichtkunst und Rhetorik.

Das Wissen ist ein Reichtum. Auf der materiellen Seite fehlt es aber an allen Ecken und Enden.

Tarsin und Thubten bekommen von ihrer Familie regelmäßig Tsampa-Mehl. Doch um gesund zu bleiben braucht es mehr. Im nächsten Ort müssen sie Reis, Nudeln, frisches Gemüse, Käse, Tee und Öl dazu kaufen. Der Besuch beim Arzt kostet Geld, ebenso die Anschaffung einer Brille und neuer Schuhe. Auch die Fahrt zu den Eltern in den Ferien kostet Geld. Damit sie weiter lernen  und studieren können, kommt ROKPA für diese Kosten auf. Mit Ihrer Spende können Sie dazu beitragen, dass auch in Zukunft die Ausbildung von Nonnen und Mönchen finanziert werden kann.